Mary Helena Clarks präzise Bild-Ton-Arrangements entwerfen das Kino weniger als narratives Medium denn als Feld für eine experimentelle Erkundung der Wahrnehmung. In Filmen, Videos und Installationen – ihr Spektrum reicht von 16-mm-Film über digitale Formate und gefundenes Filmmaterial bis hin zu 3D-Animation – setzt sie Collage als strukturelles Prinzip ein. Dadurch verfolgen ihre Filme eine traumartige – assoziative und episodische – Syntax.
Zentral für Clarks Werk ist eine Rekonfiguration des Verhältnisses zwischen Bild, Ton und menschlichem wie tierischem Körper. Ihre Klanglandschaften lassen sich keinem eindeutigen Anfang oder Ende zuordnen und versetzen den Betrachter in eine ausgedehnte Gegenwart. So geraten Körper und Objekte, Stimmen und Oberflächen in ein neues Verhältnis zueinander. Diese Destabilisierung vertrauter Kategorien erstreckt sich auch auf Clarks bildhauerisches Schaffen. Indem sie die Funktionen gefundener Objekte neu interpretiert, schafft sie hybride Formen, die Mimikry, Empfindungsfähigkeit und Affekt evozieren: Eine Sauerstoffflasche verstärkt eine Stimme, ein motorisiertes Schloss scheint zu gehen, während Motorrad-Tanks aus Stahl eine Wärme ausstrahlen, die der eines menschlichen Fiebers nahekommt. Scheinbar leblose Objekte erhalten so körperliche Eigenschaften, wodurch die Grenzen zwischen Belebtem und Unbelebtem, Technischem und Organischem verschwimmen.
Künstler:innen
Mary Helena Clark wurde 1983 in den USA geboren und lebt in New York, USA.
Kuratiert von Haris Giannouras