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Bonn

Patient Beethoven

Mit seiner fortschreitenden Schwerhörigkeit traf Beethoven als Komponisten und Musiker ein kaum vorstellbarer Schicksalsschlag. Nur wenige wissen, dass er auch zahlreiche andere Beschwerden hatte und diese mit fast ebenso großer Akribie behandelte wie er an seinen Werken arbeitete. Zeit seines Lebens litt er unter Bauchproblemen mit schlimmen Krämpfen und Verdauungsstörungen. Die Ausstellung widmet sich den individuellen Beschwerden Beethovens und stellt seine Ärzte vor, die zu seiner Zeit Koryphäen auf dem Gebiet der Medizin waren. Die Therapien reichten von Donaubädern und Trinkkuren über Mandelöl-Ohrentropfen und Meerrettich-Baumwolle bis hin zu den damals ganz neuartigen Methoden der Elektrotherapie und zeigen so auch Beethovens Interesse an technischen Innovationen.

 

Einem internationalen Forscherteam ist es gelungen, anhand von fünf Haarsträhnen Beethovens Genom zu entschlüsseln. Die Ausstellung in Beethovens 200. Todesjahr erläutert auch die Verfahren und die 2023 vorgestellten Ergebnisse dieser Studie.

Diese Ausstellung beginnt in
207
Tage
16
Std
29
Min
34
Sek
Termine
Start26.05.2027
Ende04.10.2027
Öffnungszeiten
Montag10:00–18:00
Dienstagfür vorangemeldete Gruppen
Mittwoch10:00–18:00
Donnerstag10:00–18:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
Veranstaltungsort
Beethoven-Haus Bonn
Beethoven-Haus BonnBonngasse 20, 53111 Bonn

Das Museum im Geburtshaus Ludwig van Beethovens zählt zu den meistbesuchten Musikermuseen der Welt und zu den 100 beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Deutschland. Seit dem 17. Dezember 2019 präsentiert sich das Museum mit einer neuen und räumlich erweiterten Dauerausstellung. Es lädt zu einer erlebnisorientierten und emotionalen Begegnung mit dem Künstler und Menschen Beethoven ein. Neu sind eine Schatzkammer mit Originalmanuskripten, ein Musikzimmer für regelmäßige Konzerte auf historischen Tasteninstrumenten sowie ein eigener Bereich für Wechselausstellungen. Gebäude Beethovens Geburts- und Wohnhaus Das Haus in der Bonngasse 20, in dem im Dezember 1770 der Komponist Ludwig van Beethoven geboren wurde, ist eines der wenigen erhaltenen Bonner Bürgerhäuser aus dem 18. Jahrhundert. Seine barocke Steinfassade wurde über einem Kellergewölbe aus dem 12. oder 13. Jahrhundert errichtet. Im Erdgeschoss befanden sich eine Küche und ein unterkellerter Wirtschaftsraum. Im ersten Stock gab es zwei kleinere und eine etwas größere Wohnstube, im Dachgeschoss befanden sich die Schlafkammern. Beethovens Eltern, der kurfürstliche Hofsänger Johann van Beethoven und seine Frau Maria Magdalena, geb. Keverich, bezogen den Gartenflügel im November 1767. In der Nachbarschaft wohnten ebenfalls Musiker der kurfürstlichen Hofkapelle: im Vorderhaus Johann Peter Salomon, auf der gegenüberliegenden Straßenseite Kapellmeister Ludwig van Beethoven (Großvater) und Hornist Nikolaus Simrock. 1774 verließ die Familie Beethoven ihre erste Wohnung und bezog ein Quartier am Platz Auf dem Dreieck. Ab 1776 wohnte sie mit Unterbrechungen zehn Jahre in der Rheingasse, im Haus »Zum Walfisch«, dem sog. Fischerschen Haus, ab 1787 in der Wenzelgasse. Keines der späteren Beethoven-Häuser ist erhalten geblieben. Sammlung Die in den Ausstellungen gezeigten Handschriften, Bilder, Musikinstrumente und Erinnerungsstücke bilden den Kernbestand der Museumssammlung. Schon in den ersten Jahren nach der Gründung des Vereins Beethoven-Haus 1889 konnten so berühmte Stücke wie Beethovens letzter Hammerflügel (ein Instrument des Wiener Klavierbauers Conrad Graf) oder die Originalhandschriften der »Mondscheinsonate« und der »Pastoralsinfonie« erworben werden. Heute besitzt das Beethoven-Haus die größte und vielseitigste Beethoven-Sammlung der Welt. Sie umfasst Musikhandschriften, Briefe, Musikinstrumente, Möbel und Gegenstände aus Beethovens Alltag sowie eine kunsthistorische Sammlung mit Bildern, Büsten, Münzen, Medaillen und Briefmarken. Die Museumssammlung wird durch die Bibliotheksbestände ergänzt. Das Depot der Sammlung, ein nach konservatorischen Anforderungen konzipierter Tresor, befindet sich unter der Bühne des Kammermusiksaals. Viele Künstler fühlen sich durch die architektonische Symbolik in ihrer Beethoven-Interpretation besonders inspiriert.

Weiterführende Literatur