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Goslar

Kaiserring der Stadt Goslar 2026 | VERbunden – Gabriele Stötzer

Die Einzelausstellung VERbunden der Künstlerin Gabriele Stötzer anlässlich der Verleihung des Kaiserrings der Stadt Goslar gibt einen umfassenden Einblick in ihre künstlerische Praxis von den 1970er-Jahren bis heute. Die 1953 in Emleben geborene Künstlerin, Autorin und Filmemacherin zählt zu den prägenden Stimmen der unabhängigen Kunst- und Frauenbewegung in der DDR.

Nach ihrer politischen Inhaftierung 1977 entwickelte sie in Erfurt ein interdisziplinäres und kollaboratives Werk, das Fotografie, Performance, Film, Textil und Literatur miteinander verbindet. Die Ausstellung zeigt Stötzers vielschichtiges Schaffen über fünf Jahrzehnte hinweg und macht sichtbar, wie eng ihre künstlerische Arbeit mit Fragen von Selbstbestimmung, Körper, Gemeinschaft und politischem Widerstand verknüpft ist. Zwischen persönlicher Erfahrung und kollektiver Praxis entwirft sie Bildwelten, die bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren haben und sich zugleich in einen internationalen kunst- und fotohistorischen Diskurs einschreiben.

Für die Ausstellung entwickelt Gabriele Stötzer neue Werke und eine Performance. Zudem entsteht eine Edition für Goslar. Stötzers Werk wurde in den vergangenen Jahren mehrfach gewürdigt: 2026 erhielt Gabriele Stötzer das Johanna und Eduard Arnhold-Stipendium der Deutschen Akademie Rom – Villa Massimo, 2024 den Pauli-Preis der Kunsthalle Bremen und 2013 das Bundesverdienstkreuz für ihr politisches und künstlerisches Engagement in der DDR. Aktuell ist im Gropius Bau in Berlin ihre bislang größte Werkschau Dabei sein und nicht schweigen zu sehen; 2027 wird die Ausstellung im Museum Abteiberg in Mönchengladbach gezeigt. Im Zusammenhang mit den Ausstellungen im Mönchehaus Museum, im Museum Abteiberg sowie im Angermuseum Erfurt (2028) ist jüngst im Verlag Spector Books in Leipzig eine umfassende Monografie zu Gabriele Stötzers Werk erschienen. Sie ist im Mönchehaus Museum Goslar erhältlich.

 

Eröffnung: 10. Oktober 2026, ab 12:30 Uhr im Mönchehaus Museum Goslar im Anschluss an die Verleihung des Kaiserrings der Stadt Goslar 2026 um 11 Uhr in der Kaiserpfalz

Diese Ausstellung beginnt in
4
Tage
14
Std
37
Min
1
Sek
Termine
Start10.10.2026
Ende17.01.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag11:00–17:00
Mittwoch11:00–17:00
Donnerstag11:00–17:00
Freitag11:00–17:00
Samstag11:00–17:00
Sonntag11:00–17:00
Veranstaltungsort
Mönchehaus Museum Goslar
Mönchehaus Museum GoslarMönchestraße 1, 38640 Goslar

Auch wohlwollende Mitbürger machen skeptische Gesichter, als 1974 ein paar Gleichgesinnte um den Goslarer Industriellen Peter Schenning (1923–2010) einen Kunstverein gründeten, der in der mittelalterlichen Stadt den Weg für die moderne Kunst ebnen sollte. Doch mit der Stiftung des Goslarer Kunstpreises »Kaiserring« und seinem ersten Preisträger Henry Moore wurde der hohe Qualitätsanspruch deutlich. Heute gilt der »Kaiserring« als einer der begehrtesten Kunstpreise weltweit. Um den Kaiserringträgern ein adäquates Ausstellungsforum zu bieten, wurde 1978 das Mönchehaus Museum gegründet. Es wird bis heute von dem »Verein zur Förderung moderner Kunst (VFK)« in künstlerischer und administrativer Verantwortung geführt. Seit 1984 fördert der Verein mit dem jährlich vergebenen Kaiserring-Stipendium junge Künstler und Künstlerinnen. Die Stipendiaten-Ausstellung findet parallel zur Kaiserringausstellung statt. Ein hochwertiges Ausstellungsprogramm mit weiteren 3–4 Ausstellungen zeitgenössischer Kunst, Musikabenden und Jazzmatineen, Lesungen, Veranstaltungen, Workshops, Diskussionsforen und die Zusammenarbeit mit Schulen machen das Haus zu einem kulturellen Treffpunkt in der Stadt. Dass die zeitgenössische Kunst in Goslar einen festen Platz hat, wird buchstäblich auf Schritt und Tritt offenbar: Es dürfte nicht viele mittelalterliche Städte geben, in denen zahlreiche moderne Kunstwerke in das historische Stadtbild hervorragend eingebunden sind. Und nicht nur auf öffentlichen Plätzen, sondern auch in Hotels und Banken sind Werke aus der Sammlung des Mönchehaus Museums präsent. Die Sammlung des Mönchehaus Museums umfasst zahlreiche Werke von Kaiserringträgern. In der Eingangshalle des sanierten Museums präsentiert das Museum Werke von Franz Gertsch, Nam June Paik, Robert Longo, Richard Serra oder Victor Vasarely, um nur einige zu nennen. Eine ganz besondere Atmosphäre strahlen die ortsspezifischen Rauminstallationen von Rebecca Horn, Anselm Kiefer oder Günther Uecker aus. Im idyllischen Skulpturengarten des Museums finden Besucher:innen Werke von Joseph Beuys, Max Ernst, Jenny Holzer und Victor Vasarely sowie eine Rauminstallation von Ilya Kabakov.

Weiterführende Literatur