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München

Münchner Fotogeschichten: Die Warenhausfotografie Hermann Tietz

Außenraumpräsentation in der Schützenstraße seit Mai 2025

 

In den ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts war die Schützenstraße, die den Bahnhofsvorplatz mit dem Karlsplatz (Stachus) verbindet, Flaniermeile für Reisende, Schaulustige und Kaufwütige. Sie war das Entrée zur heutigen Fußgängerzone; es galt zu sehen und gesehen zu werden. Kein Wunder also, dass sich auf engem Raum ein regelrechtes Fotografenviertel entwickelte, in dem diese Fremden wie Einheimischen ihre Dienste anboten. 

 

Ein besonderes Studio unter den vielen um Kundschaft und Publikum buhlenden Ateliers war die »Photographische Abteilung Hermann Tietz«, die von 1905 bis vermutlich 1922 im Warenhaus Hermann Tietz (später Hertie, dann Karstadt, zuletzt Galeria Karstadt Kaufhof) ihre Dienste anbot. Im Kaufhaus war das fotografische Bild eine Ware von vielen, die für jede Altersgruppe passend konfektioniert wurde. Die Warenhausfotografie fügte sich sowohl in die anderen Angebote des Hauses ein wie Lebensmittel, Kleidung oder Kleinmöbel, als auch in die anderen Tietz-Filialen in Berlin, Hamburg oder Stuttgart, in denen ebenfalls Fotostudios unter dem Firmennamen operierten. Die Geschichte der Münchner Photographischen Abteilung Hermann Tietz wird in einer Außenraumpräsentation an einem über 160 Meter langen Bauzaun erzählt, der den Ort des Geschehens, das ehemalige Warenhaus in der Schützenstraße, einrüstet. Damit wird ein besonderes Kapitel der hiesigen Mediengeschichte vorgestellt, von der einige Münchner:innen ein Teil gewesen sind – vielleicht entdecken Passant:innen in den Bildern Verwandte oder Bekannte aus der Generation ihrer Eltern- und Großeltern wieder.

 

Die Präsentation ist Teil des Projekts Münchner Fotogeschichten, das in unregelmäßiger Folge die fotografischen Geschichten Münchens in den Blick nimmt. Münchner Fotogeschichten ist ein Projekt der Sammlung Fotografie des Münchner Stadtmuseums. 

Termine
Start09.05.2026
EndeLäuft auf unbestimmte Zeit
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag11:00–19:00
Mittwoch11:00–19:00
Donnerstag11:00–19:00
Freitag11:00–19:00
Samstag11:00–19:00
Sonntag11:00–19:00
Veranstaltungsort
Schützenstraße80335 München

Bürgerliches Selbstbewusstsein und Mäzenatentum führten 1888 zur Gründung des Münchner Stadtmuseums. Seitdem ist aus dem anfänglichen Heimatmuseum ein vielgestaltiges und weltoffenes Museums- und Ausstellungszentrum geworden, in dem das Münchnerische und Bayerische ebenso zu Hause ist wie die Kulturgeschichte der modernen Welt. Wie groß dieses Haus eigentlich ist, sieht man so richtig erst aus der Luft: Das riesige Areal besteht aus zwei geräumigen Innenhöfen, die von vier höchst unterschiedlichen Bauteilen eingerahmt werden. Das älteste Gebäude, das historische Zeughaus aus dem Jahr 1500, ist zwar zum St.-Jakobs-Platz hin orientiert, berührt aber auch den Rindermarkt mit dem vom Architekten Gustav Gsaenger Ende der 1950er Jahre errichteten Sammlungstrakt und den Sebastiansplatz mit dem Nachbau des mittelalterlichen Marstallgebäudes aus dem Jahre 1977. Nicht allein wegen seiner Ausdehnung, auch dank seiner gewaltigen Sammlungen ist das Stadtmuseum das größte kommunale Museum in Deutschland. Der Wert seiner Bestände lässt sich in Zahlen nicht einmal ungefähr ausdrücken.