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Karlsruhe

Nanne Meyer – Gezieltes Umherirren

Die Ausstellung widmet sich dem umfangreichen zeichnerischen Werk der in Hamburg geborenen und in Berlin lebenden Zeichnerin Nanne Meyer (*1953). Unter dem spielerisch-poetischen Titel Gezieltes Umherirren eröffnen ihre Arbeiten im historischen Gebäude der Karlsruher Orangerie unerwartete Wege zum Schauen, Sich-Verlieren und Neu-Finden.

 

Mehr als 500 Arbeiten sind zu sehen, darunter zahlreiche neue Werkgruppen, die eigens für Karlsruhe entstanden sind. Wer die Ausstellung besucht, begegnet keiner geradlinigen Erzählung. Stattdessen öffnen sich immer neue Verbindungen: Linien werden zu Wegen, Flecken erinnern an Landschaften, Orangen an Planeten oder Sonnen. Vieles scheint im Entstehen begriffen, manches löst sich wieder auf. Gerade darin liegt die besondere Qualität der Kunst Meyers, die seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Positionen der zeitgenössischen Zeichnung zählt. Schrift und Sprache sind essentielle Bestandteile ihres Schaffens.

 

Seit den späten 1970er Jahren arbeitet die Künstlerin fast ausschließlich auf Papier. Zeichnen ist für sie eine Form des Denkens und beginnt immer bei der eigenen Wahrnehmung, wobei Assoziationen eine große Rolle spielen. Sie verwendet häufig vorgefundenes Material, wie Landkarten, stockfleckige Papiere und Fehldrucke aus der Produktion eigener Publikationen.

 

Was gewöhnlich übersehen oder aussortiert wird, wird bei ihr zum Ausgangspunkt neuer Arbeiten. Dabei verbindet sich zeichnerische Präzision mit einem offenen, oft überraschenden Blick auf die Welt und deren existenzielle Fragen nach dem eigenen Standort und nach Orientierung im Prozess von Werden und Vergehen. Gezieltes Umherirren entspricht dem Arbeitsprozess Nanne Meyers: Sie ist eine Zeichnerin, die mit Stift und Pinsel Denkmöglichkeiten öffnet und sich dabei unbekannten Prozessen und einem unvorhersehbaren Ausgang stellt. Ihre Zeichnungen entwickeln sich tastend, manchmal suchend. Die Ausstellung lädt die Besucherinnen und Besucher dazu ein, sich ohne feste Richtung durch die Räume zu bewegen und neue Wege des Schauens zu entdecken.

 

Für Karlsruhe hat sich die Künstlerin intensiv mit der historischen Orangerie beschäftigt. Das Gebäude verbindet auf besondere Weise Architektur, Licht und Natur. Viele der neuen Arbeiten kreisen um das Motiv der Orange – als Frucht, Farbe und Bildform. Mal erscheinen Orangen wie kleine Sonnen oder Planeten, mal erinnern verschimmelte Früchte an fremde Landschaften oder kosmische Oberflächen. Naturbeobachtung, Humor und poetische Bilder greifen dabei ineinander.

Diese Ausstellung endet in
36
Tage
12
Std
12
Min
55
Sek
Termine
Start23.05.2026
Ende16.08.2026
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstaggeschlossen
Mittwoch10:00–18:00
Donnerstag10:00–18:00
Freitag10:00–18:00
Samstag11:00–18:00
Sonntag11:00–18:00
Veranstaltungsort
OrangerieHans-Thoma- Straße 6, 76133 Karlsruhe

3500 Werke aus den wichtigen Epochen der europäischen Kunstgeschichte sowie knapp 100.000 Zeichnungen und Druckgrafiken umfasst die Sammlung der Kunsthalle Karlsruhe. Zurück geht diese auf den Kunstsinn und die Tätigkeit der badischen Markgräfinnen und Markgrafen als Sammler:innen. Schwerpunkt der Sammlung bilden die Kunst des Mittelalters und der Renaissance, die Niederländische Kunst des 16. und 17. Jahrhunderts sowie die Französische Kunst des 17. und 18. Jahrhunderts. Mit Biedermeier, Romantik, Realismus und Impressionismus ist auch die Malerei des 19. Jahrhunderts mit bedeutenden Werken vertreten. Ebenso präsentiert werden mit der Klassischen Moderne u.a. Konstruktivismus, Expressionismus und Neue Sachlichkeit. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts wird die Sammlung mit großen Bemühungen in die Gegenwart überführt, so dass auch Arbeiten des Informel, der Konzeptkunst, der Neuen Figuration sowie medienübergreifende Arbeiten vertreten sind. Als eines der ersten Museumsgebäude Europas konzipierte Heinrich Hübsch die Kunsthalle Karlsruhe zu Beginn des 19. Jahrhundert als Gesamtkunstwerk aus Architektur, Malerei und Skulptur. Noch heute ist sie weitgehend in ihrer originalen Gestaltung erhalten. Um hier auch den Anforderungen der Gegenwart gerecht zu werden, ist eine bauliche Weiterentwicklung in Planung. Aufgrund einer sanierungsbedinten Schließung ist die Sammlung der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe derzeit im ZKM Karlsruhe zu sehen.

Ausstellungskatalog