Die Deutsche Bank hat Lucia Tallová als »Artist of the Year« 2026 ausgezeichnet. Aus diesem Anlass präsentiert das PalaisPopulaire in Berlin die erste institutionelle Einzelausstellung der 1985 geborenen slowakischen Künstlerin in Deutschland.
Lucia Tallová arbeitet an den Schnittstellen von Malerei, Collage, Assemblage und Skulptur. Ihre szenografisch anmutenden, oft raumfüllenden Installationen gleichen surrealen Tableaus. Sie beschäftigen sich mit Erinnerung, Ideologie, Kunstgeschichte, Klima und dem Erbe der Moderne. Tallová nimmt dabei eine feministische Perspektive ein und spürt vergessenen Geschichten von Frauen nach. Dabei entwickelt sie neue Formen des Erzählens und Archivierens. Sie arbeitet ausschließlich analog mit Medien wie Papier und Fotografie.
Der Titel von Tallovás Ausstellung Moving Clouds assoziiert Wolken, die unablässig über den Himmel ziehen und den stetigen Kreislauf von Werden und Vergehen verkörpern. »Moving« meint in ihrem Werk auch eine emotionale, innere Bewegung: von der Welt berührt zu werden, von ihrer atemberaubenden Schönheit ebenso wie von ihrer grenzenlosen Zerstörung und Ausbeutung. In diesem Kontext thematisiert sie zugleich einen anderen Zyklus: den sich ewig wiederholenden Aufstieg und Verfall männlich dominierter Zivilisationen, Kulturen und Machtstrukturen. Tallovás Werke reflektieren auf unterschiedlichen Ebenen die sozialistische Vergangenheit und den Zusammenbruch des Ostblocks, den sie in seinen Nachwirkungen als Kind und Teenager erlebte.
Auszeichnung »Artist of the Year«
Im Fokus der Auszeichnung »Artist of the Year«, die 2010 ins Leben gerufen wurde, stehen vielversprechende Künstlerinnen und Künstler, die bereits ein künstlerisch und gesellschaftlich relevantes Werk geschaffen haben, das die beiden Schwerpunkte der Sammlung Deutsche Bank integriert: Arbeiten auf Papier und Fotografie. Seit 2023 nominiert eine im zweijährigen Turnus wechselnde Persönlichkeit aus der globalen Kunstwelt Künstler:innen für die Auszeichnung der Bank. Nach Stephanie Rosenthal übernimmt diese Rolle nun ArtReoriented.
Sam Bardaouil und Till Fellrath sind Gründer dieser multidisziplinären kuratorischen Plattform und Leiter des Hamburger Bahnhofs – Nationalgalerie der Gegenwart in Berlin. Sie sind international anerkannte Kuratoren und preisgekrönte Autoren, deren gemeinsame Praxis sowohl in der globalen zeitgenössischen Kunst verwurzelt ist. Nach der Lyon Biennale in 2022 kuratierten sie im Jahr 2025 gemeinsam die Taipeh Biennale.
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