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Berlin

Schicksal in den Sternen – Die Anfänge des Tierkreises

Die Ausstellung des Ägyptischen Museums und Papyrussammlung widmet sich der Bedeutung von Tierkreiszeichen im ägyptischen Altertum. In mehrere Themenbereiche untergliedert, stellt sie den antiken Tierkreis aus aktueller wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Perspektive vor.

 

»Was ist dein Tierkreiszeichen?« Diese Frage wird auch heute, im Zeitalter der Wissenschaft, noch oft gestellt. Der Tierkreis fasziniert die Menschen seit der Antike. Er vereint Mensch und Kosmos, Himmel und Erde, Astronomie und Astrologie, Wissenschaft und Glaube, Tradition und Innovation, Sicherheit und Unsicherheit, Harmonie und Dissonanz. Aber was genau ist der Tierkreis? Ein Orakel, das Zeichen für die Zukunft erzeugt? Ein Spiegel, der Einblicke in die Psyche liefert? Eine Projektionsfläche für unser Streben nach Wissen und Sicherheit? Ein Koordinatensystem, das die Bewegung der Planeten berechenbar macht? Ein sichtbarer Ausdruck der himmlischen Harmonie? Oder all diese Dinge zugleich? Und woher kommt er, wie hat er sich über die Welt verbreitet, wofür wurde er benutzt, und wie wurde er dargestellt?

 

Was ist die zeitgenössische Bedeutung des Tierkreises? In der öffentlichen Wahrnehmung wird der Tierkreis heute vor allem mit Horoskopen in Verbindung gebracht. Die Einführung des Tierkreises war ein Wendepunkt in der Astrologie. Zusammen mit dem Tierkreis entstand in Babylonien die Horoskopie als neue astrologische Praktik, die erstmals nicht nur Königen und Herrschern, sondern auch Privatpersonen aus diversen Schichten der Gesellschaft zugänglich war. Heute ist sie weltweit populär wie nie zuvor, obwohl sie als esoterische Praktik und Pseudowissenschaft eingestuft wird. Sie basiert auf dem Glauben, dass der Stand der Planeten zur Zeit der Geburt Hinweise über das Wesen und das Schicksal eines Menschen enthält. Dieser Glaube entstammt dem zeitlosen menschlichen Bedürfnis nach Sinngebung, Kenntnis über sich selbst und die Zukunft, Sicherheit und Methoden zur Bewältigung von Unsicherheit. Was könnte sinnvoller und attraktiver sein als die Erkenntnis, dass Wesen und Schicksal des Menschen mit dem Kosmos verknüpft sind?

 

Die Aktualität des Tierkreises erstreckt sich auch auf wissenschaftliche und kulturelle Praktiken, die von zentraler Bedeutung für die moderne Gesellschaft sind. Wir sind daran gewöhnt, über Computer und Apps permanenten Zugang zu Daten, Analysen, Berechnungen und Prognosen zu haben. Die Wurzeln von systematischer Beobachtung, Datensammlung, Datenanalyse, Algorithmen, Berechnung und Vorhersagung liegen im antiken Tierkreis und in den astronomischen Rechenverfahren, die im Zusammenhang mit dem Tierkreis in der Antike entwickelt wurden. Außerdem ist die Reise des Tierkreises und der damit verknüpften neuen astronomischen und astrologischen Kenntnisse und Praktiken durch die antike Welt ein Paradebeispiel für Innovation, Globalisierung, interkulturellen Austausch und Multikulturalität - zentrale und aktuell vieldiskutierte Gesellschaftsthemen.

 

Die Ausstellung im Neuen Museum stellt in mehreren Themenbereichen den antiken Tierkreis aus aktueller wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Perspektive vor. Anhand von antiken Artefakten aus Berliner Museen, darunter solchen, die noch nie ausgestellt wurden, führt sie die Besucher auf eine multikulturelle Reise durch Raum und Zeit, von Babylonien nach Ägypten, Griechenland und Rom (ca. 400 v. Chr. –  400 n. Chr.) und erklärt den Tierkreis vor dem Hintergrund seiner heutigen Bedeutung.

