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Chemnitz

Mahlzeit! Serving Gender

Mit der dreiteiligen Ausstellungsreihe Mahlzeit! widmet sich das Museum Gunzenhauser 2026 dem Thema Essen in der Kunst. Nach der Ausstellung Feinkunsthalle, in der die Repräsentation von Konsum- und Kulturgeschichte von Lebensmitteln in der Kunst im Fokus stand, thematisiert der zweite Teil Serving Gender die vielschichtigen Zusammenhänge von Geschlechterrollen und Essen aus feministischer Perspektive. Ausgehend vom Sammlungsbestand der Kunstsammlungen Chemnitz und ergänzt um Leihgaben zeitgenössischer Kunst werden Werke präsentiert, die epochenübergreifend die vielfältigen Verflechtungen und Ambivalenzen sichtbar machen, die an der Schnittstelle von Essen und der sozialen Rolle von Frauen existieren. Die Spannweite reicht dabei von Evas Apfel als Ursprungsmythos weiblicher Verantwortung über die Muttermilch als Sinnbild biologischer und sozial erwarteter Fürsorge bis hin zu den vielschichtigen Normen, Ritualen und Rollenbildern, die Frauen und weiblich gelesene Körper mit dem Akt des Nährens und Essens verbindet.

 

Im globalen Kontext tragen Frauen seit Jahrhunderten die Hauptlast der oftmals unsichtbaren, unbezahlten Care-Arbeit rund um Nahrung: Sie kochen, sie versorgen, sie ernähren Kinder, Familien und Gemeinschaften. Serving Gender stellt Frauen als zentrale Ernährerinnen der Gesellschaft in den Mittelpunkt und nähert sich geschlechtsspezifischen Ambivalenzen in Bezug auf Essen, die mit gesellschaftlichen Machtstrukturen, kulturellen Normen, Rollenzuschreibungen und der Kontrolle und Disziplinierung des weiblichen Körpers zusammenhängen.

 

Im Zentrum steht die Frage, wie Essen nicht nur biologische Bedürfnisse stillt, sondern gesellschaftliche Strukturen reproduziert: Wer bereitet Nahrung zu und wer wird in Bildern bei diesen Vorgängen dargestellt? Welche Erwartungen an weibliche Fürsorge prägen den Esstisch? Wer darf Appetit haben? Und wieso sind eigentlich die meisten Spitzenköch:innen männlich?

 

Die Ausstellung spannt einen weiten Bogen vom 19. Jahrhundert über bedeutende feministische Positionen der 1970er Jahre, wie Martha Roslers ikonische Videoarbeit Semiotics of the Kitchen bis hin zu zahlreichen zeitgenössischen Arbeiten von Künstler:innen wie Sophia Süßmilch, Ivonne Thein, Henriette Grahnert, Julia Kissina, Eliane Diur und Fern Liberty Kallenbach Campbell. In ihrer medialen Vielfalt reicht die Ausstellung von Textilkunst und Malerei über Druckgrafik und Fotografie bis zu Videoarbeiten.

Diese Ausstellung endet in
11
Tage
1
Std
0
Min
33
Sek
Termine
Start04.07.2026
Ende01.11.2026
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag11:00–18:00
Mittwoch11:00–18:00
Donnerstag 11:00–18:00
Freitag 11:00–18:00
Samstag 11:00–18:00
Sonntag 11:00–18:00
Veranstaltungsort
Kunstsammlungen Chemnitz
Kunstsammlungen ChemnitzFalkeplatz, 09112 Chemnitz (Museum Gunzenhauser)

