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Bremen

Paula Modersohn-Becker und die Alten Worpsweder – Landschaften

Birkenalleen, Moorkanäle und weite Felder ‒ diese typischen Elemente der Worpsweder Landschaftsmalerei begegnen uns auch in der Kunst von Paula Modersohn-Becker. Reduziert auf wenige grundlegende Linien, erfasst sie die Landschaft und bringt die einzelnen Bildelemente zum formalen Ausgleich. So dringt die Malerin ganz nach der Vorstellung von Paul Cézanne zur inneren Ordnung der Dinge vor. Der großen und rauen Natur der norddeutschen Landschaft kommt sie somit näher als andere Worpsweder Maler, was für die Betrachtenden oft erst beim zweiten Hinschauen deutlich wird. Ihre Bildformate gehen häufig über die Ausgewogenheit des Goldenen Schnittes hinaus und erzeugen so in Höhe wie Breite dynamische Bildwirkungen. Auf diese Weise kommt die Unendlichkeit der Landschaft oder das Aufstreben der Bäume zum Ausdruck. Gerade die Begegnung mit dem Landschaftsmaler Otto Modersohn und die Auseinandersetzung mit dessen Werk führte bei ihr von 1899 bis 1902 zu einer intensiven Beschäftigung mit dem Thema.

In einem eigenen Raum innerhalb der Geburtstagsausstellung BECOMING PAULA sind seit dem 19. September ihre Landschaften ausgewählten Werken von Fritz Mackensen, Heinrich Vogeler, Fritz Overbeck, Hans am Ende und Otto Modersohn gegenübergestellt. Mit ihrem neuen Zugang zu diesem Sujet haben die Alten Worpsweder Maler im ausgehenden 19. Jahrhundert überregional Erfolge gefeiert und den Namen des kleinen niedersächsischen Dorfes auf die Landkarte der Kunstgeschichte gehievt. Vor dem Hintergrund vergleichbarer Motive werden nun Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen ihnen und der jungen Malerin erfahrbar.

Bereits 2018 fand im Paula Modersohn-Becker Museum eine Gegenüberstellung der Werke des Ehepaares Modersohn statt: Paula Becker & Otto Modersohn. Kunst & Leben. Der bald vergriffene Katalog liegt nun in einem Neudruck vor und ermöglicht einen vertiefenden Einblick in die Arbeitsweise der beiden Künstler (20,- Euro im Museumsshop).