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Köln

Schichten und Schnitte – Chinesische Lackkunst

Seit Jahrtausenden zählt der Saft des Lackbaums zu den kostbarsten Werkstoffen Ostasiens. Er wird zum Beschichten, Imprägnieren und Färben von Holzobjekten und Keramiken verwendet und bringt Oberflächen von außergewöhnlicher Tiefe, Glanz und Widerstandskraft hervor.

 

Die Herstellung kunsthandwerklicher Schnitzlackarbeiten etablierte sich in der Song-Dynastie (960–1279) und entwickelte sich zu einer hochkomplexen Technik von beeindruckender Präzision. Dutzende hauchdünn aufgetragene Einzelschichten werden über Wochen hinweg getrocknet und in präzisen Schnitten reliefartig gestaltet. Durch verschiedenfarbige mit Mineralpigmenten eingefärbte Schichten werden dabei fein abgestimmte Kontraste und Konturen erzeugt. Charakteristisch ist das leuchtende Zinnoberrot, das bis heute als Inbegriff chinesischer Schnitzlacke gilt, aber auch im Bereich der Schwarzlacke und Perlmuttintarsien entstanden herausragende künstlerische Arbeiten. Die filigranen Dekore der Schnitzlacke beziehen sich meist auf Mythen und Symbole des Daoismus und Buddhismus sowie auf die Vogel- und Blumenwelt.

 

Die Sonderausstellung vereint rund 60 bedeutende chinesische Lackarbeiten vom 12. bis ins frühe 17. Jahrhundert aus einer Kölner Privatsammlung und wird durch ausgewählte Werke aus der Museumssammlung ergänzt. Zu den besonderen Höhepunkten zählen die bislang kaum erforschte Gruppe der Yunnan-Lacke der Yuan-Dynastie (1279–1368) sowie die aufwendig gefertigten Stücke für den Kaiserhof der Ming-Dynastie (1368–1644).

Diese Ausstellung endet in
102
Tage
2
Std
55
Min
22
Sek
Termine
Start18.06.2026
Ende31.01.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag11:00–17:00
Mittwoch11:00–17:00
Donnerstag11:00–17:00, jeder 1. Donnerstag im Monat (außer Feiertags): 11:00–22:00
Freitag11:00–17:00
Samstag11:00–17:00
Sonntag11:00–17:00
Veranstaltungsort
Museum für Ostasiatische Kunst Köln
Museum für Ostasiatische Kunst KölnUniversitätsstraße 100, 50674 Köln

Das 1913 eröffnete Museum für ostasiatische Kunst war ein Bekenntnis zu einem aufgeklärten Dialog mit der Welt. Das Haus sollte einen neuen, unverstellten Blick auf die Kunst Ostasiens ermöglichen und einer im Aufbruch begriffenen westlichen Gesellschaft moderne Anregungen und Denkanstöße liefern. Vor dem Hintergrund der chauvinistischen Kolonialpolitik, die das deutsche Kaiserreich unter Wilhelm II in China verfolgte, dokumentierte die Museumsgründung 1909 eine markante Abkehr von deutschem Überlegenheitswahn. Durch die verheerenden Folgen des Ersten und des Zweiten Weltkriegs wurde das Vermächtnis der Museumsgründer jedoch jäh zunichte gemacht. Erst mit der Eröffnung des Museumsneubaus am Aachener Weiher im Jahr 1977 gelang nach der Kriegszerstörung wieder ein Neuanfang. Seither ist das Museum für Ostasiatische Kunst der ursprünglichen Idee seiner Gründer verpflichtet. Rassismus und kolonialistisches Denken artikulieren sich in jeder Epoche anders und neu. Sprach Kaiser Wilhelm II von China als der »gelben Gefahr«, wurde in der Zeit des Nationalsozialismus die massenhafte Vernichtung der Juden betrieben. Auch heute, im Zuge der Flüchtlingskrise, werden rassistische Stimmen laut. Dies zeigt deutlich, dass die ursprüngliche Mission des Museums für Ostasiatische Kunst ewig aktuell bleibt: Mit seinen Ausstellungen lädt das Haus zur Wertschätzung von Kunst und Kultur des Fernen Ostens im Sinne der Weltkunst ein; jede Form von Rassismus hat darin keinen Platz. Nach wie vor stellt die von Adolf Fischer (1856–1914) und seiner Frau Frieda (1874–1945) zusammengetragene Sammlung den Kernbestand des Hauses dar. Ihre Kollektion buddhistischer Malerei und Skulptur, japanischer Stellschirmmalerei, Farbholzschnitte, koreanischer Keramik und Lackkunst gilt als eine der bedeutendsten innerhalb Europas. Weitere wichtige Schwerpunkte bilden die seit den 1970er Jahren hinzugekommenen chinesischen Sakralbronzen der Sammlung Hans-Jürgen von Lochow, die Frühkeramik der Sammlung Hans Wilhelm Siegel, die chinesische und japanische Kalligraphie der Sammlung Heinz Götze, außerdem die Dauerleihgaben der Peter und Irene Ludwig Stiftung.

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