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Winterthur

Mona Hatoum – Routes of Dissonance

Meine Werke sind voller Assoziationen und Bedeutungen – eine Reflexion über das soziale Umfeld, in dem wir leben. Im Gegensatz zu minimalistischen Objekten sind sie nicht selbstreferenziell.
Mona Hatoum

 

Der eigene Körper als Projektionsfläche für gesellschaftliche und politische Themen bildet die Basis für das künstlerische Schaffen von Mona Hatoum. 1952 in einer palästinensischen Familie in Beirut geboren und 1975 nach London ausgewandert, machte sie die Erfahrung des Fremdseins gleichsam am eigenen Leib, die sie in den 1980er Jahren in verstörende Performances übersetzte. Seit den 1990er Jahren realisiert sie Skulpturen und Installationen, in denen der abwesende Körper wie das private Heim als Metaphern für Bedrohung und Verletzlichkeit stehen. Strenge Formen kontrastieren mit fragilen Materialien, Objekte des Alltags täuschen Behaglichkeit vor, enthüllen aber latent Gefahr. »Ich liebe es, Möbel in meinem Werk zu verwenden. Sie handeln vom täglichen Leben. […] Wenn diese Objekte instabil oder bedrohlich erscheinen, erinnern sie an unsere eigene Zerbrechlichkeit.« (Hatoum)

 

Die von der Künstlerin provozierte Ambivalenz verweist auf den Verlust von Vertrautem und Fassbarem. In ihrem Schaffen erweitert Mona Hatoum die formalen Möglichkeiten der Minimal Art um die Dimension des Politischen und Existentiellen. Mit der Überwindung der Selbstreferentialität der Kunst wurde die Künstlerin zu einer Ikone der Kunst der letzten Jahrzehnte, was sich in Ausstellungen in führenden Museen weltweit niederschlug, so 2015 im Centre Pompidou in Paris und 2016 in der Tate, London. 2004 wurde ihr der Roswitha Haftmann-Preis, 2010 der Käthe-Kollwitz-Preis, 2011 der Joan Miró Preis und 2019 der Preis Praemium Imperiale in Japan verliehen.

 

Das Kunst Museum Winterthur präsentierte mehrmals Werke von Mona Hatoum in thematischen Ausstellungen zur Skulptur und zur Videokunst. Ihre Einzelausstellung wird einen vertieften Einblick in das ebenso eindrückliche wie beklemmende Werk einer der führenden Gegenwartskünsterinnen bieten.

 

Kuratiert von Konrad Bitterli

Diese Ausstellung endet in
103
Tage
10
Std
28
Min
31
Sek
Termine
Start03.10.2026
Ende31.01.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–20:00
Mittwoch10:00–17:00
Donnerstag10:00–17:00
Freitag10:00–17:00
Samstag10:00–17:00
Sonntag10:00–17:00
Veranstaltungsort
Kunst Museum Winterthur
Kunst Museum WinterthurMuseumstraße 52, 8400 Winterthur (Beim Stadthaus)

Beim Stadthaus Unter den Winterthurer Kunstmuseen ist das frühere Kunstmuseum das älteste – 1848 wurde der Kunstverein Winterthur gegründet, 1916 das Museumsgebäude eingeweiht – und zugleich das einzige, das seine Sammlung von Gemälden, Skulpturen, Zeichnungen und Druckgraphik kontinuierlich weiter ausbaut. Bis 2017 trug die Sammlung den Namen Kunstmuseum Winterthur. Durch die betriebliche Zusammenführung mit dem Museum Oskar Reinhart und der daraus resultierenden Dachmarke Kunst Museum Winterthur wurde es zum Kunst Museum Winterthur / Beim Stadthaus . Seine Sammlung ist aus Winterthurer Privatsammlungen entstanden, die auf den Beginn des 20. Jahrhunderts zurückgehen. Ihnen sind die reichhaltigen Bestände an französischer Kunst zu verdanken. Zu nennen sind unter anderem die Donatoren Georg Reinhart, Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler, E. Richard Bühler. Ergänzt wurden ihre Schenkungen durch die Sammlung von Heinrich Wolfer-Sulzer. 1973 erhielt das Museum mit dem Legat Clara und Emil Friedrich-Jezler eine der bedeutendsten Schweizer Sammlungen von Kunst klassischer Moderne. Heute verfügt das Haus neben Basel, Zürich und Bern über die vierte große öffentliche Sammlung von Kunst der Moderne in der Schweiz. Damit ergänzt es die beiden Reinhart-Museen, Reinhart am Stadtgarten und die Sammlung Oskar Reinhart »Am Römerholz« in Winterthur mit ihren bedeutenden Beständen älterer Kunst. Reinhart am Stadtgarten Das Kunst Museum Winterthur / Reinhart am Stadtgarten, vormals Museum Oskar Reinhart, war historisch das Gebäude der Stiftung Oskar Reinhart. Eröffnet 1951, stellte es damals das erste private Museum der Schweiz dar. Der Sammler und Mäzen Oskar Reinhart (1885–1965), einer der Söhne Theodor Reinharts, Mitbegründer des Kunstvereins, baute zeitlebens eine umfangreiche Kunstsammlung auf. Mit der Wiederentdeckung der deutschen Kunst nach der Jahrhundertwende begann Oskar Reinhart damit, neben Schweizer auch deutsche und österreichische Kunst gezielt zu erwerben. Die umfassenden und einzigartigen Werkgruppen insbesondere der Frühromantik und des Realismus sind permanent ausgestellt. Ebenfalls zu erleben sind niederländische Meister des Goldenen Zeitalters aus der Stiftung Jakob Briner und eine Auswahl aus einem umfangreichen Konvolut an Porträtminiaturen aus den Sammlungen Briner und Kern, die in wechselnden Ausstellungen präsentiert werden. Oskar Reinharts Villa mit der Kollektion von Altmeistern sowie französischer Impressionisten befindet sich heute im Besitz der Eidgenossenschaft als Sammlung Oskar Reinhart »Am Römerholz« . Villa Flora Die Villa Flora, 1846 erbaut und 1908 von den Architekten Rittmeyer/Furrer im Jugendstil erneuert, war das Wohnhaus von Hedy Hahnloser-Bühler (1873–1952) und Arthur Hahnloser (1870–1936). Früh begann das Sammlerehepaar sich für die Kunst ihrer Zeit zu begeistern: Zwischen 1906 und 1936 trugen Arthur und Hedy Hahnloser Werke des Postimpressionismus, der Künstlergruppe Nabis und der Fauves sowie Werke von zeitgenössischen Schweizer Künstlern wie Ferdinand Hodler und Giovanni Giacometti zusammen. Mit Félix Vallotton, Pierre Bonnard und anderen Kunstschaffenden ihrer Zeit verbanden sie enge Freundschaften. Die Villa Flora wurde zum Treffpunkt der Künstler und der Kunstfreunde. Die ehemalige Sammlung Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler, vereint in der Hahnloser/Jaeggli-Stiftung, versammelt Meisterwerke von Edouard Manet, Paul Cézanne, Vincent van Gogh, Odilon Redon, Henri Matisse und Henri de Toulouse-Lautrec. Sammlung, Haus und Garten bilden ein einzigartiges Kulturgut von internationaler Bedeutung. Die Villa Flora ist zur Zeit geschlossen. Sie wird umgebaut und voraussichtlich 2024 wiedereröffnet.

Weiterführende Literatur