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Berlin

Politics of Being Heard

Ausstellung

Als dritte Ausstellung im Jahresprogramm HANDLE [with] CARE widmet die Ausstellung Politics of Being Heard sich Fragen nach Inklusion, Barrierefreiheit und institutioneller Verantwortung.

 

Die künstlerischen Positionen von Katrin Bittl, Seo Hye Lee, Anika Krbetschek und Zorka Lednárová setzen sich in unterschiedlichen Medien mit Barrieren, Teilhabe und Formen von Care auseinander. Katrin Bittl arbeitet in Videoperformances mit Selbstinszenierung und Assistenzsituationen, um Körpernormen, Zugänglichkeit und gesellschaftliche Hierarchien zu hinterfragen. Seo Hye Lee verbindet in textilen Arbeiten und Videoarbeiten persönliche Erfahrungen mit Hörverlust mit Fragen nach Zugänglichkeit, Sprache und geteiltem Verstehen.

 

Anika Krbetschek entwickelt in ihrer multisensorischen Rauminstallation sowie in der Außenarbeit eine vielschichtige Auseinandersetzung mit Fürsorge, psychiatrischer Gewalt und der Geschichte des Bärenzwingers, die Sound, Video, Geruch und Materialität verbindet. Zorka Lednárová übersetzt in einer Skulptur und dokumentarischen Fotografien persönliche Erfahrungen mit alltäglichen Barrieren in räumliche und körperliche Einschränkungen für das Publikum, um Perspektivwechsel und unmittelbare Konfrontation zu erzeugen.

 

Begleitet wird die Ausstellung von einem Rahmenprogramm, das inklusive Vermittlungsformate und künstlerische Beiträge verbindet. Geplant sind unter anderem eine Hör- und Tastführung, Textfassungen in einfacher Sprache sowie ein performatives Programm. Weitere Programmpunkte werden im Laufe der Ausstellung bekannt gegeben.

 

 

Katrin Bittl
 

 

Katrin Bittl (*1994 in München) ist bildende Künstlerin, freie Autorin und Peer Beraterin für Künstler*innen, in München. Bis 2023 studierte sie Freie Kunst an der Akademie der Bildenden Künste München. Eine zentrale Auseinandersetzung ihrer künstlerischen Arbeit stellt die Dekonstruktion von Körper- und Handlungsnormen da. Insbesondere die Körperwahrnehmung von Frauen mit Behinderungen untersucht sie mittels Selbstportraits und Videoperformances.

 

Den Fokus legt sie dabei auf eine möglichst direkte Sichtbarmachung, aber dennoch unaufdringliche Konfrontation mit diversen Körpern. Mit der Verortung ihres eigenen Körpers in der Pflanzenwelt wirft sie Fragen über »Care Arbeit«, den Fürsorgebegriff und gesellschaftliche Leistungsideale auf.

 

Ihre Arbeiten wurden in nationalen und internationalen Solo- und Gruppenausstellungen gezeigt, u. a. in der Galerie Bezirk Oberbayern, München (2023); DG Kunstraum, München (2024); HAU Hebbel am Ufer, Berlin (2022); Vivo, Vancouver (2023) und Platform, München (2022). Ihre künstlerische Praxis wurde u. a. durch das Stipendium für Bildende Kunst der Landeshauptstadt München (2024), den Preis des Akademievereins (2023) sowie eine #takeHeart-Residenz im Rahmen von NEUSTART KULTUR (Hebbel am Ufer, Berlin, 2022) gefördert.

 

 

Seo Hye Lee
 

 

Seo Hye Lee ist eine gehörlose südkoreanische Künstlerin mit Wohnsitz in Großbritannien. 2017 schloss sie ihren Master in Visual Communication am Royal College of Art in London ab. Ausgehend von ihrer Erfahrung mit Hörverlust und als Trägerin von Cochlea-Implantaten arbeitet sie mit Zeichnungen, bewegten Bildern und multisensorischen Installationen, um das komplexe Verhältnis von Klang und Stille zu erforschen. Ihre Praxis ist von einem Engagement für Zugänglichkeit und Zusammenarbeit geprägt und schöpft aus kollektiven wie persönlichen Begegnungen mit Klang.

 

Ihre Arbeiten wurden in nationalen und internationalen Ausstellungen gezeigt, u. a. im V&A Museum, London (2025–26); Kunsthalle Bremen (2025); Tate Exchange, London (2019); MIMA – Middlesbrough Institute of Modern Art (2024–25); Science Gallery London (2023–24); Royal College of Art, London (2017); Blackwood Gallery, Mississauga (2025); Chapter Arts Centre, Cardiff (2023); Tangled Art + Disability, Toronto (2024); CCA Glasgow (2022) und Nottingham Contemporary (2022).

