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Regensburg

SPUREN. Aus den Nachlässen von Susanne Böhm, Gisela Conrad, Helga Weichmann-Schaum, Wolfgang Keuchl

Wie bleibt künstlerisches Schaffen im kollektiven Gedächtnis lebendig? Mit dem Tod einer Künstlerin oder eines Künstlers schließt sich das Œuvre, doch seine Erzählung fängt oft erst an. Das materielle Erbe – Gemälde, Plastiken, Aufzeichnungen – wechselt in die Hände von Familie, Galerien oder öffentlichen Sammlungen. Wie diese Werke sortiert, gepflegt und ausgestellt werden, prägt entscheidend, welche Facetten eines Lebenswerks die Zeit überstehen. Ein Kunstnachlass ist keine bloße Erbmasse, sondern ein lebendiges Archiv ästhetischer Entscheidungen und zeitgeschichtlicher Zeugnisse. In der Städtischen Galerie im Leeren Beutel beleuchten eine Sonderausstellung und eine Fachtagung dieses Thema aus verschiedenen Perspektiven. 

 

Die Gruppenausstellung »SPUREN« übersetzt diese theoretische Frage in eine unmittelbare, sinnliche Begegnung mit der Kunst. Im Zentrum stehen Arbeiten von Susanne Böhm, Gisela Conrad, Wolfgang Keuchl und Helga Weichmann-Schaum. Alle vier haben die Kunstszene in und um Regensburg nachhaltig geprägt. Dass ihre Nachlässe heute an unterschiedlichen Orten – in privater wie öffentlicher Verantwortung – liegen, zeigt exemplarisch die Bandbreite des Bewahrens. Für die Schau im Leeren Beutel werden die sonst getrennt konservierten Arbeiten neu arrangiert, sodass ein lebendiger, inspirierender Dialog mit dem Überlieferten gelingt. Dabei treten zum einen die unverwechselbaren Handschriften, aber auch die produktiven Wechselbeziehungen zwischen Malerei, Grafik und Fotografie hervor.

 

»SPUREN« bietet die wunderbare Gelegenheit, das Schaffen dieser vier Persönlichkeiten ganz neu zu entdecken. Gleichzeitig zeigt die Schau, wie essenziell die aktive Pflege von Kunstnachlässen ist, denn sie schützt das kulturelle Erbe vor dem Vergessen und lässt die Bedeutung eines Lebenswerks weit in die Zukunft wirken.