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Kleve

Shirana Shahbazi – All at Once. An Interplay with Li Tavor

Die Einzelausstellung mit Shirana Shahbazi ist eine Kooperation mit dem Kunstmuseum Luzern und wird als Retrospektive Werke aus allen Schaffensphasen der Künstlerin zeigen. Die im Iran geborene, in Deutschland und der Schweiz ausgebildete, Künstlerin befasst sich in ihren Fotografien mit dem Wechselspiel zwischen Realität und Abstraktion, mit welchem sie aus Alltagsszenen und Farbfeldern visuelle Collagen generiert. Ausgangpunkt ist stets das analoge fotografische Bild, welches sie mit verschiedenen Techniken wie Mehrfachbelichtung, Siebdruck oder Lithografie auf seine Grenzen testet. Dabei orientiert sich Shahbazi an den klassischen kunsthistorischen Genres wie dem Landschaftsbild, dem Porträt, dem Stillleben und schafft häufig Bezüge zur Geschichte der Malerei und Skulptur, aber auch zur Architektur- und Designgeschichte. Am Ende entsteht ein vielschichtiges Bild, das kunsthistorische, politische, musikalische wie biografische Bezüge offeriert.

 

Die Einzelausstellung im Museum Kurhaus Kleve wird ortsspezifisch eingerichtet – Shahbazi wird zusammen mit Li Tavor auf das Museum zugeschnittene Präsentationsformen entwerfen. Tavor ist ausgebildete/r Architekt/in und Künstler/in, hat an der ETH Zürich Architektur studiert und an der Zürcher Hochschule der Künste ein Kunststudium absolviert. Zusammen mit einem Team von drei weiteren Architekten gewann Tavor an der 16. Architektur Biennale in Venedig (2018) den Goldenen Löwen mit der Installation Svizzera 240: House Tour.

 

Die mehrfach prämierte Shahbazi hat ihr Werk unter anderem im Museum of Modern Art in New York, an der Venedig Biennale, im Barbican Centre in London sowie im Kunsthaus Hamburg gezeigt. Ihre Arbeiten sind in renommierten Sammlungen wie dem Frans Hals Museum in Haarlem, dem Migros Museum für Gegenwartskunst in Zürich, dem Fotomuseum Winterthur, dem Centre Pompidou in Paris, dem MoMA und Guggenheim Museum in New York sowie der Tate Modern in London vertreten. In Kooperation mit dem Kunstmuseum Luzern entsteht ein Katalog, der bei Roma Publications in Amsterdam publiziert wird.

Diese Ausstellung beginnt in
23
Tage
14
Std
20
Min
51
Sek
Termine
Start15.11.2026
Ende18.04.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag11:00–17:00
Mittwoch11:00–17:00
Donnerstag11:00–17:00
Freitag11:00–17:00
Samstag11:00–17:00
Sonntag11:00–17:00
Veranstaltungsort
Museum Kurhaus Kleve
Museum Kurhaus KleveTiergartenstraße 41, 47533 Kleve

Das Museum Kurhaus Kleve wurde nach beinahe zehnjähriger Planungs- und fünfjähriger Bauzeit 1997 eröffnet. Sein heutiges Aussehen verliehen ihm, in effektiver Zusammenarbeit und sorgsamen Umgang mit dem historischen Kern, der niederländische Typograph und Entwerfer Prof. Walter Nikkels und der Architekt Heinz Wrede. Innerhalb der klassizistischen und wilhelminischen Mauern konnte ein meisterliches Zusammenspiel der denkmalwürdigen Bausubstanz mit neuer Architektur erzielt werden. Die Sammlungstradition der ehemaligen Herzogstadt Kleve reicht bis in das 16. Jahrhundert zurück. Unter Herzog Wilhelm dem Reichen (1539–1592) wurden auf der Klever Burg erstmals römische Altertümer, meist Funde aus der Region, zusammengeführt. Eine wirkliche Sammlung trug Kleves brandenburgischer Statthalter Johann Moritz von Nassau-Siegen im 17. Jahrhundert zusammen. Auf der Burg versammelte er römische Kleinkunst, und im Neuen Tiergarten richtete er ein Freilicht-Antiquarium römischer Altertümer ein. Dies verlegte er 1678 in das Halbrund seines Grabmals in Bergendael, südöstlich von Kleve. Fast hundert Jahre konnten Interessenten hier so berühmte Objekte wie der Marcus-Caelius-Stein bewundern. Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Sammlung von Kammerpräsident Julius Ernst von Buggenhagen auf die Burg überführt und hier mit den klevischen Altertümern, die auf der Burg erhalten waren, im sog. Antiquitätensaal zusammengeführt. 1795 erschien in Berlin sogar ein offizieller Bestandskatalog des Museums. Im frühen 19. Jahrhundert wurde das Museum aufgelöst, als die kostbarsten Stücke von Kleve nach Bonn überführt wurden, um dort den Grundstock des späteren Rheinischen Landesmuseums zu bilden. 1865 beschloss der Rat der Stadt Kleve, ein neues Museum zu gründen, das – dem Zeitgeschmack entsprechend – vor allem römischen Altertümern gewidmet war und in einem Saal im Klever Rathauses eingerichtet wurde. Nach mehreren Standortwechseln, unter anderem auf die Burg, wurde 1935 das »Museum« in der ehemaligen Landwirtschaftsschule an der Linde eröffnet. 1944/45 ging dieses Museum bei den Luftangriffen auf Kleve unter. Von der Sammlung blieben nur einige wenige Stücke erhalten. 1960 wurde im ehemaligen Wohnhaus des niederländischen Malers Barend Cornelis Koekkoek (Middelburg 1803–1862 Kleve) ein neues städtisches Museum eröffnet, das sich nicht mehr der römischen Archäologie, sondern der Kunst des Niederrheins widmete, mit Schwerpunkten auf der Kunst des Späten Mittelalters, der Kunst des Barock unter der Herrschaft des Fürsten Johann Moritz von Nassau-Siegen, und der Malerei der Klever Romantik um B.C. Koekkoek. Zwischen 1960 und 1980 entstand eine Museumssammlung, die sich auf diese Schwerpunkte konzentrierte. Die Malerschule der Klever Romantik wurde repräsentativ gesammelt. 1981 wurde die bedeutende Graphik-Sammlung Robert Angerhausen erworben. Nach 1980 wurde die Sammlungspolitik erweitert um Kunst der Gegenwart, ein Sammelgebiet, das dem Museum eine neue Perspektive bot und letztendlich als Brückenschlag zu dem neuen Museum im alten Kurhaus der Stadt fungierte. Entscheidend war die Erwerbung des Nachlasses des rheinischen Bildhauers Ewald Mataré (1887–1965) im Jahre 1988. In den neunziger Jahren wurde die Ausrichtung der Sammlung international und konnten, vor allem Dank der Unterstützung durch den Freundeskreis, die Kunststiftung NRW und das Kultusministerium des Landes NRW, bedeutende Werke für die Sammlung Gegenwartskunst erworben werden. Am 18. April 1997 wurde das neue Museum Kurhaus Kleve – Ewald Mataré-Sammlung eröffnet. Da das ehemalige Städtische Museum Haus Koekkoek im demselben Jahr in eine Stiftung verwandelt wurde, an der sich der Freundeskreis der Klever Museen, die Stadt Kleve und die NRW-Stiftung für Heimatschutz und Kulturpflege als Stifter beteiligten, hat das Museum Kurhaus die Sammlung von Malerei der Klever Romantik der Stiftung B.C. Koekkoek-Haus als Dauerleihgabe überlassen.