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Basel

Roy Lichtenstein – Sweet Dreams, Baby!

Das Kunstmuseum Basel zeigt Druckgrafiken aus allen Schaffensphasen der Pop-Art-Legende Roy Lichtenstein (1923–1997). Viele der rund fünfzig Werke sind erstmals zu sehen. Anlass für die Ausstellung ist eine großzügige Schenkung der Roy Lichtenstein Foundation, welche die Bestände im Kupferstichkabinett des Kunstmuseums zu einer der wichtigsten Sammlungen von Lichtensteins Werken außerhalb der USA machen.

 

Roy Lichtenstein. Sweet Dreams, Baby! gewährt einen repräsentativen Einblick in Lichtensteins bunte und quirlige Welt. Die Ausstellung zeigt, wie der US-Amerikaner mit eingängigen Motiven, Experimentierfreude und technischer Virtuosität in den 1960er Jahren zum Wegbereiter der Pop Art (engl. popular = beliebt, weitverbreitet) wurde. Mit viel Humor und Ironie überführt Lichtenstein die Bildsprache von Konsumgütern, Werbebroschüren und Schaufensterauslagen in die bildende Kunst. Insbesondere die Comic-Ästhetik macht er sich zu eigen: Vergrößerte Details, leuchtende Farben und Rasterpunkte (Ben-Day dots) werden zu seinen Markenzeichen.

 

Die New Yorker Kunstszene reagiert erst geschockt auf die als banal empfundene Pop Art. Zugleich spricht die vertraute Bildwelt dieser neuen künstlerischen Ausdrucksform ein großes Publikum an. Das Medium der Druckgrafik spielt dabei aufgrund seiner Reproduzierbarkeit eine wesentliche Rolle: Lichtensteins erste Druckgrafiken in Comic-Ästhetik sind Poster und Einladungen für seine Ausstellungen in der Galerie von Leo Castelli in New York. Sie werden günstig und in hohen Auflagen gedruckt und machen den Künstler weitherum bekannt.

 

Lichtensteins Beschäftigung mit der Druckgrafik reicht bis in seine Studienzeit zurück. Die Ausstellung zeigt sechs Beispiele aus den späten 1940er und frühen 1950er Jahren, die veranschaulichen, wie intensiv er bereits damals mit unterschiedlichen Drucktechniken experimentierte. Ab den späten 1960er Jahren arbeitet er mit namhaften Druckateliers wie Gemini Graphic Editions Limited in Los Angeles, Tyler Graphics in Bedford, New York, und Graphicstudio an der University of South Florida in Tampa zusammen. Im engen Austausch mit deren Mitarbeitenden entstehen technisch höchst versierte Einzelblätter und Serien. So ist etwa Portrait (1989) das Ergebnis eines 18-stufigen Druckvorgangs. Die Kombination von vier verschiedenen Techniken – Lithografie, Holzschnitt, Siebdruck und dem eigens für dieses Projekt von Graphicstudio entwickelten Wachsdruck – erzeugt überaus abwechslungsreiche Oberflächeneffekte, die von matten Bereichen über glänzende und schillernde Stellen bis hin zu fließend anmutenden Pinselstrichmotiven reichen.

 

Über fünf Jahrzehnte schafft Lichtenstein mehr als 350 Siebdrucke, Radierungen, Lithografien sowie Holz- und Linolschnitte. Aus Anlass des 100. Geburtstags des Künstlers im Jahr 2023 hat die Roy Lichtenstein Foundation der Albertina in Wien, dem British Museum in London und dem Kunstmuseum Basel insgesamt rund 100 Druckgrafiken geschenkt und damit drei Referenzsammlungen in Europa begründet. Das Kunstmuseum hat 33 Werke erhalten, die Lichtensteins druckgrafisches Œuvre in seiner ganzen Vielfalt erfahrbar machen. Bedruckte Pappteller (Paper Plates, 1969) zählen ebenso dazu wie eine eigenwillige Neuinterpretation von Vincent van Goghs Sämann (The Sower, 1985) und die monumentale Tapete Wallpaper with Blue Floor Interior (1992).