 

 

Kuratorisches Team

 

Die Ausstellung entstand in einer Kooperation zwischen dem Ägyptische Museum und Papyrussammlung, dem Vorderasiatischen Museum und dem Forschungsprojekt »ZODIAC – Ancient Astral Science in Transformation« (European Research Council / Freie Universität Berlin).

 

 

Publikation

 

Zur Ausstellung wird ein reich bebilderter Katalog erhältlich sein.

Diese Ausstellung endet in
80
Tage
20
Std
14
Min
49
Sek
Termine
Start21.03.2026
Ende10.01.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–18:00
Donnerstag10:00–18:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
Veranstaltungsort
Neues Museum
Neues MuseumBesuchereingang: James-Simon-Galerie, Bodestraße, 10178 Berlin

Zwei Sammlungen stellen ihre besonderen Kostbarkeiten im Neuen Museum vor: das Ägyptische Museum und Papyrussammlung und das Museum für Vor- und Frühgeschichte mit Objekten der Antikensammlung. Ägyptisches Museum und Papyrussammlung Das Ägyptische Museum und Papyrussammlung gewährt einen umfassenden Einblick in Kontinuität und Wandel der altägyptischen und nubischen Kulturen über vier Jahrtausende. Der Rundgang durch die Ausstellung beginnt mit der Geschichte der Ägyptologie und der Sammlung. Von der Präsentation des Königsbildes über die kunsthistorische Entwicklung der Skulptur mit dem eindrucksvollen Berliner »Grünen Kopf« geht es zu den drei Opferkammern des Alten Reichs, die Grabarchitektur und Reliefkunst erfahrbar werden lassen. Im Hauptgeschoss steht die Rundplastik im Vordergrund. Der typologischen Vorstellung von Privatfiguren folgen mit dem berühmten Köpfchen der Königin Teje und der weltbekannten Büste der Nofretete Werke der Amarna-Zeit. Der Rundgang durch Ägypten schließt mit ausgewählten Texten und literarischen Werken der altägyptischen bis spätantiken Schriftkultur in der »Bibliothek der Antike«. Alltagsleben, Jenseitswelt und Götterkult werden im Untergeschoss thematisiert. Museum für Vor- und Frühgeschichte mit Objekten der Antikensammlung Das Museum für Vor- und Frühgeschichte bietet mit 6.000 Exponaten eine umfängliche Ausstellung archäologischer Fundstücke aus ganz Europa und Teilen Asiens, die die Kulturgeschichte jener Regionen von der Steinzeit bis zum Mittelalter vorführen. Sie werden in einer sammlungsübergreifenden Präsentation durch Kunstwerke aus anderen archäologischen Sammlungen der Museumsinsel ergänzt. Im Erdgeschoss empfängt der Saal »Odin, Urnen, Beutekunst« die Besucher mit historischen Wandmalereien zur nordischen Mythologie. Es folgen die Säle mit Heinrich Schliemanns berühmter Sammlung trojanischer Altertümer und zur Kulturgeschichte des benachbarten Zypern. Im ersten Obergeschoss beginnt der Weg mit der Archäologie der römischen Provinzen und der Darstellung Roms germanischer Nachbarn im Norden. Der folgende Saal spannt den weiten Bogen von der Spätantike bis zum Beginn des christlichen Abendlandes. Das zweite Obergeschoss schließlich führt mit dem Schädel des Neandertalers von Le Moustier zurück in die Steinzeit, in die Bronzezeit mit dem geheimnisvollen »Berliner Goldhut« und die vielschichtige Kultur der vorrömischen Eisenzeit. Der Rundgang endet mit Einblicken in die Studiensammlung, die im Stil des 19. Jahrhunderts – der Zeit, in der das Museum erbaut wurde – gehalten ist.