abgeschlossen
Berlin

Plattensammlung. Spritzdekor-Keramik aus dem Bröhan Museum

Leuchtende Farben, geometrische Muster und avantgardistische Formen: Die Sammlung des Bröhan Museums umfasst mehr als 350 Tortenplatten. Fast alle stammen aus der Zeit der Weimarer Republik und verbinden Einflüsse von Art Déco, Bauhaus, Kubismus und Konstruktivismus. Sie erzählen von Design ebenso wie vom Alltag und davon, wie moderne Kunst die häusliche Kaffeetafel eroberte.

 

Die Ausstellung beleuchtet den Siegeszug der Tortenplatte in Deutschland von den 1920er Jahren bis zu ihrem Höhepunkt um 1930. In dieser Zeit entwickelte sich das gemeinsame Kaffeetrinken zu Hause zu einem wichtigen sozialen Ritual der wachsenden Mittelschicht. Die sorgfältige gedeckte Tafel diente zur Selbstdarstellung und das Geschirr zeigte Ausdruck von Geschmack und Modernität.

 

Zugleich ermöglichten maschinelle Produktionsverfahren günstige Serienware. Die Keramikindustrie expandierte und entwickelte eine Vielzahl neuer Formen und Dekore. Insbesondere das farbenfrohe Spritzdekor, das mithilfe von Schablonen aufgetragen wurde, eröffnete vielfältige gestalterische Möglichkeiten. So wurde die Tortenplatte vom Luxusobjekt zum erschwinglichen Alltagsgegenstand und zu einem Symbol moderner Konsumkultur.

 

Die gezeigten Werke stammen überwiegend aus der Sammlung von Fritz Zuschlag und Bodo Wieneke-Zuschlag, die 2022 als Schenkung in den Bestand des Bröhan Museums aufgenommen wurde.

Termine
Start03.06.2026
Ende18.10.2026
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag11:00–18:00
Mittwoch11:00–18:00
Donnerstag11:00–18:00
Freitag11:00–18:00
Samstag11:00–18:00
Sonntag11:00–18:00
Veranstaltungsort
Bröhan-Museum
Bröhan-MuseumSchloßstraße 1a, 14059 Berlin

Das Bröhan-Museum ist ein international ausgerichtetes Spezial-und Epochenmuseum für Jugendstil, Art Deco und Funktionalismus. Namensgeber des Museums ist der bedeutende Berliner Kunstsammler und Unternehmer Karl H. Bröhan, der seine Privatsammlung anlässlich seines 60. Geburtstages der Stadt Berlin schenkte. Bröhan, der 1965 mit seiner Familie nach Berlin gezogen war, hatte sich zum Sammler und Kenner der bis dahin weitgehend vergessenen Kunstobjekte des Jugendstils ausgebildet. Später erweiterte er seine Sammlung um Kunst der 1920er Jahre. Neben Bildern, insbesondere von Malern der Berliner Secession, sammelte Bröhan vor allem Porzellan bedeutender Manufakturen sowie Glas- und Metallarbeiten des Jugendstils, Art Deco und Funktionalismus. Bereits im Jahre 1973 machte Bröhan in einer Dahlemer Villa seine kontinuierlich wachsende Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich. Am 14. Oktober 1983 bezog die Sammlung den heutigen Standort mit Räumlichkeiten im spätklassizistischen, zum Charlottenburger Schloss-Ensemble gehörenden ehemaligen Kasernengebäude. Seit 1994 ist das Bröhan-Museum ein Landesmuseum. Bis zu seinem Tod im Jahr 2000 leitete Karl H. Bröhan das Museum und vergrößerte durch vielfältige Neuerwerbungen dessen Bestand. Durch die wissenschaftliche Dokumentation, Bearbeitung und Publikation seiner Sammlung in umfangreichen Bestandskatalogen hat Karl H. Bröhan wesentlich dazu beigetragen, die Kunst der Epoche von 1889 bis 1939 wieder zu entdecken. Für seine Verdienste als Mäzen erhielt er hohe Auszeichnungen, so verlieh ihm beispielsweise das Land Berlin den Titel Professor ehrenhalber. Sammlung Die Sammlung des Bröhan-Museums umfasst Angewandte und Bildende Kunst vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs. Sie gliedert sich in drei Bereiche: International bedeutend ist die Jugendstil-Sammlung, die einen repräsentativen Überblick über die Kunst dieser Epoche vermittelt. Im Sammlungsbereich Art Deco / Funktionalismus finden sich herausragende Beispiele für die moderne Gestaltung der 1920er und 1930er Jahre, vom exquisiten Einzelstück bis zur seriellen Produktion. Eine umfangreiche Sammlung von Gemälden und Grafiken der Berliner Secession rundet den Bestand ab.