demnächst
Schleswig

Lena Kaapke Wie lässt sich die Welt begreifen?

Wie lässt sich globale Ungleichheit sichtbar und begreifbar machen? In ihrer keramischen Installation 242,814 LITERS aus dem Jahr 2012 übersetzt Lena Kaapke ökonomische Daten in eine unmittelbar erfahrbare Form. Ausgangspunkt ist das kaufkraftbereinigte Bruttoinlandsprodukt pro Kopf der Länder der Erde. Für jedes Land fertigte Kaapke eine Schale, deren Volumen dem jeweiligen Wert entspricht. Aus abstrakten Zahlen entstehen so Gefäße von sehr unterschiedlicher Größe – ein eindrucksvolles Panorama weltweiter wirtschaftlicher Ungleichheit.

 

Die auf der Töpferscheibe entstandenen Schalen verbinden statistische Präzision mit handwerklicher und sinnlicher Erfahrung. Was in Tabellen und Diagrammen abstrakt bleibt, wird durch Material, Form und Größenverhältnisse unmittelbar anschaulich: Wohlstand und wirtschaftliche Möglichkeiten sind weltweit höchst ungleich verteilt.

 

Mit 242,814 LITERS knüpft Kaapke an die besondere Geschichte des Globushauses von Schloss Gottorf an. Der Gottorfer Globus entstand im 17. Jahrhundert als Modell zur Erfassung und Darstellung der Welt und steht für den Versuch, geografisches und astronomisches Wissen anschaulich zusammenzuführen. Auch andere zeitgenössische Künstler haben sich hier bereits mit der Darstellung globaler Zusammenhänge auseinandergesetzt. Ingo Günther etwa visualisierte mit seinen Globen in der Ausstellung Worldprocessor politische, soziale, ökologische und wirtschaftliche Entwicklungen.

 

Kaapke wählt einen ganz eigenen Zugang: Sie bildet die Welt nicht auf einer Kugel ab, sondern übersetzt globale Verhältnisse in eine Vielzahl von Gefäßen. Im Globushaus begegnen sich damit unterschiedliche Formen der Welterfassung – vom Weltmodell des 17. Jahrhunderts bis zur künstlerischen Auseinandersetzung mit den ökonomischen Realitäten einer global vernetzten Gegenwart.

Diese Ausstellung beginnt in
174
Tage
7
Std
40
Min
3
Sek
Termine
Start25.03.2027
Ende31.10.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag11:00–17:00
Mittwoch11:00–17:00
Donnerstag11:00–17:00
Freitag11:00–17:00
Samstag11:00–17:00
Sonntag11:00–17:00
Veranstaltungsort
Gottorfer Globus & BarockgartenSchlossinsel 1, 24837 Schleswig

Die 1999 gegründete Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen ist der bedeutendste Museumsverbund des Landes Schleswig-Holstein. In die Stiftung ist das Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie (ZBSA) als außeruniversitäre Forschungseinrichtung integriert. Mit ihren Schwerpunkten Archäologie, Kunst und Kulturgeschichte sowie Volkskunde erzählen die Museen der Stiftung die Geschichte Schleswig-Holsteins und seiner Menschen von der Steinzeit bis in die Gegenwart. Die Vielfalt ihrer Häuser und Abteilungen ist ein lebendiges Abbild des Landes, dessen reiches Erbe hier gesammelt, erforscht, bewahrt, vermittelt, ausgestellt und verwaltet wird. Hierzu gehören: – das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte auf Schloss Gottorf – das Archäologische Landesmuseum in Schleswig auf Schloss Gottorf, – das Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie (ZBSA), – das Wikinger Museum Haithabu bei Schleswig, – das Eisenkunstguss-Museum Büdelsdorf, – das Freilichtmuseum Molfsee – Landesmuseum für Volkskunde, – das Jüdische Museum Rendsburg, – das Kloster Cismar