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Köln

KOLLWITZ Ausgewählt. Die persönlichen »Best of« der Künstlerin

24 Zeichnungen, reproduziert als hochwertige Lichtdrucke, veröffentlicht in einer Mappe und in drei Auflagen erschienen, um der großen Nachfrage eines breiten Publikums gerecht zu werden: 1920 publizierte Käthe Kollwitz die sogenannte Richter-Mappe — eine Edition, die sich heute wie ein persönliches »Best of« ihres bisherigen Schaffens lesen lässt.

 

Diese von der Künstlerin selbst getroffene Auswahl stellt das Kollwitz Museum Köln nun in den Mittelpunkt seiner neuen Sammlungspräsentation.

 

»Die Auswahl der 24 Zeichnungen [...] ist eine sehr geschickte; Entwürfe zu den großen Radierungszyklen, zu einzelnen graphischen Blättern, selbständige Zeichnungen und ein kraftvolles Selbstbildnis der Künstlerin sind darin enthalten. So ist die Mappe in hohem Maße geeignet, der großen Gemeinde der Freunde von Käthe Kollwitz neue Mitglieder zuzuführen.«

Willy Burger, in: Die Kunst für alle, 36.1920–1921, S. 112

 

Käthe Kollwitz (1867–1945)
Ihr Name steht für Engagement und Politik, emotionale Schlagkraft und unverwechselbar eindringliche Kunst. Bereits zu ihren Lebzeiten nachgefragt von Sammlungen in aller Welt, befindet sich seit 1984 in Köln das erste Museum, das ausschließlich der großen deutschen Künstlerin gewidmet ist. Hervorgegangen aus ihrem Nachlass und von ihren Erben an das Haus übergeben, verfügt das Kollwitz Museum Köln heute über die weltweit umfangreichste Sammlung ihrer Werke.

 

Die neue Ausstellung von mehr als 100 Zeichnungen, Radierungen, Lithografien, Holzschnitte und Plastiken vermittelt einen Überblick über ihr nahezu sechs Jahrzehnte umfassendes Schaffen — von der Zeit des Kaiserreichs bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.

 

Die »Richter–Mappe«
Ergänzt und vertieft wird diese Präsentation durch jene 24 Lichtdrucke, die Kollwitz 1920 unter dem Titel »Käthe Kollwitz. Handzeichnungen in originalgetreuen Wiedergaben« bei ihrem Dresdner Verleger Emil Richter veröffentlichte. Die Mappe beinhaltet Arbeiten seit 1894 und spannt einen Bogen bis in die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Neben Vorstudien zu ihren druckgrafischen Zyklen wählte die Künstlerin Mutter-Kind-Darstellungen, Blätter über Verlust und Trauer sowie Arbeiten zu sozialen Missständen.

 

Durch die Einbettung der Reproduktionen in die Sammlungspräsentation und ihren direkten Bezug zu Originalwerken eröffnet sich eine neue Perspektive auf Kollwitz‘ künstlerisches Selbstverständnis. Welche Werke wählte sie aus? Was sagt die Herausgabe einer solchen Mappe über ihr Verständnis von Kunst und vom Kunstsammeln aus? Die Antworten darauf sind ebenso spannend wie überraschend. 

 

Der Lichtdruck im Fokus
Besonders bemerkenswert ist die Entscheidung für das aufwendige Verfahren des Lichtdrucks. Anders als einfachere Reproduktionstechniken ermöglichte es eine außergewöhnlich präzise Wiedergabe der Zeichnungen und ihrer feinen tonalen Abstufungen. Die Ausstellung widmet sich daher nicht nur der persönlichen Auswahl der Werke, sondern auch den technischen und ästhetischen Besonderheiten des Lichtdrucks.

 

»Damit bleiben sie [die Zeichnungen] doch zusammen, die sonst in ein paar Jahren in alle Winde zerstreut sind, und ich behalte auch etwas in der Hand zurück.«

Käthe Kollwitz an Hans, 1. Mai 1917, Briefe an den Sohn

Diese Ausstellung endet in
24
Tage
23
Std
1
Min
15
Sek
Termine
Start08.07.2026
Ende15.11.2026
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag11:00–18:00
Mittwoch11:00–18:00
Donnerstag11:00–18:00
Freitag11:00–18:00
Samstag11:00–18:00
Sonntag11:00–18:00
Veranstaltungsort
Kollwitz Museum Köln
Kollwitz Museum KölnNeumarkt Passage, Neumarkt 18–24, 50667 Köln

Am 22. April 1985, dem 40. Todestag der Künstlerin, wurde in Köln das Käthe Kollwitz Museum gegründet – das erste Museum, das einzig dieser bedeutenden deutschen Künstlerpersönlichkeit des 20. Jahrhunderts gewidmet ist. Mit seiner heute weltweit umfangreichsten Sammlung vermittelt das Käthe Kollwitz Museum Köln ein geschlossenes Bild der Zeichnerin, Graphikerin und Bildhauerin, die in ihrer Kunst wie keine Zweite die Themen Krieg, Armut und Tod, aber auch Liebe, Geborgenheit und das Ringen um Frieden in nachdrücklicher Weise zum Ausdruck brachte. An kaum einem anderen Ort kann man Käthe Kollwitz näher kommen. Der Bestand des Museums umfasst neben dem kompletten plastischen Werk über 300 Zeichnungen und mehr als 550 druckgraphische Blätter sowie alle Plakate. Unter den Zeichnungen, die einen Schwerpunkt bilden, besitzt das Kölner Museum einige der ausdrucksvollsten Blätter – viele aus dem Spätwerk der Künstlerin, als sie sich vornehmlich mit dem Thema ›Tod‹ befasste. Aus dem Frühwerk sind drei der weniger als 10 erhaltenen Pastelle und die Kohlezeichnungen, die sie für die satirische Zeitschrift Simplicissimus anfertigte, in der Sammlung vertreten. Skizzenhafte Vorzeichnungen, die das Entstehen wichtiger druckgraphischer Blätter beleuchten, gehören ebenfalls zum Bestand. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Entstehungsgeschichte des Zyklus »Bauernkrieg« (1901–1908) und der Folge »Krieg« (1921/1922).

Weiterführende Literatur