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Zürich

Ralph Lemon und Kevin Beasley – Residuum (Tell it anyway)

Klang, Film und Performance verwandeln den Müller-Bau in einen Resonanzraum für Körper, Erinnerung und Geschichte. Eine mehrkanalige Installation verbindet alle vier Stockwerke und fragt, was von einem Live-Moment bleibt – und wie aus seinen Spuren Neues entstehen kann.

 

 

Die Künstler: Der Körper und Klang als Archive

 

Ralph Lemon (*1952 in Cincinnati, USA) und Kevin Beasley (*1985 in Lynchburg, USA) verbindet seit rund fünfzehn Jahren ein kontinuierlicher künstlerischer Dialog. Lemon, der aus der New Yorker Downtown-Szene hervorgegangen ist, arbeitet an den Schnittstellen von Choreografie, Schreiben, Zeichnung, Video und Installation. Im Zentrum steht der Körper als Archiv: Wie werden Geschichte, Erinnerung, Zugehörigkeit und Entwurzelung körperlich gespeichert und weitergetragen? Beasley verbindet Performance, Klang und Skulptur. Für seine Arbeiten verwendet er unter anderem Kleidung, Sneakers und Durags, deren Spuren von Gebrauch und Geschichte in den fertigen Objekten erhalten bleiben. Auch Klang versteht er als materielles und körperlich erfahrbares Medium. Ihre Zusammenarbeit beruht auf der gemeinsamen Überzeugung, dass Körper und Klang historisches Material sein können.

 

»›Residuum‹ handelt von dem, was bleibt—der langjährigen Zusammenarbeit zwischen Ralph Lemon und Kevin Beasley, ihrer gemeinsamen Performancepraxis und dem Wandel des Müller-Baus. Aus dem Bestehenden schaffen wir etwas Neues und Lebendiges.«

– Hendrik Folkerts, Chief Curator of Programme, Kunsthaus Zürich

 

 

Tell it anyway

 

Für «Residuum» entwickeln sie eine mehrkanalige Klang- und Filminstallation, die sich über den gesamten Müller-Bau erstreckt. Temporäre Wände werden entfernt und die offene Architektur wieder freigelegt. Klang, Gesang und Musik breiten sich über vier Stockwerke aus und verbinden die Ebenen; zwei Filminstallationen von Lemon rahmen die Präsentation im Erdgeschoss und im obersten Stockwerk. Die Klanginstallation basiert auf dem Album «Tell it anyway» (2026) und blickt auf die gemeinsame Arbeit rund um «Rant» und «Rant redux» zurück. Am 12. und 13. Dezember 2026 tritt ein neuer Performance-Zyklus mit Darrell Jones, Lysis (Ley), April Matthis und Okwui Okpokwasili in Dialog mit der Installation und der Architektur. Am 19. November findet ein Artist Talk mit Kevin Beasley statt. Die von Hendrik Folkerts kuratierte Ausstellung fragt, was von einem Live-Moment bleibt und wie aus seinen Spuren Neues entstehen kann.

 

 

Der Müller-Bau: Das Künstlerhaus

 

1976 eröffnete das Kunsthaus den nach dem Architekten Erwin Müller benannten Erweiterungsbau. Seine offenen, lichtdurchfluteten Räume standen für einen neuen Museumstyp. Ein SRF-Beitrag aus dem Eröffnungsjahr hält diese Aufbruchstimmung fest. Bald wurde die offene Raumstruktur durch verschiebbare Wände gegliedert, von denen einige über die Jahrzehnte zu festen Bestandteilen wurden.

 

Fünfzig Jahre später werden diese Einbauten entfernt. Der Müller-Bau soll wieder als offener, öffentlicher Raum erfahrbar werden, in dem Künstler:innen mit der Architektur und der Sammlung des Kunsthauses in Dialog treten. Das neue Programm knüpft damit an die Anfänge des Kunsthauses als Künstlerhaus an – als einen von Kunstschaffenden getragenen Ort für Kunst und Begegnungen mit dem Publikum.

