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Frankfurt am Main

Katharina Greve – Qualitätsideen seit 1972

»Einzigartig im Strich, ohne Vorbild im Witz und von makelloser Eleganz in der Ausführung.« - Leo Fischer

 

Katharina Greve zählt zu den profiliertesten Stimmen der zeitgenössischen Komischen Kunst. Ihr Werk ist geprägt von einer einzigartigen Symbiose, denn hier trifft der analytische Verstand einer Architektin auf den gnadenlosen Humor einer scharfen Beobachterin: Ob sie nun das höchste Comic-Hochhaus der Welt errichtet oder die Absurditäten unseres Alltags in pointierten Cartoons seziert.

 

Ihr Stil zeichnet sich durch eine präzise Linienführung und streng durchdachte Komposition aus. Wo andere auf den schnellen, lockeren Strich setzen, besticht Greve durch konstruktive Klarheit. In einer Welt, die oft chaotisch wirkt, setzt sie diesem Durcheinander eine Ordnung entgegen, nur um sie anschließend durch eine unerwartete Schlusspointe zu dekonstruieren. Sie entlarvt dabei gekonnt die gesellschaftlichen und politischen Absurditäten und zeigt uns unsere eigenen Schwächen auf. Greve hat den deutschen Cartoon nachhaltig geprägt und nebenbei 2013 den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. vorausgesagt – eine Prognose, die nationale wie internationale Medien aufgriffen.

 

Die Werkschau im Caricatura Museum bietet einen umfassenden Einblick in Greves künstlerische Entwicklung. Von Cartoon und Comic über Malerei, Foto- und Filmarbeiten bis zu Texten und Objektkunst veranschaulicht die Einzelausstellung ihre thematische und formale Bandbreite.

 

Besondere Highlights sind unter anderem das über fünf Meter hohe Hochhaus mit insgesamt 102 Etagen, ein Webcomic, für den Greve 2016 den Max & Moritz-Preis als bester deutschsprachiger Comicstrip erhielt, sowie Vorzeichnungen und Skizzen zu all ihren Publikationen: beginnend bei »Ein Mann geht an die Decke« (2009) bis hin zu »Meine Geschichten von Mutter und Tochter« (2025).

 

Zudem spielen in Greves Arbeiten Tapeten eine hervorgehobene Rolle. Sie sind weit mehr als bloßer Hintergrund, vielmehr erzählen sie von den Menschen, die diese Räume bewohnen. Ob altmodisch geblümt oder streng gemustert, die Tapeten avancieren zum heimlichen Star. Die eigens dafür konzipierte Leseecke, ausgestattet mit einer von der Künstlerin gestalteten Tapete, lädt dazu ein, in ihre Bildwelt einzutauchen und die Werke in ruhiger Atmosphäre zu entdecken.

 

 

Zur Künstlerin

 

Katharina Greve wurde 1972 in Hamburg geboren. 1999 erhielt sie ihr Architektur-Diplom an der TU Berlin. Seit 2002 arbeitet Greve als freiberufliche Künstlerin, 2004 folgten erste Cartoons. Ihre Arbeiten werden regelmäßig in Zeitschriften und Zeitungen veröffentlicht, u.a. in Titanic, taz, Das Magazin, neues deutschland und SZ. Greve wurde bereits zahlreich ausgezeichnet: Deutscher Cartoonpreis, Sondermann-Förderpreis, Kalenderpreis, Max & Moritz-Preis und weitere. Zuletzt erhielt sie 2025 den Geflügelten Bleistift in Bronze beim Deutschen Karikaturenpreis. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Diese Ausstellung endet in
88
Tage
2
Std
54
Min
19
Sek
Termine
Start27.06.2026
Ende17.01.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag11:00–19:00
Mittwoch11:00–19:00
Donnerstag11:00–19:00
Freitag11:00–19:00
Samstag11:00–19:00
Sonntag11:00–19:00
Veranstaltungsort
Caricatura Museum
Caricatura MuseumWeckmarkt 17, 60311 Frankfurt

