Das IKOB freut sich, die erste Museumsausstellung von Roman Selim Khereddine anzukündigen. Diese Präsentation markiert zugleich seine erste institutionelle Einzelausstellung außerhalb der Schweiz und ist das Ergebnis eines intensiven Prozesses, in dem der Künstler die Sammlung des Museums selbst zum Ausgangspunkt seiner Arbeit macht.
Für Khereddine, der vor seinem Kunststudium einen Master in Geschichte erworben hat, sind historische Kontexte zentral. Im Falle des IKOB bedeutet dies, die Geschichte Eupens – geprägt von Grenzverschiebungen und wechselnden Zugehörigkeiten – ebenso zu reflektieren, wie die eigene Geschichte des Museums. Seit seiner Gründung 1993 als Internationales Kunstzentrum Ostbelgiens hat das IKOB eine eigenständige ostbelgische Kunstszene begleitet und mitgeprägt, wie keine zweite Institution. Genau diese Akteur:innen und ihre Werke suchte Khereddine in der Sammlung.
Erstmals übernimmt Khereddine damit die Rolle des Kurators für eine Museumssammlung. Er wählt gezielt Werke aus dem Bestand aus – darunter Arbeiten von Henrike Naumann, André Butzer, Irmel Kamp, Sophie Nys und Francis Feidler –, um ein eigenes »Feld« zu schaffen. Dieses kuratierte Ensemble aus historischen Positionen und zeitgenössischen Bezügen bildet den Rahmen, in dem sich Khereddines eigene ortsspezifischen Videoarbeiten entwickeln. Die Sammlung fungiert hier nicht nur als Hintergrund, sondern als Spiegel der Institutions- und Ortsgeschichte, in den die neue Produktion eingebettet wird.
Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der räumlichen Inszenierung dieser Dialoge: Das IKOB verwandelt sich in eine szenografische Landschaft, in der die kuratierten Sammlungsstücke und Khereddines Videos ineinandergreifen. So entsteht im grenzüberschreitenden Kontext des IKOB ein Raum, der Fragen von Identität, Erinnerung und kultureller Zuschreibung neu durchleuchtet.
Wir danken der Pro Helvetia für die großzügige Unterstützung dieser Ausstellung.
Eröffnung: 22. November 2026, 15 Uhr