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Wedel

JANOSCH: Die Erfindung der Freundschaft

Die Ausstellung zeigt Janosch in seiner ganzen künstlerischen Breite: als Zeichner, Maler, Illustrator und Erzähler, voller Witz, Melancholie, Hintersinn und manchmal überraschender Abgründigkeit.

 

Janosch wurde in diesem Jahr 95 Jahre alt. Seit mehr als einem halben Jahrhundert beschreiben seine unverwechselbaren Figuren eine einzigartige Erzählung. Ganze Generationen sind mit ihnen aufgewachsen.

 

Das Besondere an Janosch ist die radikale Wahrhaftigkeit, mit der er die Welt sowohl für Kinder als auch für Erwachsene einfängt. Deshalb erzählt die Ausstellung nicht nur die Lebens- und Werkgeschichte eines berühmten Zeichners und Schriftstellers. Sie erzählt auch von der Utopie, dieser unsicheren Zeit etwas wirklich Großes entgegenzusetzen: Freundschaft, Fürsorge, Vertrauen und die Gewissheit, nicht allein zu sein.

 

Tiger und Bär sind längst mehr als Kinderbuchfiguren. Sie sind zu Chiffren einer Beziehung geworden, in der zwei sehr unterschiedliche Wesen einander nicht verändern müssen, um zusammenzugehören. Sie dürfen schwach sein. Sie dürfen sich irren. Sie dürfen Angst haben, sie dürfen übermütig und unvernünftig sein, sie dürfen scheitern, aufbrechen und zurückkehren. Entscheidend ist: Sie sind füreinander da.

 

Janoschs Werk stellt uns eine überraschend große Frage: Was brauchen wir eigentlich, um glücklich zu sein? Seine Antwort ist radikal bescheiden. Wir brauchen: Ein Zuhause. Etwas zu essen, eine Welt, die noch entdeckt werden kann und jemanden, zu dem man sagen kann: Komm, wir gehen zusammen.

 

Die Ausstellung lädt anhand von weit über einhundert Originalwerken und großen Bildinszenierungen dazu ein, einen der populärsten deutschen Künstler neu zu entdecken. In Malerei, Aquarell, Zeichnung, Grafik und Text entwirft er seine Welt der skurrilen Außenseiter. Hinter der scheinbar naiven Linie lauert immer auch die andere, widerständig, melancholisch und bisweilen abgründig dunkel.