abgeschlossen
Gelsenkirchen

Radikale Hoffnung. Kunst und Arbeitskampf

Die internationale Gruppenausstellung Radikale Hoffnung zeichnet nach, wie Künstler:innen von der Moderne bis in die Gegenwart Arbeitskämpfe thematisieren – dokumentarisch, poetisch, kritisch, radikal, solidarisch und aus eigener Betroffenheit. Anfang des 20. Jahrhunderts rückt die Kunst den Kampf der arbeitenden Klasse gegen soziale Missstände in den Fokus. Ab den 1960er Jahren wirken sich die Arbeitskämpfe auf die eigene künstlerische Praxis aus, wenn Künstler:innen selbst in den Streik treten.

 

Auch über die Kunst hinaus erzeugen Widerstände gegen Arbeit bis heute eindrucksvolle Bilder und Praktiken, die sich fortlaufend den globalen Entwicklungen anpassen. In Gelsenkirchen gehört dazu auch ein feministisches Kapitel des Arbeitskampfes: Arbeiterinnen erstritten hier Anfang der 1980er Jahre Lohngleichheit und wurden damit Teil einer europaweiten Bewegung, zu der auch die von Künstlerinnen initiierte Kampagne »Lohn für Hausarbeit« in Italien zählt. Beide Positionen sind Bestandteil der Ausstellung, die unterschiedliche künstlerische Perspektiven und Praktiken des Arbeitskampfs zeigt und zugleich die vielfältigen Überschneidungen zwischen Protestästhetiken in Kunst und Alltag in den Blick nimmt.

 

 

Künstler:innen

 

Juan Pérez Agirregoikoa | Claire Fontaine | Jeremy Deller | Milli Gandini | Nicolás Guagnini | Käthe Kollwitz | Lee Lozano | Anna Malagrida & Mathieu Pernot | Irène Mélix | Gustav Metzger | Malgorzata Mirga-Tas | Jean-Luc Moulène | Mariuccia Secol | Selma Selman | Takis (Panayiotis Vassilakis) | Nicole Wermers

Termine
Start13.06.2026
Ende04.10.2026
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag11:00–18:00
Mittwoch11:00–18:00
Donnerstag11:00–18:00
Freitag11:00–18:00
Samstag11:00–18:00
Sonntag11:00–18:00
Veranstaltungsort
Kunstmuseum Gelsenkirchen
Kunstmuseum GelsenkirchenHorster Straße 5–7, 45897 Gelsenkirchen

In der Sammlung des Kunstmuseum Gelsenkirchen befinden sich Werke vom 19. Jahrhundert bis hin zu ganz aktuellen Tendenzen. Arbeiten von Max Liebermann, Lovis Corinth, Max Slevogt und Auguste Rodin geben dabei einen Einblick in den Aufbruch zur Moderne. Mit den Künstlern des deutschen Expressionismus wie Ernst Ludwig Kirchner, Max Pechstein, Alexej von Jawlensky, Karl Schmidt-Rottluff oder Karl Hofer befinden sich in der Sammlung des Kunstmuseums Arbeiten, die die Suche nach neuen Möglichkeiten des künstlerischen Ausdrucks verdeutlichen. Die expressionistischen Künstler wollten ihren Emotionen und Werten Ausdruck verleihen und suchten daher neue Bildstrategien, die zu neuen, abstrakten und bis dahin ungewohnten Bildlösungen führten. Nach dem 2. Weltkrieg fing für viele Künstler eine neue Zeitrechnung an. Man wollte sich von allem bereits Dagewesenen abgrenzen und neue Wege der Darstellung ausloten. Diese Positionen des Suchens nach dem Bruch des 2. Weltkriegs sind in der Sammlung des Museums unter anderem vertreten durch Hans Hartung, Karel Appel, Emil Schumacher oder Pierre Soulages. Ebenfalls mit dem Anspruch an eine neue, unbelastete Kunst stützten die Mitglieder der ZERO-Gruppe ihre Werke auf moderne Technik und naturwissenschaftliche Erkenntnisse. Die Sammlung Kinetischer Kunst ist in Deutschland einzigartig und bietet einen großen Überblick über die Kunstrichtung, deren Ausdrucksform die Bewegung als ein integraler ästhetischer Bestandteil des Kunstobjektes ist. Herkömmliche Auffassungen von starren Kunstformen muss der Betrachter beiseitelegen, wenn er sich auf einen Streifzug durch die Ausstellungsräume begibt. Einen weiteren Schwerpunkt der Sammlung bildet die konstruktiv-konkrete Kunst um das Werk des in Gelsenkirchen geborenen Grafikers Anton Stankowski. Künstler wie beispielsweise Francois Morellet, Ad Reinhardt oder Heinrich Siepmann isolieren die künstlerische Mittel, um ihre Wirkung und ihre Beziehungen zueinander zu hinterfragen. Durch ständige Ankäufe, Schenkungen und Stiftungen wächst die Sammlung kontinuierlich und kann so auch aktuelle Positionen der Gegenwartskunst zeigen. Zudem verfügt das Kunstmuseum Gelsenkirchen über eine umfangreiche grafische Sammlung unter anderem mit Arbeiten von Käthe Kollwitz, Ernst Barlach, Marc Chagall und Max Beckmann.

Weiterführende Literatur