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München

Konzept und freie Hand – Ölskizzen von Peter Paul Rubens | All Eyes On

ALL EYES ON setzt inmitten der Galerie ein Werk oder eine Werkgruppe, eine bedeutende Künstlerpersönlichkeit oder künstlerische Position, Gastauftritte einzelner Leihgaben, wichtige Restaurierungen oder Neuerwerbungen in Szene. Die künstlerischen wie technischen Qualitäten der Gemälde, Inhalt und Bedeutung, ihre Entstehungs- und Wirkungsgeschichte sowie ihre Schöpfer werden im Kontext der Sammlung beleuchtet. Auf diese Weise eröffnen sich neue, aktuelle Perspektiven und vielfältige Einblicke in die Forschungsarbeit an den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen.

Anlässlich des 450. Geburtstags von Peter Paul Rubens am 28. Juni 2027 werden die beiden Ölskizzen zum Decius Mus-Zyklus – Teil der Präsentation in der Staatsgalerie Neuburg – restauriert.

Solche Studien erfüllten in der Rubens-Werkstatt eine wichtige Funktion: Sie bereiteten die häufig großformatigen Gemälde vor – ganze Kompositionen, auch einzelne Figuren wurden so erprobt. Es ist der suchende Charakter, der den mit leichter Hand ausgeführten Skizzen ihren Reiz verleiht. Sie bezeugen Rubens’ Handschrift, die Sicherheit, mit der Striche gesetzt und Farben aufgetragen wurden. Gerade bei inhaltlich komplexen Kompositionen waren Ölstudien wichtig, um die Aktionen der Figuren zu erproben und um eine stimmige Bilderzählung zu erzielen.

Nicht immer stammen sie von Rubens’ Hand, sondern wurden auch von seinen Schülern oder Mitarbeitern ausgeführt. Dies ist bei den Neuburger Skizzen der Fall, deren Zuschreibung immer noch Fragen zu Werkstattabläufen aufwirft. Die eigenhändigen Skizzen zum Medici-Zyklus hingegen bieten einen faszinierenden Einblick, was ein solcher Auftrag bedeutete: Es galt, das Leben der Auftraggeberin, der höchst umstrittenen Maria de’ Medici, zu illustrieren und zugleich zu überhöhen.

Diese Ausstellung beginnt in
249
Tage
23
Std
1
Min
17
Sek
Termine
Start29.06.2027
Ende16.01.2028
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–20:00
Mittwoch10:00–20:00
Donnerstag10:00–18:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
Veranstaltungsort
Alte Pinakothek
Alte PinakothekBarer Straße 27, 80333 München

Die Alte Pinakothek zählt zu den bedeutendsten Gemäldegalerien Europas. Sie präsentiert die herausragenden Werke einer der weltweit größten Sammlungen europäischer Malerei vom 14. bis zum 18. Jahrhundert. Unter den über 700 ausgestellten Gemälden befinden sich zahlreiche Hauptwerke von Dürer und Rubens sowie prominente Schlüsselwerke etwa von Rogier van der Weyden und Memling, Raffael und Tizian, Altdorfer und Cranach, Jan Brueghel d. Ä. und van Dyck, Rembrandt und Frans Hals, Poussin und Murillo. Der Reichtum und viele Höhepunkte der 1836 eröffneten Galerie verdanken sich den Kunstsammlungen der Fürsten des Hauses Wittelsbach. Der Gemäldeschatz der bayerischen Herzöge und Kurfürsten wurde im 16. Jahrhundert begründet und konnte in den folgenden Jahrhunderten wesentlich ausgebaut werden. Nach dem Erlöschen verschiedener Familienzweige der Wittelsbacher gelangten um 1800 die Galeriebestände der Residenzen in Düsseldorf, Mannheim und Zweibrücken nach München. So entstand eine umfassende Sammlung, die während des frühen 19. Jahrhunderts im Zuge der Säkularisation und durch die bedeutenden Erwerbungen Ludwigs I. von Bayern nochmals erheblich an Größe und Bedeutung gewann. Die Alte Pinakothek liegt im Zentrum des sogenannten Münchener Kunstareals und ist Teil der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen.

Weiterführende Literatur