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Murnau

PAUL KLEE – Der Poet des Blauen Reiter

Am 1. Juli 2023, zum 30-jährigen Bestehen des Museums, übergab die KK-Stiftung Murnau dem Schloßmuseum Murnau seine Blaue Reiter-Sammlung als Dauerleihgabe. Die Werke, die aus dem engen Kontext der legendären Murnauer Malaufenthalte von Gabriele Münter, Wassily Kandinsky, Marianne von Werefkin und Alexej von Jawlensky zwischen 1908 und 1910 stammen und wie die Arbeiten von Franz Marc, August Macke, Heinrich Campendonk und Alfred Kubin unmittelbar in Beziehung zu den Ereignissen um die Redaktionssitzungen und die Herausgabe des Almanachs Der Blaue Reiter 1911 stehen, zählen zu den Hauptwerken des deutschen Expressionismus.

Diese Arbeiten werden nun in Dialog gesetzt zu dem Schaffen Paul Klees, der innerhalb der Künstler und Künstlerinnen des Blauen Reiter eine Sonderstellung einnimmt. Das Ehepaar, das seine Blaue Reiter-Sammlung in die KK-Stiftung überführt hat, stellt für diese Sonderschau zusätzlich ausgewählte Arbeiten aus seiner Paul Klee-Sammlung zur Verfügung.

In der Gegenüberstellung mit Gemälden von August Macke, Robert Delaunay, Franz Marc, Wassily Kandinsky und Gabriele Münter wird Klees enge Verbundenheit mit dem Künstlerkollektiv um den Blauen Reiter deutlich und seine Position zwischen Inspiration und künstlerischer Eigenheit nachvollziehbar. So unmittelbar und nachhaltig der schöpferische und geistige Einfluss seines Umfelds ihn seinen unverwechselbaren Stil finden ließ, so singulär steht er künstlerisch mit der Vergabe seiner Bildtitel.

Kunstwissenschaftler, Sammler und Händler verweisen Klees fantasievolle Bildtitel immer gerne in Poesie-Nähe: Rhythmie der Fenster und Tannen, Guter Fischplatz, Das Fest der Astern, Ein Genius serviert ein kleines Frühstück und auch die Schicksal-Stunde des Kaisers sind Bildtitel, deren Motive sich erst in der weiteren Auseinandersetzung mit dem Werk klären.

Die Auswahl der Werke beleuchtet nahezu jede Entwicklungsphase im Schaffen von Paul Klee. Ihren Anfang nimmt die Ausstellung mit Klees Aquarell »Hamammet«, das 1914 während der gemeinsamen Tunesienreise mit August Macke und Louis Moilliet entstand, führt über die sogenannten zerschnittenen Werke wie Garten, 1918, und Schicksal-Stunde des Kaisers, 1922, hin zu den späteren Arbeiten wie Städtebild Graben, 1931, und Figur im Garten, 1937.

Zur Sonderausstellung ist ein Katalog erschienen.

Diese Ausstellung endet in
766
Tage
3
Std
19
Min
23
Sek
Termine
Start26.03.2026
Ende26.11.2028
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–17:00
Mittwoch10:00–17:00
Donnerstag10:00–17:00
Freitag10:00–17:00
Samstag10:00–17:00
Sonntag10:00–17:00
Veranstaltungsort
Schlossmuseum Murnau
Schlossmuseum MurnauSchloßhof 2–5, 82418 Murnau

Der Ort und seine besondere Lage innerhalb des Alpenvorlandes bilden den Ausgangspunkt der ständigen Sammlung des Schlossmuseums Murnau. Im Zentrum stehen die Werke Gabriele Münters sowie Arbeiten der Künstler der »Neuen Künstlervereinigung München« und des »Blauen Reiter«, welchen seit 1908 in dieser reizvollen Landschaft der entscheidende Durchbruch zu einer neuen expressiven Malerei gelang. Das Herzstück des Museums bildet die umfangreiche Sammlung von Werken Gabriele Münters mit über 80 Gemälden, Zeichnungen und Grafiken aus der Zeit von 1902 bis kurz vor Ihrem Tod 1962. Alle Werkphasen Gabriele Münters sind im Schlossmuseum Murnau vertreten. Neben Gemälden und Grafiken Gabriele Münters zeigt die Sammlung »Neue Künstlervereinigung München« und »Der Blaue Reiter« zahlreiche Werke von Wassily Kandinsky, Franz Marc, Alexej Jawlensky, Marianne von Werefkin, Alexander Kanoldt, Heinrich Campendonk, Erma Bossi und Adolf Erbslöh, aber auch des Einzelgängers Max Beckmann und anderen Künstlern. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Malerei im 19. Jahrhundert. Bereits vor 1900 entdeckten Münchner Maler die poetischen Reize der Natur für ihre Malerei. Nicht nur zahlreiche Münchner Maler, wie z. B. Eduard Schleich d. Ä., Adolf Lier und Carl Spitzweg, fanden ihre Motive in der reizvollen Alpenvorlandschaft, sondern auch »Nordlichter« wie Wilhelm Busch und Christian E. B. Morgenstern. Ihre vor Ort skizzierten Natureindrücke leiteten eine neue Landschaftsauffassung ein, die eine atmosphärische Dichte von großer Naturnähe erreichten. Die vielseitige Hinterglaskunstsammlung des Museums zeigt neben regionalen Exponaten aus dem Staffelseegebiet und aus Augsburg auch internationale Hinterglasmalregionen bis hin nach Asien, u.a. aus den Sammlungen von Udo und Hedi Dammert und Wilhelm Gartner. Dabei wird neben weiteren Sequenzen, die sich ikonographischen und stilistischen Schwerpunkten widmen, auch der modernen und zeitgenössischen Hinterglaskunst mit Werken von Paul Klee, Oskar Schlemmer, August Macke, Gabriele Münter und Carl Rabus bis hin zu Cuno Fischer, Fride WirtlWalser, Gaby Terhuven, Gerhard Richter und Rupprecht Geiger größerer Raum eingeräumt. Sehenswert ist ebenfalls die einzige ständige Dokumentation zu Leben und Werk des Schriftstellers Ödön von Horváth, der in den Jahren 1923 bis 1933 in Murnau lebte, seine Stücke »Zur schönen Aussicht«, »Glaube Liebe Hoffnung« u.a. schrieb und hier den Roman »Jugend ohne Gott« begann.

Weiterführende Literatur