Frankfurt am Main ist seit den Gründungen der Satiremagazine Pardon 1962 und Titanic 1972 die Hauptstadt der Satire. Das Caricatura Museum Frankfurt – Museum für Komische Kunst setzt diesen Anspruch fort. Den Grundstock der Sammlung bilden die Zeichnungen von F.W. Bernstein, Robert Gernhardt, Chlodwig Poth und Hans Traxler. Zusammen mit F.K. Waechter und den Autoren Bernd Eilert, Eckard Henscheid und Pit Knorr bilden sie die Neue Frankfurter Schule (NFS). Die deutsche Gegenwartskomik wurde bis heute entscheidend von dieser Gruppe geprägt. Ende der Neunzigerjahre hatte sich der Gedanke einer dauerhaften Würdigung ihrer satirischen Zeichnungen am Ort der Entstehung festgesetzt und es kam zu einem Treffen des damaligen Kulturdezernenten Hans-Bernhard Nordhoff mit Titanic-Zeichnern und -Autoren sowie Achim Frenz, der infolgedessen mit dem Aufbau eines Museums beauftragt wurde. Achim Frenz hatte sich bereits in Kassel unter dem Label »Caricatura« um die Komische Kunst gekümmert und leitet bis heute das Museum. Die Caricatura war von 2000 bis 2008 als eine Abteilung im Historischen Museum Frankfurt untergebracht. Am 1. Oktober 2008 wurde schließlich das Caricatura Museum Frankfurt am Weckmarkt eröffnet – im Leinwandhaus, das 1892 das erste eigene Gebäude des Historischen Museums gewesen war. Seit April 2019 ist das Caricatura Museum vom Historischen Museum organisatorisch getrennt und nun eine eigenständige Einrichtung unter der Obhut des Kulturamts Frankfurt. Das Wahrzeichen der Caricatura ist eine vor dem Gebäude stehende, von Hans Traxler gestaltete Elchskulptur aus Bronze mit Trenchcoat, Weste und Hut. Der Sandsteinsockel der Skulptur trägt eine Bronzeplakette mit den Namen der acht Vertreter der Neuen Frankfurter Schule sowie dem von F. W. Bernstein geprägten Wahlspruch »Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche«. 2020 wurde dem Caricatura Museum Frankfurt gemeinsam mit der Caricatura – Galerie für Komische Kunst Kassel der Hessische Kulturpreis für das Engagement rund um das Genre der Karikatur verliehen. Dieser ist mit 45.000,- € der höchstdotierte Kulturpreis in der Bundesrepublik Deutschland. Sammlung Den Grundstock der Sammlung bilden mehr als 10.000 Originalzeichnungen der Künstler F.W. Bernstein, Robert Gernhardt, Chlodwig Poth und Hans Traxler, Mitglieder der Neuen Frankfurter Schule. Außerdem befinden sich in der Sammlung rund 6.500 Bilder weiterer Karikaturisten, darunter Felix Mussil, Marie Marcks, Ernst Kahl und Ralf König. Ein neu geschaffener Ankaufsetat ermöglichte Anfang des Jahres 2021 erstmals die Erweiterung der Sammlung. Das Museum konnte bisher Werke von Greser&Lenz, Franziska Becker, Bernd Pfarr, Gerhard Seyfried und Rudi Hurzlmeier erwerben. Seit Ende des Jahres 2022 befindet sich auch der zeichnerische Nachlass des Cartoonisten André Poloczek alias POLO in der Sammlung. Der Ausschuss für Kultur, Wissenschaft und Sport der Stadt Frankfurt hat im Januar 2024 den Ankäufen des Lebenswerks von Zeichner Hans Traxler zugestimmt. Das erworbene Konvolut umfasst 1793 Originale und 240 Skizzen des Künstlers. Traxler erweitert die Sammlung noch zusätzlich durch eine Schenkung von rund 500 Drucken. Somit weist die Sammlung des Caricatura Museum Frankfurt mutmaßlich den höchsten Humorgehalt der Weltmuseumslandschaft auf.

Weiterführende Literatur