Digitale Überwachung, KI und visuelle Manipulation – Miao Ying macht die Schattenseiten unserer vernetzten Welt sichtbar. Im Belvedere 21 eröffnet ihre Einzelausstellung einen differenzierten Blick auf die Ästhetiken digitaler Kontrolle. Mit Installationen, Malerei und Video reflektiert die Künstlerin globale Medienkulturen, Zensurmechanismen und die Macht generativer Technologien.
Kuratiert von Sergey Harutoonian.
Assistenzkuratorin: Vasilena Stoyanova
Biographie
Miao Ying (* 1985 in Shanghai) lebt und arbeitet in New York und Shanghai. Sie gehört zur ersten Generation zeitgenössischer chinesischer Künstler*innen, die im Zeitalter des Internets, der zunehmenden Globalisierung, gesellschaftlicher Umbrüche wie der Ein-Kind-Politik und massiver wirtschaftlicher Transformationen in China aufgewachsen sind.
Nach künstlerischen Ausbildungen in China und in den USA entwickelt sie ein kritisches, oft ironisches Werk an der Schnittstelle von Technologie, Ideologie und digitalen Bildwelten. Ihre Installationen, Videos und Gemälde thematisieren die Mechanismen digitaler Überwachung, staatlicher Kontrolle und medialer Manipulation.
In ihren jüngsten Arbeiten setzt Ying KI-generierte digitale Bilder ein, die sie mithilfe generativer neuronaler Netzwerke unter festgelegten Parametern erzeugt und anschließend in analoge, malerische Formate überführt. So verschränkt sie digitale Technologien mit klassischer Bildproduktion und hinterfragt dabei unsere Wahrnehmung von Realität und Kontrolle.
Arbeiten von Miao Ying wurden u. a. im MoMA PS1 und im New Museum (New York), im M+Museum (Hongkong), im KW Institute für zeitgenössische Kunst (Berlin), auf der Gwangju Biennale (Südkorea) und im chinesischen Pavillon der Biennale von Venedig gezeigt.