Als neue Fasern die Modewelt revolutionierten und knitterfreie Stoffe die Zukunft bedeuteten, trug man begeistert Kleidung aus Polyamid, Polyester und Polyacryl. Die neue Ausstellung im Deutschen Textilmuseum Krefeld thematisiert erstmals Boom- und Krisenjahre dieser »Düsenzeit«, als ein Großteil der Fasern für Kleider- und Dekorationsstoffe von der petrochemischen Industrie aus Spinndüsen erzeugt wurden.
Ausgefallene Stoffe aus Synthetik dominierten die Kleidermode über zwei Jahrzehnte bis zum Ende der 1960er-Jahre und standen für Innovation, Optimierung und Erfolg der Chemie- und Textilindustrie der Wirtschaftswunderzeit. Ungeahnte Vorteile wie große Dehnbarkeit, Knitterfreiheit, leichte Reinigung sowie erschwingliche Preise führten zu einer großen Akzeptanz von Textilien beispielsweise aus Perlon, Trevira oder Dralon.
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen farbenfrohe Kleider und Accessoires aus der Sammlung des Deutschen Textilmuseums Krefeld. Glanz- und Glitzerstoffe, stark gemusterte Roben, außerdem Wäsche- und Bademoden, »Wegwerfkleider« aus Vliesstoff sowie Entwürfe des berühmten Berliner Couturier Uli Richter, die die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen ihm und der Krefelder Verseidag aufzeigen, werden präsentiert.