 

Die Ausstellung Roy Lichtenstein. Sweet Dreams, Baby! stellt diese Schenkung erstmals dem Basler Publikum vor. Ergänzt wird sie um weitere Druckgrafiken Lichtensteins, von denen erste bereits in den 1960er Jahren in die Sammlung des Kupferstichkabinetts des Kunstmuseums gelangten. Hinzu kommen die Gemälde Hopeless (1963) und Mirror #2 (1970) – beide befinden sich als Dauerleihgaben im Kunstmuseum.

 

Die Roy Lichtenstein Foundation wurde 1998 von Dorothy Lichtenstein (1939–2024), der Witwe des Künstlers, in New York gegründet. Ihr Anliegen ist es, sein Werk zugänglich zu machen. So hat sie ein Online-Werkverzeichnis erstellt, das kontinuierlich aktualisiert wird.

 

Kuratiert von Fabienne Ruppen

Diese Ausstellung endet in
143
Tage
8
Std
31
Min
4
Sek
Termine
Start22.08.2026
Ende14.03.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–20:00
Donnerstag10:00–18:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
Veranstaltungsort
Kunstmuseum Basel
Kunstmuseum BaselSt. Alban-Graben 20, 4052 Basel (Neubau)

Der stetige Ausbau der Öffentlichen Kunstsammlung Basel, die mit dem 1661 angekauften Amerbach-Kabinett ihren Anfang nahm, machte über die Jahrhunderte hinweg mehrmals Umzüge der Sammlung innerhalb Basels erforderlich. 1936 wurde der Hauptbau am St. Alban-Graben eröffnet. 1980 fand mit dem Kunstmuseum Basel | Gegenwart eine erste Erweiterung statt, 2016 mit dem Neubau eine zweite. Der Hauptbau des Kunstmuseums Basel aus dem Jahr 1936 wurde von dem Basler Architekten Rudolf Christ zusammen mit dem Stuttgarter Baumeister Paul Bonatz, beide Vertreter einer konservativen Moderne, entworfen. Er war als reines Sammlungshaus konzipiert worden, eine Bestimmung, die er seit der Eröffnung des Neubaus im Frühjahr 2016 mit dessen speziell für Sonderausstellungen konzipierten Oberlichträumen wieder voll wahrnehmen kann. Im Erdgeschoss präsentiert sich heute die Sammlung Basler Kunst, im Zwischengeschoss die Werke der Sammlung Im Obersteg. Im ersten Obergeschoss finden sich die Sammlungen mit Kunst aus dem Mittelalter und der Renaissance sowie des 17., 18. und 19. Jahrhunderts. Werke der Klassischen Moderne und der Europäischen Nachkriegsmoderne werden im 2. Obergeschoss präsentiert. Schliesslich beherbergt der Hauptbau im Zwischengeschoss auch das Kupferstichkabinett sowie im Erdgeschoss den Shop und das Bistro Kunstmuseum. Im April 2016 eröffnete gegenüber dem Hauptbau und unterirdisch mit diesem verbunden ein drittes Haus: der Neubau, entworfen vom ortsansässigen Architekturbüro Christ & Gantenbein. Er ist sowohl für Sonderausstellungen als auch für Sammlungspräsentationen konzipiert. In den Oberlichtsälen im 2. Obergeschoss werden die grossen Sonderausstellungen präsentiert. Die anderen Geschosse sowie der unterirdische Verbindungstrakt zum Hauptbau sind für Sammlungswerke ab 1950 vorgesehen – mit Ausnahme des zeitgenössischen Kunstschaffens, das im Kunstmuseum Basel | Gegenwart gezeigt wird. Im Erdgeschoss des Neubaus befindet sich zudem eine zusätzliche Verkaufsstelle des Shops im Hauptbau. 1980 fand mit der Eröffnung des Museums für Gegenwartskunst am St. Alban-Rheinweg – eines der weltweit ersten Museen für zeitgenössische Kunst – eine erste Erweiterung des Kunstmuseums Basel statt. Heute trägt es den Namen Kunstmuseum Basel | Gegenwart. Das Kunstmuseum Basel | Gegenwart zeigt Werke zeitgenössischer Kunst aus den Beständen des Kunstmuseums Basel und der Emanuel Hoffmann-Stiftung sowie Sonderausstellungen. Neben wechselnden Sammlungspräsentationen, die stets in einen Dialog mit der Ausstellungstätigkeit treten, finden regelmäßig Vorträge und Diskussionen zu Themen aktueller Kunst statt sowie Werkbetrachtungen und Führungen.

Weiterführende Literatur