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Wien

Sammy Baloji

»Die Fotografie kam über koloniale Expeditionen in den Kongo oder überhaupt nach Afrika und hat maßgeblich dazu beigetragen, dieses Bild des ›Anderen‹, des Wilden oder Fremden zu malen … Ich frage mich selbst: Wie kann ich als Afrikaner oder Kongolese mit eben diesem Medium eine neue Erzählung schaffen?« (Sammy Baloji)

 

Sammy Baloji wuchs in der Provinz Katanga in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) auf, einer Region, die von der Ausbeutung von Menschen und Natur insbesondere durch den Bergbau geprägt ist. Er nutzt Fotoarchive, um diese Geschichte zu befragen und das komplexe Erbe des Kolonialismus zu dokumentieren. In Fotografien, Filmen, Installationen und Archivmontagen rückt der Künstler in den Vordergrund, wie koloniale Regimes nach wie vor Landschaften und Vorstellungswelten prägen. Materialität spielt bei dieser Auseinandersetzung eine tragende Rolle: Kupfer, Uran, botanische Spezies und industrielle Überreste tauchen in seinem Werk immer wieder als Träger transnationaler Geschichten auf, die lokale Abbaustätten mit globalen Kreisläufen von Konsum und Gewalt verbinden. Das Archiv – ein zentrales Element in Balojis Werk – wird als Machtinstrument positioniert, das Geschichte sowohl herstellt als auch auslöscht. Indem er Archivdokumente aus der Kolonialzeit, Fotografien und wissenschaftliche Bilder zeitgenössischem Material gegenüberstellt, deckt er die visuellen und administrativen Regimes auf, die den Kongo für imperiale Herrschaft lesbar machten.

 

In der Ausstellung in der Secession eröffnen seine Arbeiten einen spannungsgeladenen Dialog zwischen der ornamentalen Sprache des Gebäudes und den Geschichten von Ausbeutung, die in dessen materielles und Formenvokabular eingegangen sind. Statt Architektur als neutralen Rahmen zu behandeln, wird diese als Raum verstanden, in dem sich kulturelle Produktion und koloniale Wirtschaftsstrukturen überschneiden.

 

 

Künstler:innen

 

Sammy Baloji wurde 1978 in Lubumbashi, Kongo (DRK), geboren und lebt in Brüssel, Belgien, und Lubumbashi.

 

Kuratiert von Bettina Spörr

Diese Ausstellung beginnt in
150
Tage
11
Std
9
Min
30
Sek
Termine
Start12.03.2027
Ende30.05.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–18:00
Donnerstag10:00–18:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00