Rachel Marks, eine in Paris lebende US-amerikanische Künstlerin, erforscht die Beziehung zwischen Natur und Menschheit. Ihre Materialien bestehen hauptsächlich aus recycelten Büchern und Papier und regen das Publikum dazu an, über den Begriff der natürlichen Kreisläufe nachzudenken. Die Künstlerin ist zu einem künstlerischen Forschungsaufenthalt eingeladen, bei dem sie sich von der Sammlung des MAH – insbesondere vom Pozzi-Bestand – inspirieren lässt, um ein von der SAMAH in Auftrag gegebenes Originalwerk zu schaffen, das in die ständige Sammlung des MAH aufgenommen werden soll.
Bis zur Vernissage dieser Ausstellung am Donnerstag, dem 8. Oktober, ist sein Werk Kiiro, das von den Vulkanlandschaften Japans inspiriert ist und den asiatischen Kontinent symbolisiert, im Espace GamMAH präsentiert (geöffnet montags bis freitags von 10 bis 17 Uhr). Seine Form, die aus einer spontanen und intuitiven Geste ohne vorherige Zeichnung entstanden ist, erinnert an einen Baumring, während seine Farbe an die Musikfamilie der Blechblasinstrumente erinnert.
Über das Werk »Kiiro« von Rachel Marks
Das Werk Kiiroder in Paris lebenden amerikanischen Künstlerin Rachel Marks ist von den Vulkanlandschaften Japans inspiriert und symbolisiert den asiatischen Kontinent. Seine Form, die aus einer spontanen und intuitiven Geste ohne vorherige Skizze entstanden ist, erinnert an einen Baumstamm, während seine Farbe an die Familie der Blechblasinstrumente erinnert.
Für den Künstler ist dieser Umriss ein plötzliches Auftauchen: eine Form, die im Augenblick erscheint, wie eine musikalische Improvisation, wie ein Hauch. Die Papierrollen und Wellen, aus denen sie besteht, entfalten sich wie Flammen oder sich bewegende Wirbel und erinnern sowohl an die sich ständig wandelnden Naturkräfte als auch an die Figur des Drachen in den Kulturen Asiens – Symbol für Lebensenergie, Kraft und Verwandlung.
In diesem Werk untersucht Rachel Marks die Musikalität, aber auch die in Büchern enthaltenen Erinnerungen, die Kreisförmigkeit der Zeit und die tiefe Verbindung zwischen dem menschlichen Körper, der Natur und der Kultur. Die Seiten der Bücher werden verwandelt; das Papier wird zu lebendiger, fast tellurischer Materie.
Diese Arbeit ist Teil einer umfassenderen Forschung zur Praxis des Shinrin-Yoku – dem »Waldbaden« – ein, einem sinnlichen Eintauchen in die Natur, das dazu einlädt, langsamer zu werden, zuzuhören und sich wieder mit dem Lebendigen zu verbinden.
Kiiro wurde vorgestellt in Symfolia, einer monumentalen Installation, die der Künstler anlässlich der Olympischen Spiele 2024 in Paris entwickelt hat und in der Musik, Materie und Erinnerung in großem Maßstab miteinander in Dialog treten.
Kiiro wird sechs Monate lang im gamMAH ausgestellt, während der Künstler dort residiert und an der Schaffung eines Originalwerks arbeitet, das von der Sammlung des MAH inspiriert ist.