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Würzburg

Sammlung Peter C. Ruppert – Konkrete Kunst in Europa nach 1945. Die Neupräsentation (Teil 2): Das Relief

Seit 2002 wird die Sammlung »Peter C. Ruppert – Konkrete Kunst in Europa nach 1945« als Dauerleihgabe im Museum im Kulturspeicher (MiK) Würzburg präsentiert. Mit ihrem Facettenreichtum zählt sie zu den herausragendsten Sammlungen Konkreter Kunst in Europa. Die aktuell schrittweise erfolgende Neupräsentation ermöglicht es, die Sammlung noch einmal ganz neu zu entdecken. Bereits im Dezember 2025 wurden die ersten beiden Räume neu gestaltet und eröffnet. 

 

Im zweiten Teil, der unter dem Motto »Das Relief. Tiefendimension & Sinnlichkeit« steht, werden in einem Ausstellungsraum ausschließlich Kunstwerke der Sammlung hinsichtlich der spannungsreichen Thematik des Reliefs präsentiert – eine per se mehrdeutige Gattung, die sich als Hybrid zwischen Malerei und Skulptur jenseits traditioneller Seh- und Betrachtungsgewohnheiten bewegt. In zwei- und dreidimensionaler Gestaltungsweise löst sie sich aus der Fläche und bleibt ihr gleichzeitig verhaftet.

 

Im Dialog hierzu werden im angrenzenden Ausstellungsraum legendäre Werke der Künstlerinnen und Künstler aus dem Kreis der »Zürcher Konkreten« gezeigt: Richard Paul Lohse, Max Bill, Camille Graeser und Verena Loewensberg zählen zu den prägenden Persönlichkeiten jener Bewegung, die die Konkrete Kunst im 20. Jahrhundert entscheidend mitformte und nachfolgende Generationen von Künstler:innen nachhaltig beeinflusste. Dazu gehört auch der Schweizer Künstler Hans-Jörg Glattfelder, dessen Pyramidenrelief als Hauptmotiv der aktuellen Präsentation dient und zugleich die Brücke zwischen den beiden nun wiedereröffneten Ausstellungsräumen schlägt.

Termine
Start27.06.2026
EndeLäuft auf unbestimmte Zeit
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag13:00–18:00
Mittwoch11:00–18:00
Donnerstag11:00–18:00
Freitag11:00–18:00
Samstag11:00–18:00
Sonntag11:00–18:00
Veranstaltungsort
Museum im Kulturspeicher Würzburg
Museum im Kulturspeicher WürzburgOskar-Laredo-Platz 1 (vormals Veitshöchheimer Str. 5), 97080 Würzburg

Die Sammlung Peter C. Ruppert – Konkrete Kunst in Europa nach 1945 Die Sammlung zeigt die Präsenz der Konkreten Kunst in 23 europäischen Ländern und die unterschiedlichen Erneuerungen und Ausformungen, die sie nach 1945 erfahren hat. Es wird immer vielfältiger, das Bild Europas in der »Sammlung Peter C. Ruppert – Konkrete Kunst in Europa nach 1945«. Denn in den letzten Jahren wurde durch den Sammler Peter C. Ruppert die Kollektion weiter vergrößert. Insbesondere die Länder Osteuropas erfuhren mit Werken mehrerer Kunstschaffender, darunter Tamas Henczse, Tamas Konok, István Nadler, János Megyik, András Mengyán (Ungarn), Wieslaw Luczay, Jan Pamula (Polen) oder Milan Dobeš, Marián Drugda, Viktor Hulik (Slowakei) beträchtliche Zuwächse in der Sammlung. Städtische Sammlung – Regionale Identität und überregionale Entwicklungen Der Ruf nach einer Galerie mit einer Städtischen Sammlung kam nach dem Ersten Weltkrieg aus dem Kreis Würzburger Künstler:innen. Promotor und Vorreiter war der Maler und Kunsterzieher Heiner Dikreiter (Ludwigshafen 1893–1966 Würzburg). Seit den 1920er Jahren suchte er die Kunst und Kunstschaffenden seiner Zeit in der Gegenwart und im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu verankern und so eine Verbindung zu schaffen zur ruhmreichen künstlerischen Vergangenheit. Im Zuge der Gründung der Städtischen Galerie 1941 begann eine rege Sammlungstätigkeit. In nur wenigen Jahren wurden durch Schenkungen, Nachlässe, private Leihgaben und Ankäufe Werke von Künstler:innen zusammen getragen, die im 19. und 20. Jahrhundert durch Herkunft oder Tätigkeit mit Würzburg und Mainfranken verbunden waren. Diese Zielrichtung setzte Maßstäbe für die weitere Ankaufs- und Sammlungspolitik. Sie konzentrierte sich über Jahrzehnte auf Werke deutscher, bevorzugt fränkisch-süddeutscher Kunstschaffenden des 19. und 20. Jahrhunderts, auch wenn nach und nach der geographische Rahmen erweitert wurde. Heute orientiert sich die Sammlungstätigkeit stärker an den Schwerpunkten, die sich in der Sammlung ausgebildet haben. Diese vermitteln überregionale Entwicklungen in der Kunst oder rücken einzelne Künstler:innenpersönlichkeiten wie Wilhelm Leibl und seinen Kreis in den Blick.

Ausstellungskatalog