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Winterthur

Moderne Reloaded. Monet bis Mondrian – Bailly bis Baer

Überschaubar in der Größe, herausragend in der Qualität: Die Sammlung im Kunst Museum Winterthur gilt als eine der schönsten der klassischen Moderne – in der Schweiz und darüber hinaus.

 

Am 2. Januar 1916 öffnete das Museum »der Kunst und Wissenschaften«, so die Inschrift über dem Eingang, seine Pforten. Es war Ausdruck des bürgerlichen Gemeinsinns der bedeutenden Winterthurer Sammler und Mäzene. Im Eröffnungsjahr feierte die französische Moderne ihren ersten großen Auftritt in der Schweiz. Seither hat sich die Kunst radikal weiterentwickelt, die Ausstellungsräume boten weiterhin einen idealen Rahmen – auch für zeitgenössische Kunst, die ab 1994 im Erweiterungsbau der Architekten Gigon/Guyer einen eigenen Ort erhielt. Die Infrastruktur, insbesondere Wandbespannungen und Lichtanlagen, ist inzwischen in die Jahre gekommen; ihre dringende Erneuerung führt zu einer halbjährigen Schließung.

 

Diese ermöglicht es, die Sammlung neu zu denken und in einer konzentrierten Neuhängung zu präsentieren. Die Größen der Moderne sind weiterhin mit Meisterwerken vertreten: Claude Monets Seerosen, Vincent van Goghs »Pöstler«, Piet Mondrians Rasterkompositionen und Paul Klees subtile Auflösung konstruktivistischer Strenge in seinem geheimnisvollen Gemälde Blühendes. In Winterthur gehören dazu auch Schlüsselwerke von Alice Bailly, Sophie Taeuber-Arp, Meret Oppenheim, Verena Loewensberg, Maria Lassnig…

 

Den Auftakt bilden weiterhin der Impressionismus und Postimpressionismus, die zur klassischen Moderne vom Kubismus zum Surrealismus und zur konstruktiven Kunst überfuhren. Die Nachkriegsmoderne setzt mit den Werkgruppen von Alberto Giacometti und Giorgio Morandi ein, ergänzt um ausgewählte Positionen der US-amerikanischen Nachkriegskunst. Die Winterthurer Sammlung ist nicht nur ein Abbild der Entwicklungen der Kunst, sie ist eine Hommage an die Sammler und Sammlerinnen, an Hedy und Arthur Hahnloser, Richard Bühler, Heinrich Wolfer sowie Clara und Emil Friedrich-Jezler, die sich für die Kunst ihrer jeweiligen Epochen engagierten.

 

Kuratiert von Konrad Bitterli, Andrea Lutz und David Schmidhauser

Diese Ausstellung endet in
70
Tage
20
Std
16
Min
30
Sek
Termine
Start19.09.2026
Ende31.12.2026
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–20:00
Mittwoch10:00–17:00
Donnerstag10:00–17:00
Freitag10:00–17:00
Samstag10:00–17:00
Sonntag10:00–17:00
Veranstaltungsort
Kunst Museum Winterthur
Kunst Museum WinterthurMuseumstraße 52, 8400 Winterthur (Beim Stadthaus)

Beim Stadthaus Unter den Winterthurer Kunstmuseen ist das frühere Kunstmuseum das älteste – 1848 wurde der Kunstverein Winterthur gegründet, 1916 das Museumsgebäude eingeweiht – und zugleich das einzige, das seine Sammlung von Gemälden, Skulpturen, Zeichnungen und Druckgraphik kontinuierlich weiter ausbaut. Bis 2017 trug die Sammlung den Namen Kunstmuseum Winterthur. Durch die betriebliche Zusammenführung mit dem Museum Oskar Reinhart und der daraus resultierenden Dachmarke Kunst Museum Winterthur wurde es zum Kunst Museum Winterthur / Beim Stadthaus . Seine Sammlung ist aus Winterthurer Privatsammlungen entstanden, die auf den Beginn des 20. Jahrhunderts zurückgehen. Ihnen sind die reichhaltigen Bestände an französischer Kunst zu verdanken. Zu nennen sind unter anderem die Donatoren Georg Reinhart, Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler, E. Richard Bühler. Ergänzt wurden ihre Schenkungen durch die Sammlung von Heinrich Wolfer-Sulzer. 1973 erhielt das Museum mit dem Legat Clara und Emil Friedrich-Jezler eine der bedeutendsten Schweizer Sammlungen von Kunst klassischer Moderne. Heute verfügt das Haus neben Basel, Zürich und Bern über die vierte große öffentliche Sammlung von Kunst der Moderne in der Schweiz. Damit ergänzt es die beiden Reinhart-Museen, Reinhart am Stadtgarten und die Sammlung Oskar Reinhart »Am Römerholz« in Winterthur mit ihren bedeutenden Beständen älterer Kunst. Reinhart am Stadtgarten Das Kunst Museum Winterthur / Reinhart am Stadtgarten, vormals Museum Oskar Reinhart, war historisch das Gebäude der Stiftung Oskar Reinhart. Eröffnet 1951, stellte es damals das erste private Museum der Schweiz dar. Der Sammler und Mäzen Oskar Reinhart (1885–1965), einer der Söhne Theodor Reinharts, Mitbegründer des Kunstvereins, baute zeitlebens eine umfangreiche Kunstsammlung auf. Mit der Wiederentdeckung der deutschen Kunst nach der Jahrhundertwende begann Oskar Reinhart damit, neben Schweizer auch deutsche und österreichische Kunst gezielt zu erwerben. Die umfassenden und einzigartigen Werkgruppen insbesondere der Frühromantik und des Realismus sind permanent ausgestellt. Ebenfalls zu erleben sind niederländische Meister des Goldenen Zeitalters aus der Stiftung Jakob Briner und eine Auswahl aus einem umfangreichen Konvolut an Porträtminiaturen aus den Sammlungen Briner und Kern, die in wechselnden Ausstellungen präsentiert werden. Oskar Reinharts Villa mit der Kollektion von Altmeistern sowie französischer Impressionisten befindet sich heute im Besitz der Eidgenossenschaft als Sammlung Oskar Reinhart »Am Römerholz« . Villa Flora Die Villa Flora, 1846 erbaut und 1908 von den Architekten Rittmeyer/Furrer im Jugendstil erneuert, war das Wohnhaus von Hedy Hahnloser-Bühler (1873–1952) und Arthur Hahnloser (1870–1936). Früh begann das Sammlerehepaar sich für die Kunst ihrer Zeit zu begeistern: Zwischen 1906 und 1936 trugen Arthur und Hedy Hahnloser Werke des Postimpressionismus, der Künstlergruppe Nabis und der Fauves sowie Werke von zeitgenössischen Schweizer Künstlern wie Ferdinand Hodler und Giovanni Giacometti zusammen. Mit Félix Vallotton, Pierre Bonnard und anderen Kunstschaffenden ihrer Zeit verbanden sie enge Freundschaften. Die Villa Flora wurde zum Treffpunkt der Künstler und der Kunstfreunde. Die ehemalige Sammlung Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler, vereint in der Hahnloser/Jaeggli-Stiftung, versammelt Meisterwerke von Edouard Manet, Paul Cézanne, Vincent van Gogh, Odilon Redon, Henri Matisse und Henri de Toulouse-Lautrec. Sammlung, Haus und Garten bilden ein einzigartiges Kulturgut von internationaler Bedeutung. Die Villa Flora ist zur Zeit geschlossen. Sie wird umgebaut und voraussichtlich 2024 wiedereröffnet.