Frankreich war stets eine wichtige Bezugsgröße in der bayerischen Geschichte, Politik und Kultur. Davon zeugt auch die Gemäldesammlung der Alten Pinakothek – mit früh erworbenen Gemälden von Claude Lorrain und Nicolas Poussin oder mit Porträts, die französische Maler im Dienste der Wittelsbacher gefertigt haben. Ausgehend von einem aktuellen Erschließungs- und Forschungsprojekt wagt die Ausstellung einen neuen Blick auf diesen besonderen Sammlungsbestand.
Die Erwerbungs- bzw. Auftragsgeschichten ausgewählter Werke bilden den roten Faden. Zugleich eröffnen sich, ergänzt durch ausgesuchte internationale Leihgaben, Einblicke in Stationen der französischen Malereigeschichte – und in das Leben der sehr mobilen und europaweit tätigen Künstler. So entfaltet sich ein differenziertes Panorama; ganz unterschiedliche Ausdrucksweisen und Bildgattungen lassen sich entdecken. Deutlich wird dabei, dass sich die Betrachtungsweisen und die Vorstellungen von einer »französischen Kunst« im Laufe der Zeit wandelten – und dass auch ihre museale Präsentation eine Geschichte hat.