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Bremen

Mehr Frauen! Bremer Künstlerinnen auf Papier

Paula Modersohn-Becker genießt heute weltweiten Ruhm. Wer aber kennt ihre Mitstreiterinnen, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ebenfalls in der Bremer Kunstszene aktiv waren: Clara Rilke-Westhoff, Marie Bock, Anna Plate, Margarethe von Reinken, Agnes Sander-Plump, Dora Bromberger, Elisabeth Noltenius, Gustava Tölken oder Olga Bontjes van Beek?

 

Im Verhältnis zu dem männlich geprägten Gesamtbestand der Kunsthalle Bremen bewahrt das Kupferstichkabinett viele Blätter von Bremer Künstlerinnen: feingliedrige Bleistiftzeichnungen, fließende Aquarelle, energische Kohleskizzen.

 

Systematisch ausgebremst setzten sich die Künstlerinnen durch Netzwerkarbeit zur Wehr. Bis 1919 durften Frauen nicht an den staatlichen Kunstakademien studieren, sodass ihre Ausbildungschancen massiv eingeschränkt waren. Die Bremerinnen gründeten 1899 den Bremer Malerinnenverband oder traten ab 1928 der »Gemeinschaft deutscher und österreichischer Künstlerinnen und Kunstfreundinnen« (GEDOK) bei.

 

Die Ausstellung spürt den Verbindungslinien zwischen den Künstlerinnen und ihrer Verwurzelung in Bremen und dem Umland nach: In den Orten Worpswede, Fischerhude und Dötlingen lebten Künstlerinnen und Künstler Tür an Tür. Dort unterrichteten sie die nachfolgende Generation im Malen und Zeichnen – in bewusster Abgrenzung zu den Akademien. Es sind Künstlerdynastien entstanden wie die Familien Modersohn, Plump oder Breling. Zuletzt sind aus den Bekanntschaften in den Künstlerorten und bei der GEDOK tiefe Freundschaften erwachsen.

Diese Ausstellung endet in
88
Tage
0
Std
50
Min
14
Sek
Termine
Start22.07.2026
Ende17.01.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–21:00
Mittwoch10:00–17:00
Donnerstag10:00–17:00
Freitag10:00–17:00
Samstag10:00–17:00
Sonntag10:00–17:00
Veranstaltungsort
Kunsthalle Bremen
Kunsthalle BremenAm Wall 207, 28195 Bremen

1823 wurde der Kunstverein in Bremen gegründet. Dieser erbaute vor über 170 Jahren, unweit des Bremer Marktplatzes, mit der Kunsthalle Bremen das erste eigenständige Haus für eine bürgerliche Sammlung in Deutschland. Noch heute wird die Kunsthalle privat getragen durch den Kunstverein in Bremen und gehört zu den bedeutendsten und schönsten Museen in Europa. Die vielfältige Sammlung umspannt Kunstwerke aus acht Jahrhunderten. Als lebendiger Bestandteil der Kulturlandschaft sieht sich das Museum im Geiste von Freiheit und Weltoffenheit nicht nur als Ausstellungshaus, sondern auch als Ort der Begegnung und Auseinandersetzung mit aktuellen Themen und Entwicklungen. Durch die umfangreichen historischen Sammlungsbestände und ein aktives Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm werden Vergangenheit und Gegenwart, Bremen und die Welt in einem produktiven Dialog zusammengebracht. Ziel ist es, in allen Bevölkerungs- und Altersschichten sowie bei Menschen unterschiedlicher kultureller Prägung Begeisterung für die bildende Kunst zu wecken und individuelle Zugänge zu schaffen. Dafür befindet sich die Kunsthalle seit den 2000er-Jahren in einem aktiven Prozess der Öffnung und Diversifizierung. Nach einer substantiellen Erweiterung und Renovierung ist die Kunsthalle Bremen nicht nur technisch auf dem neuesten Stand, sie demonstriert auch durch die Architektur eine programmatische Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart. Der klassizistische Ursprungsbau von 1849 mit seiner Erweiterung von 1902 erhielt im Jahr 2011 zwei zeitgenössische Seitenflügel, die die Symmetrie der ursprünglichen Architektur betonen. Zurückhaltend modern bieten die Anbauten hervorragende Sammlungs- und Ausstellungsgalerien sowie ansprechende Räume für Veranstaltungen, Atelier- und Seminarräume, Werkstätten und Depots. Sie verkörpern die produktive Verbindung von Tradition und Innovation, die die Kunsthalle Bremen bis heute auszeichnet.

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Weiterführende Literatur