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Köln

Ostasien in Bewegung – Neuzugänge am MOK

Im südlichen Gangbereich des MOK ist eine neue Ausstellungsfläche entstanden. Als offener, mit den China-, Korea- und Japan-Galerien verbundener Präsentationsraum bildet er für die Besuchenden den Abschluss des Museumsrundgangs.

 

Der mit Kunstwerken aus dem Museumsbestand bespielte Raum ist transregional, alle Länder Ostasiens einschließend gestaltet und wird in regelmäßigem Turnus gewechselt. Im Fokus stehen Neuzugänge des Museums. Das Präsentationskonzept verfolgt mehrere Anliegen. Neben dem Aspekt der Transregionalität erhält die Gegenwartskunst Ostasiens in einem dedizierten Ausstellungsraum dauerhaft sichtbare Präsenz am MOK. Weiters tragen die Exponate als rezente Erwerbungen Aktualität von individueller Bedeutung. Ihre Bandbreite vermittelt die diversen Sammlungsinteressen des Museums; ihre gemeinsame Präsentation die unterschiedlichen Formen des strategischen Erwerbs durch Ankäufe, Schenkungen und Dauerleihgaben. So initiiert die Ausstellungsfläche nicht zuletzt eine Plattform, um den Privatpersonen, gemeinnützigen Vereinen, Stiftungen und weiteren Institutionen sowie der Stadt Köln für ihre Unterstützung und das ins MOK gesetzte Vertrauen bei der Erweiterung seiner Sammlung zu danken. Alle Neuerwerbungen gilt es der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und angemessen zu würdigen.

 

Mit maximalem Gestaltungsspielraum ermöglicht Ostasien in Bewegung einen aktiven Dialog zwischen Objekten verschiedener Epochen, Regionen und Gattungen. Thematisch oder materiell verwandte Gegenstände treten hierbei direkt in Begegnung und Austausch; ebenso unterschiedliche, zugleich miteinander verbundene Generationen von Künstlerinnen und Künstlern. In Einzelfällen werden Beispiele aus den alten Museumsbeständen zur Gegenüberstellung und Interaktion hinzugezogen: aktuell etwa eine chinesische Teeschale aus der Südlichen Song-Dynastie (1126–1279), eine Landschaftsdarstellung des taiwanischen Tuschekünstlers Liu Kuo-sung (*1932) und eine abstrakte Malerei koreanischen Minimalisten Lee Ufan (*1936). Neubetrachtungen und Neubewertungen dieser Objekte setzen sich in Gang und demonstrieren die dynamische Natur der Kunstgeschichtsschreibung.

 

Die Neuzugänge schärfen das Sammlungsprofil das MOK als Museum der Gegenwart und setzen nachhaltige Zeichen beim systematischen Ausbau bestimmter Bereiche: darunter moderne und zeitgenössische Kunst, Kunst aus Korea, Kunst von Frauen sowie Kulturen und Traditionen übergreifende Positionen divers geprägter Künstlerinnen und Künstler mit Ostasienbezug.

 

Die Präsentation wird kuratiert von Dr. Shao-Lan Hertel.

Termine
Start11.09.2025
EndeLäuft auf unbestimmte Zeit
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag11:00–17:00
Mittwoch11:00–17:00
Donnerstag11:00–17:00, jeder 1. Donnerstag im Monat (außer Feiertags): 11:00–22:00
Freitag11:00–17:00
Samstag11:00–17:00
Sonntag11:00–17:00
Veranstaltungsort
Museum für Ostasiatische Kunst Köln
Museum für Ostasiatische Kunst KölnUniversitätsstraße 100, 50674 Köln

Das 1913 eröffnete Museum für ostasiatische Kunst war ein Bekenntnis zu einem aufgeklärten Dialog mit der Welt. Das Haus sollte einen neuen, unverstellten Blick auf die Kunst Ostasiens ermöglichen und einer im Aufbruch begriffenen westlichen Gesellschaft moderne Anregungen und Denkanstöße liefern. Vor dem Hintergrund der chauvinistischen Kolonialpolitik, die das deutsche Kaiserreich unter Wilhelm II in China verfolgte, dokumentierte die Museumsgründung 1909 eine markante Abkehr von deutschem Überlegenheitswahn. Durch die verheerenden Folgen des Ersten und des Zweiten Weltkriegs wurde das Vermächtnis der Museumsgründer jedoch jäh zunichte gemacht. Erst mit der Eröffnung des Museumsneubaus am Aachener Weiher im Jahr 1977 gelang nach der Kriegszerstörung wieder ein Neuanfang. Seither ist das Museum für Ostasiatische Kunst der ursprünglichen Idee seiner Gründer verpflichtet. Rassismus und kolonialistisches Denken artikulieren sich in jeder Epoche anders und neu. Sprach Kaiser Wilhelm II von China als der »gelben Gefahr«, wurde in der Zeit des Nationalsozialismus die massenhafte Vernichtung der Juden betrieben. Auch heute, im Zuge der Flüchtlingskrise, werden rassistische Stimmen laut. Dies zeigt deutlich, dass die ursprüngliche Mission des Museums für Ostasiatische Kunst ewig aktuell bleibt: Mit seinen Ausstellungen lädt das Haus zur Wertschätzung von Kunst und Kultur des Fernen Ostens im Sinne der Weltkunst ein; jede Form von Rassismus hat darin keinen Platz. Nach wie vor stellt die von Adolf Fischer (1856–1914) und seiner Frau Frieda (1874–1945) zusammengetragene Sammlung den Kernbestand des Hauses dar. Ihre Kollektion buddhistischer Malerei und Skulptur, japanischer Stellschirmmalerei, Farbholzschnitte, koreanischer Keramik und Lackkunst gilt als eine der bedeutendsten innerhalb Europas. Weitere wichtige Schwerpunkte bilden die seit den 1970er Jahren hinzugekommenen chinesischen Sakralbronzen der Sammlung Hans-Jürgen von Lochow, die Frühkeramik der Sammlung Hans Wilhelm Siegel, die chinesische und japanische Kalligraphie der Sammlung Heinz Götze, außerdem die Dauerleihgaben der Peter und Irene Ludwig Stiftung.

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