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Güstrow

Revolte des Körperlichen. Susanne Ring

Schön soll er sein. Harmonisch, makellos, kraftvoll und jung. Der menschliche Körper ist Projektionsfläche für Wünsche und Erwartungen, Ausdruck von Identität und zugleich Spiegel gesellschaftlicher Ideale. Im Alltag wie auch in der Kunst wird er seit Jahrhunderten betrachtet, bewertet, geformt und mit Bedeutung aufgeladen. Besonders eindringlich wird er jedoch immer dann, wenn Künstlerinnen und Künstler vertraute Sehgewohnheiten infrage stellen und gegen bestehende Schönheitsideale und klassische Gestaltungsformen revoltieren.

 

Zu den markantesten zeitgenössischen Positionen dieser Auseinandersetzung zählt die Berliner Künstlerin Susanne Ring (*1966), deren Arbeiten bereits international von Tokio bis New York gezeigt wurden. Nach dem Mix and Match Prinzip bilden ihre grafischen, malerischen und plastischen Arbeiten ein buntes Kompendium aus maschinenartigen, menschlichen und hybriden Wesen. Spielerisch verknüpft sie Zitate der Kunstgeschichte und der Popkultur mit Dingen des Alltags, hebt Hierarchien auf und nutzt dabei den kulturgeschichtlich tief verwurzelten Werkstoff Ton mit großer experimenteller Freiheit. Als Einzelfiguren wie auch in raumgreifenden Installationen bevölkern Susanne Rings Arbeiten den Ausstellungsraum und machen aus ihrer persönlichen Erfahrungs- und Gefühlswelt eine kollektive Erzählung.

 

Frei, wild, suchend und frei von akademischer Strenge ist die Ausstellung ein Appell an das eigene Sehen. Welche Körperbilder, Brüche und Vorstellungen des Menschseins lassen sich in den Arbeiten von Susanne Ring entdecken und was kann ein Körper in der Kunst sein?   

 

Susanne Ring (*1966) studierte Bildende Kunst an der Hochschule der Künste Berlin und dem Royal College of Art, London. Sie ist Professorin u. a. für Kunst und Ästhetik an der Fachhochschule Bielefeld.

 

Ihre Werke sind in bedeutenden öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten, darunter Marlborough Fine Arts (New York), das Badische Landesmuseum Karlsruhe und dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur. Internationale Ausstellungen führten sie u. a. zur Biennale Internationale de Céramique de Châteauroux, zur Villa Manin (Udine) sowie an die Kunsthalle Bremen und das Gerhard-Marcks-Haus.

 

Kuratorin: Christin Sobeck, M. A. 

Diese Ausstellung beginnt in
88
Tage
9
Std
58
Min
26
Sek
Termine
Start10.01.2027
Ende18.04.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–17:00
Mittwoch10:00–17:00
Donnerstag10:00–17:00
Freitag10:00–17:00
Samstag10:00–17:00
Sonntag10:00–17:00
Veranstaltungsort
Ernst Barlach Museen Güstrow
Ernst Barlach Museen GüstrowHeidberg 15, 18273 Güstrow

Nach Barlachs Tod, im Jahre 1938, verblieb sein umfangreicher Nachlass im Atelierhaus am Heidberg im mecklenburgischen Güstrow. Die Bewahrung seines vielgestaltigen und umfangreichen Lebenswerkes war in den folgenden Jahrzehnten den Wechselfällen der jüngeren deutschen Geschichte unterworfen. Bereits 1953 wurde in der Gertrudenkapelle die erste Barlach-Gedenkstätte eröffnet. Bis heute beherbergt die gotische Kapelle etwa 30 plastische Arbeiten von Ernst Barlach, unter ihnen »Lesender Klosterschüler«, »Die gefesselte Hexe«, »Der Zweifler« und »Frau im Wind«. Das Atelierhaus des Künstlers am Heidberg ist seit 1978 für Besucher geöffnet und präsentiert neben Werken wie »Singender Mann«, »Der Träumer« und den Entwürfen für Barlachs zahlreiche Mahnmale einen Einblick in Leben und Werk des Künstlers. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands konnte der in Güstrow verbliebene Nachlass Ernst Barlachs erworben und durch die Unterstützung der Erben für die Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich gemacht werden. Mit der Gründung der Ernst Barlach Stiftung 1994 wurde der Grundstein gelegt, das vielfältige Œuvre Ernst Barlachs an seinem authentischen Arbeitsort zu bewahren und der Öffentlichkeit zu präsentieren. In den Jahren 1997/98 wurde in unmittelbarer Nähe des Atelierhauses das Ausstellungsforum der Stiftung errichtet und zum 60. Todestag Barlachs, 1998, der Öffentlichkeit übergeben. 2003 folgte der Anbau eines Graphikkabinetts

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