Erstmals werden Modezeichnungen der St. Wendeler Künstlerin Mia Münster (1894–1970) in den kulturhistorischen Kontext der Mode gestellt. Münster studierte in den »Goldenen Zwanzigern« zeitgleich mit »Dodo« (Dörte Clara Wolff) an der Reimann-Schule für Kunst und Kunstgewerbe in Berlin und arbeitete wie ihre Studienkollegin und die Berliner Künstlerin Jeanne Mammen als Gebrauchsgrafikerin für Mode- und Gesellschaftsmagazine.
Die Idealvorstellungen der vom Korsett befreiten »Neuen Frau“ sowie damit verbundene Rollen- und Körperbilder prägten alle Gattungen der angewandten Kunst jener Zeit. So offenbaren sich in der Gegenüberstellung von Mia Münsters Zeichnungen und historischen Schaufensterfiguren aus der Sammlung von Wolfgang Knapp (Mannheim) erstaunliche Ähnlichkeiten und neue Perspektiven. Modeaccessoires, Modeschmuck und Reklameobjekte aus Deutschland und Frankreich, Modezeitschriften und -kataloge sowie stadtgeschichtliche und regionale Dokumente wie Werbeanzeigen und Firmendokumente ergänzen die Ausstellung.
Die Präsentation richtet sich sowohl an Kunstinteressierte als auch an Besucherinnen und Besucher mit Interesse an Design, Mode, Grafik und Zeitgeschichte der 1920er und 1930er Jahre.
Die Ausstellung wird von Wolfgang Knapp, Kulturhistoriker und Kurator aus Mannheim, in Zusammenarbeit mit dem Museum St. Wendel kuratiert. Die Planung und Gestaltung erfolgen durch das Designbüro Pikdrei.
Zur Ausstellung wird ein umfangreiches Begleitprogramm angeboten. Im Museumsshop sind Publikationen zu Mia Münster, ein neu erschienener Bildband zu historischen Schaufensterfiguren sowie Postkarten zur Mode und zur Welt der Schaufenster-Mannequins der 1920er und 1930er Jahre erhältlich.