Diese Ausstellung beginnt in
16
Tage
8
Std
21
Min
46
Sek
Termine
Start20.11.2026
Ende03.01.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–18:00
Donnerstag10:00–20:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
Veranstaltungsort
Kunsthaus Zürich
Kunsthaus ZürichHeimplatz, 8001 Zürich

Das Kunsthaus Zürich ist ein Ort für lebendige Begegnungen mit Kunst. Das Kunsthaus ist der Freiheit der Kunst verpflichtet. Es ist unabhängig und steht allen offen. Das Kunsthaus Zürich wird getragen von dem ältesten Kunstverein Europas, der Zürcher Kunstgesellschaft. Von Künstlern im Jahr 1787 gegründet, hat es sich seit Beginn des 20. Jahrhunderts durch seine kontinuierliche Ausstellungstätigkeit und eine bedeutende Kunstsammlung internationales Ansehen erworben. Unterstützt von der öffentlichen Hand sowie von Partnern, Sponsoren und Gönnern setzt es auf eine stete Weiterentwicklung der Sammlung und gestaltet ein breit gefächertes Ausstellungsprogramm. Das Kunsthaus ist eine dynamische Institution: Es beleuchtet das historisch Gewachsene, indem es von aktuellen Fragestellungen ausgeht und durch Auswahl, Präsentation und Vermittlung die Kenntnisse über die Kunstwerke fördert. Das Kunsthaus ist ein Ort der Wissensproduktion, wo wichtige Themen zur Diskussion gestellt und begleitet von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen präsentiert werden. Vor dem Hintergrund der globalen Vernetzung findet die Öffnung zu anderen Kulturräumen statt. Die Ausdehnung in den virtuellen Raum bietet Chancen, die genutzt und ausgebaut werden. Die Sammlung der Gemälde und Skulpturen enthält Werke vom Mittelalter bis zur Gegenwart, wobei nicht alle Epochen gleich stark vertreten sind. Entsprechende Publikationen geben Überblicke der Sammlungen und ihrer Entstehungsgeschichte. Das Kunsthaus verfügt neben der älteren Kunst (vor allem der niederländischen und italienischen Barockmalerei) über bedeutende und grosse Bestände der Schweizer Kunst des 18., 19. und 20 Jahrhunderts, insbesondere von Füssli, Böcklin, Segantini, Hodler und Vallotton. Das Werk von Alberto Giacometti kann Dank der dauerhaften Präsenz der Alberto Giacometti-Stiftung in allen Facetten gezeigt werden. Bei der internationalen Kunst liegt ein Schwerpunkt auf der französischen Kunst des 19. Jahrhunderts mit herausragenden Werkgruppen des Impressionismus und Postimpressionismus, die durch Leihgaben aus Privatbesitz gezielt ergänzt werden. Die Klassische Moderne ist durch Hauptwerke repräsentiert und enthält wichtige Werkgruppen von Munch, Chagall, Kokoschka, Matisse und Picasso. Die Dada-Sammlung gehört zu den größten weltweit. Die Skulptur des späten 19. Jahrhunderts mit Rodin und Maillol und des 20. Jahrhunderts ist breit vertreten. Bei der neueren internationalen Kunst sind alle wichtigen Positionen präsent, vor allem die amerikanische Pop Art und Abstraktion sowie umfangreiche Konvolute von Cy Twombly und Josef Beuys. Die deutsche Malerei der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist durch Werkgruppen von Baselitz, Polke und Kiefer akzentuiert. In jüngster Zeit erfuhr die Sammlung substantielle Ergänzungen auf den Gebieten Malerei, Video und Installation, wobei auch osteuropäische Kulturräume sowie der nahe und mittlere Osten eine Rolle spielen. Alle Neuerwerbungen werden regelmäßig in den Jahresberichten der Kunstgesellschaft dokumentiert.