 

Außerdem nahm sie an Festivals teil, darunter die Selected 12 UK Tour (2022) – u. a. CCA Glasgow, Fabrica Gallery, Nottingham Contemporary, John Hansard Gallery – sowie Presents 2023 in Kanada und Deutschland. Ihre Forschung und Projekte wurden u. a. durch die Vital Capacities Residency (2021) und das DYCP-Programm des Arts Council England (2020) gefördert.

 

 

Anika Krbetschek
 

 

Anika Krbetschek (*1997 in Berlin) ist eine frühlingsgeborene Künstlerin, Kuratorin und Autorin aus Berlin. In postdisziplinären Recherchen rückt sie das, was an den Rändern von Psyche, Trauma und Erinnerung geschieht, ins Verhältnis zu Systemen, kollektiven Gedächtnissen und Neurophysiologie. Dort, wo sich Politik und Geschichte in Körpern und Stimmen niederschlägt und psychologisches Wissen eine Geschichte hat, entwickelt sie eine Praxis, die zuhört, erfährt und verdichtet.

 

Ihre Projekte, die Teilhabe und Erfahrungsexpertisen zentrieren, schaffen künstlerische Formate, in denen widerständige Gedächtnisse und innere Wirklichkeiten Teil eines inklusorischen Diskurses werden können. Ihre Arbeiten wurden in nationalen und internationalen Solo- und Gruppenausstellungen gezeigt, darunter Petersburg Art Space Gallery, Berlin (2024); Living Room Studio, Yerevan (2025); Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (2024); Goethe-Institut, Yerevan (2024) und KunstHaus Potsdam (2023).

 

Außerdem nahm sie an diversen Festivals teil, u. a. Reeperbahn Festival, Hamburg (2023); 48h Neukölln Arts Festival, Berlin (mehrfach seit 2020) sowie Grenzen sind relativ Festival, Hamburg (2023). Ihre künstlerische Arbeit wurde u. a. durch die Kulturstiftung des Bundes (2025), den Kulturfonds Culture Moves Europe (2025) und die Bundeszentrale für politische Bildung (2023) gefördert.

 

 

Zorka Lednárová
 

 

Zorka Lednárová (*1976 in Bratislava/Slowakei  ist eine zwischen Bratislava und Berlin lebende Künstlerin und Kuratorin. Sie studierte Bildhauerei, Freie Kunst und Kalligraphie an der Kunsthochschule Bratislava, der Muthesius Hochschule für Kunst und Gestaltung in Kiel, an der Nationalen Kunstakademie in Hangzhou, China, sowie an der Universität der Künste Berlin. In raumgreifenden Installationen, Fotografien und Arbeiten im öffentlichen Raum erforscht sie Barrieren – physische wie soziale – und ihre Wirkung auf Teilhabe, Sichtbarkeit und Zugehörigkeit.

 

Ihre Arbeit nutzt biografische Erfahrungen und oft irritierende Eingriffe, um Perspektivwechsel zu ermöglichen, Machtverhältnisse zu hinterfragen und Teilhabe neu zu denken. Ihre Arbeiten wurden in nationalen und internationalen Solo- und Gruppenausstellungen gezeigt, u. a. im Kunsthaus Dresden (2025), OKK/Raum 29, Berlin (2025, 2021), Kunsthalle Bratislava (2024, 2023, 2019), Plato – Ostrava City Gallery (2023) und Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Bremen (2025). Außerdem nahm sie an Festivals teil, u. a.), Biela Noc Bratislava (2023) und Ostrava Camera Eye (2023).

 

Sie erhielt zahlreiche Förderungen, u. a. von der Stadt Bratislava (2023), dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds (2023), der Senatsverwaltung für Kultur und Europa Berlin (2020) und Pro Helvetia (2020). Als Mitgründerin und langjährige Leiterin des Projektraums OKK/Raum 29 entwickelte sie Plattformen für internationalen Austausch und kollaborative Formate.

 

Eröffnung: 21. August 2025, 19 Uhr

Bis zur Fertigstellung
62
Tage
7
Std
58
Min
42
Sek
Start Termin
22.08.2025
Ende Abschluss
02.11.2025
Öffnungszeiten
11:00 - 19:00
Veranstaltungsort

Bärenzwinger

Im Köllnischen Park, Rungestraße 30, 10179 Berlin, Berlin