In fotografischen und skulpturalen Arbeiten setzt sich Lucie Stahl mit den ökologischen und psychologischen Auswirkungen der Extraktion auseinander, die unsere heutigen Lebenswelten prägt. Sie untersucht Überproduktion und damit verbundene Formen der Verarbeitung und des Verbrauchs – Mechanismen des Aufsaugens, Abpumpens, Fließens und der Umwandlung flüssiger Ressourcen in Energie.
Statt eine explizite Kritik an einer Kultur der Konsumption und des Exzesses zu inszenieren, richtet ihre Kunst sich in deren Widersprüchen ein. Anziehung und Abstoßung, Fetischisierung und Verfall, Steuerung und Zufälligkeit, Düsternis und Humor bestehen in ihren Werken nebeneinander. Glänzende und spiegelnde Oberflächen werden oft durch Unebenheiten – Luftblasen, Staub, Bruchlinien – gestört, die die Unvorhersehbarkeit des Materiellen wieder zur Geltung bringen. Organisches und Industrielles, Körper und Infrastruktur werden enggeführt und verweisen darauf, dass Systeme der Extraktion sich über Wirtschaft und Ökologie hinaus bis in die Psyche hinein erstrecken. Auf diese Weise zeichnet Stahls Werk nach, wie die Widersprüche dieser Systeme in zeitgenössische Formen der Subjektivität eingedrungen sind.
Künstler:innen
Lucie Stahl wurde 1977 in Berlin, Deutschland, geboren und lebt in Wien, Österreich.
Kuratiert von Jeanette Pacher