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Hannover

Preis des Kunstvereins Hannover – Mit Aria Farajnezhad, Jonas Höschl und Jana Piotrowski

Seit 1983 fördert der Kunstverein zusammen mit Partner:innen jüngere Positionen durch drei Aufenthaltsstipendien. Die Ausstellung zu jenem Preis des Kunstvereins präsentiert – im zweijährigen Rhythmus – neue Arbeiten der Residents. 2026 zeigen die Künstler:innen Aria Farajnezhad, Jonas Höschl und Jana Piotrowski als jüngste Preisträger:innen neue Arbeiten.

 

Drei Künstler:innen, drei Perspektiven auf zeitgenössische Formen des Widerstands: Die Ausstellung präsentiert die Arbeiten von Aria Farajnezhad, Jonas Höschl und Jana Piotrowski, den jüngsten Preisträger:innen des Preises des Kunstvereins Hannover – einem der traditionsreichsten Residenz- und Förderprogramme für junge Künstler:innen in Norddeutschland.

 

Ausgehend von Anna Lowenhaupt Tsings viel beachteter Schrift Der Pilz am Ende der Welt: Über die Möglichkeit von Leben in den Ruinen des Kapitalismus (2015) zeigt die Ausstellung künstlerische Positionen, die sich mit der Möglichkeit von Leben und Widerstand in den Ruinen bestehender Systeme befassen. Tsing entwirft anhand des Matsutake-Pilzes, der in gestörten, vom Menschen geprägten Umgebungen gedeiht, ein Modell von Resilienz, das nicht außerhalb kapitalistischer Strukturen und ihrer Geschichte entsteht, sondern aus deren Überresten heraus.

 

Diese fungale Metaphorik beschreibt eine Form politischer Opposition, die sich nicht explizit lesbar darstellt. Anstatt sich jenseits bestehender Systeme zu positionieren, operiert sie von innen heraus – durch Persistenz, Infiltration und Verflechtung – und passt sich den Strukturen an, die sie zugleich durchdringt. Anstatt Widerstand als Bruch oder Intervention von außen zu verstehen, erforschen die Künstler:innen der Ausstellung spezifische Formen von Beharrlichkeit und Aushandlung innerhalb der Strukturen, in denen sie agieren. In ihren unterschiedlichen künstlerischen Praktiken reflektieren die drei Positionen Macht, Sichtbarkeit und die Möglichkeiten politischen Handelns unter gegenwärtigen gesellschaftlichen Bedingungen.

Diese Ausstellung endet in
10
Tage
14
Std
22
Min
57
Sek
Termine
Start05.09.2026
Ende01.11.2026
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag12:00–19:00
Mittwoch12:00–19:00
Donnerstag12:00–19:00
Freitag12:00–19:00
Samstag12:00–19:00
Sonntag11:00–19:00
Veranstaltungsort
Kunstverein Hannover
Kunstverein HannoverSophienstraße 2, 30159 Hannover

Der 1832 gegründete Kunstverein Hannover e. V. ist einer der ältesten und renommiertesten der etwa 300 Kunstvereine im deutschsprachigen Raum. Er wurde von einer Gruppe von Privatpersonen gegründet, um »die bildenden Künste zu fördern, indem man die Beteiligung an denselben erweitert und Künstler ermutigt und unterstützt«, wie es in der ersten Satzung der neuen Institution heißt. Diese Geschichte von Bürgern, die einen Rahmen für die aktive Teilnahme am kulturellen Leben Hannovers und für einen öffentlichen Dialog über die Kunst ihrer Zeit schufen, ist das wichtigste Erbe des Vereins, und sein Geist wirkt bis heute fort. Als älteste Kunstinstitution Hannovers hat der Kunstverein in jedem Jahrzehnt seines Bestehens eine entscheidende Rolle in der Entwicklung der internationalen zeitgenössischen Kunst gespielt und ist feste Größe der aktuellen Bewegungen und Anliegen der Kunst. Seine unabhängige Struktur und Unterstützung ermöglicht es ihm, flexibel und mutig zu agieren und neue Publikumsgruppen und Gemeinschaften zu erschließen. Die Ausstellungen des Kunstvereins Hannover sind seit Jahren geprägt von seinen Räumen im Künstlerhaus Hannover im Zentrum Hannovers, wo er seit 1856 ansässig ist. Die Räumlichkeiten wurden beim Bau des Künstlerhauses speziell für den Verein konzipiert. Fest verankert in der Kulturszene Hannovers und Niedersachsens ist der Kunstverein Hannover mit seinem Programm aus Ausstellungen, diskursiven Veranstaltungen, Publikationen und Vermittlungsprogrammen bestrebt, ein vielfältiges Publikum anzusprechen und den spannendsten Entwicklungen der regionalen und internationalen Gegenwartskunst eine Plattform zu geben. Jährlich werden ca. vier Einzel- und Gruppenausstellungen sowie weitere Projekte mit diversen Künstler:innen, überwiegend speziell für die Räume des Kunstvereins, konzipiert. Darüber hinaus engagiert sich der Kunstverein Hannover seit seinen Ursprüngen für die regionale Kunstszene, wie die alle zwei Jahre stattfindende traditionelle »Herbstausstellung« zeigt, die auf die Kunstszene in Niedersachsen und Bremen aufmerksam macht.

Weiterführende Literatur