Die Kunstsammlungen Chemnitz gehören zu den größten und wichtigsten kommunalen Kunstsammlungen in Deutschland. Hervorgegangen sind die Kunstsammlungen aus verschiedenen bürgerlichen Vereinen, wie dem 1860 gegründeten Kunstverein Kunsthütte zu Chemnitz. Im Jahr 1909 wurden sie unter dem Dach des König-Albert-Museums zusammengefasst und ab 1920 als städtisches Museum geführt. Heute umfassen die Kunstsammlungen Chemnitz einen Komplex verschiedener Museen und Institutionen: die Kunstsammlungen am Theaterplatz mit dem Carlfriedrich Claus-Archiv, das Museum Gunzenhauser, das Schloßbergmuseum mit der Burg Rabenstein und das Henry van de Velde Museum. Kunstsammlungen am Theaterplatz Die Kunstsammlungen am Theaterplatz zählen heute zu den großen bürgerlichen Sammlungen Deutschlands und beherbergen alle Gattungen der künstlerischen Produktion, von der Malerei und Plastik über die Grafik bis hin zum Kunsthandwerk mit einem wichtigen Schwerpunkt auf Expressionismus, Textil und Gegenwartskunst. Zu den signifikantesten Sammlungsbeständen zählen die Romantik und vor allem der Expressionismus der Brücke-Künstler, mit einem großen Konvolut von Werken von Karl Schmidt-Rottluff – er stammt aus Chemnitz und ist mit Ernst Ludwig Kirchner und Ernst Heckel hier aufgewachsen. Auch von diesen beiden Künstlern befinden sich herausragende Arbeiten in den Kunstsammlungen am Theaterplatz. Die Malerei umfasst aber auch zahlreiche Werke von Künstler:innen wie Caspar David Friedrich, Max Slevogt, Lovis Corinth, Helene Funke, Louise Seidler, Edvard Munch und Georg Baselitz. Museum Gunzenhauser Das Museum Gunzenhauser ist die jüngste Einrichtung der Kunstsammlungen Chemnitz. Es beherbergt die Sammlung des Münchner Galeristen Dr. Alfred Gunzenhauser mit mehr als 3.000 Werken von 270 Künstler:innen mit Fokus auf die Kunst der Jahrhundertwende um 1900, den Expressionismus, die Neue Sachlichkeit sowie die Abstraktion im 20. Jahrhundert. Eigentümerin ist die Stiftung Gunzenhauser. Präsentiert wird die Sammlung in einem ehemaligen Sparkassengebäude im Stile der Neuen Sachlichkeit, 1928–1930 von Fred Otto erbaut und für die neue Nutzung als Museum 2007 durch Staab Architekten umgebaut. Henry van de Velde Musuem in der Villa Esche Die Villa und der parkähnliche Garten sind ein Gesamtkunstwerk des Jugendstils, das zu den architektonischen Juwelen in Chemnitz zählt. Nach einer wechselvollen Geschichte von 1998 bis 2001 aufwändig restauriert, beherbergt die Villa Esche heute das Henry van de Velde Museum als Dependance der Kunstsammlungen Chemnitz. Der museale Bereich umfasst im Erdgeschoss das Speisezimmer und den Musiksalon mit dem Originalmobiliar der Familie Esche sowie im Obergeschoss die Dauerausstellung mit herausragenden Exponaten aus dem Bestand der Kunstsammlungen Chemnitz und aus Privatbesitz. Seit 2022 lädt die interaktive App Virtual van de Velde die Besucher:innen zu spielerischen Erkundungen ein. Schloßbergmuseum Seit der Neueröffnung 1994/1995 beherbergt das alte Kloster- und Schlossgebäude wieder die umfangreichen Sammlungen zur Chemnitzer Stadtgeschichte, deren schönste Stücke aus Malerei und Plastik, historischen Textilien, Schmuck, Mobiliar sowie Gebrauchsgegenständen des 12. bis 20. Jahrhunderts in der ständigen Ausstellung Bildersaal Chemnitzer Geschichte zu sehen sind. Das Museum zeigt jährlich Sonderausstellungen zu kultur- und kunsthistorischen Themen. Carlfriedrich Claus Archiv Bereits zu Lebzeiten hatte der Künstler verfügt, dass sein Nachlass in den Kunstsammlungen Chemnitz einen bleibenden Platz finden soll. Chemnitzer Unternehmer:innen schufen 1999 die Voraussetzung für die Gründung der Stiftung Carlfriedrich Claus-Archiv.