Klasse für Fotografie, Prof. Heidi Specker
HGB Leipzig
Jana Ehls | Jonas Erler | Benjamin Friedle | Takeki Hayashida | Lucie Löchel | Heidi Specker | Stephen Stahn | Anita Olarescu
RE: steht für regarding [engl.], bezugnehmen auf – und zugleich für Weiterdenken und Neuinterpretieren.
Im Studienjahr 2025/26 hat sich die Klasse für Fotografie von Heidi Specker an der HGB Leipzig intensiv mit Kollwitz auseinandergesetzt. Ergebnis sind 19 Arbeiten in verschiedenen Medien – von Skulptur über Fotografie und Film bis Installation.
Acht dieser Beiträge sind nun als BILDSTÖRUNG im Rahmen der Ausstellung KOLLWITZ Ausgewählt. im Kollwitz Museum Köln zu sehen.
Die Positionen nähern sich Kollwitz aus unterschiedlichen Perspektiven: Als Künstlerin, als Frau, als Zeitzeugin oder als politisch engagierter Mensch.
Sie beziehen sich auf ihr Werk, auf ihre künstlerischen Techniken ebenso wie auf ihre Selbstzeugnisse in Tagebüchern, Briefen sowie auf Fotografien. Entstanden sind Formen der Auseinandersetzung, die persönlich sind, ohne privat zu bleiben.
Manche greifen Kollwitz‘ Bildsprache oder Motive auf, andere untersuchen die materiellen Bedingungen ihres Schaffens, die Person hinter dem Werk oder Leerstellen in ihrem Œuvre.
Was sie eint, ist der Versuch, Kollwitz nicht allein historisch zu betrachten, sondern ihre Themen und ihre Haltung aus der Gegenwart heraus neu zu befragen
Jana Ehls richtet den Blick auf das Fehlende und untersucht Leerstellen in Kollwitz’ plastischem Werk sowie das Verhältnis von Fotografie und Skulptur. Fotografien und Dokumente belegen die Existenz von über 40 Plastiken, von denen die meisten während des Krieges oder durch Kollwitz selbst zerstört wurden.
»Was fehlt (VIII)« nimmt hierbei direkten Bezug zur verworfenen Fassung des Grabdenkmals »Trauernde Eltern« und öffnet damit den Dialog zu heutigen Themen des Krieges, Gedenkens und Verlierens.
Anita Olarescu bezieht sich mit ihrem Künstlerbuch auf ein Porträtfoto der Künstlerin von Hugo Erfurth aus dem Jahr 1927. Sie deutet die Krawatte als Symbol männlich konnotierter Autorität, mit der Kollwitz ihre Identität und Geschlechterrollen bewusst relativiert.