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Hamburg

JOACHIM RINGELNATZ – »Es hat sich selbst aus mir gemalt«

Der Wortkünstler als Maler

 

Als »Kunstmaler« ist Joachim Ringelnatz (1883–1934) Anfang der 1930er-Jahre im Berliner Adressbuch verzeichnet; heute kennt und liebt man ihn eher als gewitzten Wortakrobaten und umtriebigen Kabarettisten. Während Ringelnatz’ Geschichten vom Seemann Kuttel Daddeldu oder die bissig-satirischen Turngedichte längst Kultstatus haben, sind seine Bildwelten im kollektiven Gedächtnis verblasst – Zeit also, die Erinnerung an den Maler Ringelnatz aufzufrischen!

 

Wiederzuentdecken sind empathisch-skurrile Bilder von Mensch und Tier: Kreaturen, die gleichermaßen eingeklemmt sind zwischen kleinen Tücken und bedrängenden Großwetterlagen, erdverhaftet, doch mit hochfliegenden Träumen. Ringelnatz verbindet Stilelemente der Neuen Sachlichkeit und des Magischen Realismus mit einer Prise Romantik zu einer eigenwilligen Mixtur. In seinen Gemälden gibt sich der laute Vortragskünstler als leiser Melancholiker.

 

Ringelnatz’ Bilder waren zu Lebzeiten geschätzt bei Galeristen, Kritikern, Publikum und Künstlerfreunden – Otto Dix und George Grosz zählten ebenso dazu wie Karl Hofer und Renée Sintenis. Nun präsentieren wir rund vierzig seiner Werke in Zusammenarbeit mit dem Joachim-Ringelnatz-Museum Cuxhaven und dem Buchheim Museum, Bernried. Die reichen Cuxhavener Bestände werden ergänzt durch wichtige Leihgaben aus privaten und öffentlichen Sammlungen. 

 

 

Katalog

 

Herausgegeben von Erika Fischer für Joachim-Ringelnatz-Stiftung und
Joachim-Ringelnatz-Museum, Cuxhaven, Stephan Dahme für das Buchheim Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See, und Karsten Müller für das Ernst Barlach Haus Hamburg
Mit Gedichten von Joachim Ringelnatz und Beiträgen von Stephan Dahme, Dagmar Lott, Ulrich Luckhardt und Florian Rogge
120 Seiten, 70 Abbildungen, gebunden, Museumsausgabe 20 Euro
ISBN 978-3-7774-4834-3