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München

Menschenbilder. Porträt- und Genrefotografien aus der Sammlung Dietmar Siegert – Meisterwerke der Neuen Pinakothek in der Alten Pinakothek

Während der Sanierung der Neuen Pinakothek sind Meisterwerke des 19. Jahrhunderts in der Alten Pinakothek zu Gast. Die Dauerausstellung »Von Turner bis van Gogh« wird im Jahr 2026 durch temporäre Sammlungspräsentationen ergänzt, die den Fokus auf besondere Themen und Werkgruppen richten.
 

Die Neue Pinakothek verfügt über eine umfangreiche Sammlung von Fotografien des 19. Jahrhunderts aus Italien. Meist sind Landschaften und architektonische Monumente von Venedig bis Neapel die Motive. Doch bereits sehr früh spielt auch der Mensch eine wichtige Rolle – als Individuum oder als Vertreter einer bestimmten sozialen Schicht.

 

Die Porträtfotografie trug ab der Mitte des 19. Jahrhunderts entscheidend zur Durchsetzung des neuen Mediums bei. Fotografische Bildnisse wurden meist im Carte-de-visite-Format angefertigt und waren so für breite Käuferschichten erschwinglich. In kleinen Alben wurden nicht nur Fotografien der eigenen Familie und des Freundeskreises gesammelt, sondern auch von berühmten Persönlichkeiten der Zeitgeschichte.

 

Porträts der letzten Bourbonen auf dem Thron des Königreichs beider Sizilien in Neapel stehen neben Angehörigen der papsttreuen Adelsfamilien in Rom. Andere Aufnahmen zeigen die Protagonisten des Risorgimento von Mazzini bis Garibaldi. So entsteht im intimen Format der Carte-de-visite ein Panorama der italienischen Gesellschaft und ihrer Gegensätze in den Jahren um 1860.

 

Genreaufnahmen geben Einblick in soziale Realitäten, auch wenn sie meist inszeniert und im Atelier des Fotografen aufgenommen wurden. Sie zeigen Angehörige verschiedener gesellschaftlicher Gruppen als Typen. Kolorierte Fotografien stellen Modelle in den Trachten verschiedener Regionen vor und konnten von Malern als Vorlagen für Genrebilder verwendet werden.

 

Die Sammlungspräsentation bietet mit rund fünfzig Fotografien einen Einblick in dieses Thema, das in enger Wechselwirkung mit der Malerei der Zeit steht. Die Fotografien stammen aus der Sammlung Dietmar Siegert, die der Pinakotheks-Verein in Verbindung mit der Ernst von Siemens Kunststiftung und der Sparkassen-Finanzgruppe 2014 für die Neue Pinakothek erworben hat.

Diese Ausstellung endet in
101
Tage
11
Std
27
Min
26
Sek
Termine
Start13.10.2026
Ende31.01.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–20:00
Mittwoch10:00–20:00
Donnerstag10:00–18:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
Veranstaltungsort
Alte Pinakothek
Alte PinakothekBarer Straße 27, 80333 München

Die Alte Pinakothek zählt zu den bedeutendsten Gemäldegalerien Europas. Sie präsentiert die herausragenden Werke einer der weltweit größten Sammlungen europäischer Malerei vom 14. bis zum 18. Jahrhundert. Unter den über 700 ausgestellten Gemälden befinden sich zahlreiche Hauptwerke von Dürer und Rubens sowie prominente Schlüsselwerke etwa von Rogier van der Weyden und Memling, Raffael und Tizian, Altdorfer und Cranach, Jan Brueghel d. Ä. und van Dyck, Rembrandt und Frans Hals, Poussin und Murillo. Der Reichtum und viele Höhepunkte der 1836 eröffneten Galerie verdanken sich den Kunstsammlungen der Fürsten des Hauses Wittelsbach. Der Gemäldeschatz der bayerischen Herzöge und Kurfürsten wurde im 16. Jahrhundert begründet und konnte in den folgenden Jahrhunderten wesentlich ausgebaut werden. Nach dem Erlöschen verschiedener Familienzweige der Wittelsbacher gelangten um 1800 die Galeriebestände der Residenzen in Düsseldorf, Mannheim und Zweibrücken nach München. So entstand eine umfassende Sammlung, die während des frühen 19. Jahrhunderts im Zuge der Säkularisation und durch die bedeutenden Erwerbungen Ludwigs I. von Bayern nochmals erheblich an Größe und Bedeutung gewann. Die Alte Pinakothek liegt im Zentrum des sogenannten Münchener Kunstareals und ist Teil der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen.