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Würzburg

Städtische Sammlung Würzburg – Neupräsentation Gegenwartskunst und Neuerwerbungen

In den vergangenen Monaten wurde die Beleuchtung der Ausstellungsräume im Museum im Kulturspeicher (MiK) Würzburg auf moderne LED-Technik umgerüstet. Alle ausgestellten Werke können nun präziser, farbgetreuer und nachhaltiger ausgeleuchtet werden. In der Städtischen Sammlung nutzte Kuratorin Henrike Holsing den Lichtumbau insbesondere für eine Neupräsentation der Kunst nach 1945 bis in die Gegenwart. Hier treten nun zentrale Positionen der regionalen Kunst aus Würzburg – etwa von Wolfgang LenzDieter Stein und Curd Lessig – in Dialog mit bislang selten gezeigten Plastiken der 1950er- bis 1960er-Jahre von Fried Heuler und Fritz Koenig.

 

Im Kontext des bevorstehenden des 104. Deutschen Katholikentag in Würzburg (13.–17. Mai 2026) wird dabei insbesondere die religiös geprägte Skulptur als Ausdruck der Bedeutung von Kirchenkunst in der Nachkriegszeit sichtbar. Auch in der Gegenwartskunst wird die spirituelle Dimension thematisiert – etwa in Arbeiten von Helmut Dirnaichnerherman de vries und Helga Franke.

 

Neben bekannten Arbeiten – darunter die großen Kopfreliefs von Stephan Balkenhol, die »Flowers« von Andy Warhol sowie die Skulpturen von Joachim Koch, Herbert Mehler und Angelika Summa – sind zahlreiche Kunstwerke zum ersten Mal zu sehen.

 

 

Neuzugänge stärken die Sammlung

 

Die Würzburger Künstlerin Lilo Emmerling schenkte dem MiK 2025 ein umfangreiches Konvolut, aus dem nun zwei Frühwerke erstmals präsentiert werden. Die Sammlung Fotografie wurde gestärkt durch vier Arbeiten des Würzburger Fotografen Christoph Naumann-Zimmer aus der Serie »Autobahn« sowie durch Werke von Johanna Diehl aus ihrem »Zypern«-Zyklus; die Künstlerin lehrt Fotografie an der Würzburger Fachhochschule.

 

Besonders hervorzuheben ist dabei das Engagement des Freundeskreis Kulturspeicher Würzburg e.V., der mehrere Ankäufe im Bereich der Gegenwartskunst finanziell ermöglichte: So hat der »Grünspecht« von Matthias Garff nun im Gebälk des Museumsfoyers ein dauerhaftes Zuhause gefunden. Aus der Ausstellung »Fröhliche Freizeit und gute Laune durch Freude am Selbermachen« (September 2025 bis Januar 2026) konnte mit Unterstützung des Vereins ein Gemälde der in Berlin lebenden Künstlerin Lena Schramm erworben werden. Eine ebenfalls durch den Freundeskreis erworbene Arbeit aus der Serie »Einsdreissig« von Monika Huber wurde durch eine Schenkung der Künstlerin ergänzt. Zudem ist ihre Videoarbeit »RIOTS« bis August 2026 als Leihgabe zu sehen.

 

Aus den Erlösen der Veranstaltung »WEIN+KUNST« und dank der fränkischen »Weinladies« konnte 2025 ein Gemälde von Gülbin Ünlü erworben werden. Die Münchner Künstlerin, derzeit Stipendiatin der Villa Romana in Florenz – sozusagen in den Fußstapfen Emy Roeders –, wird im Sommer 2027 mit einer Einzelausstellung im MiK präsent sein.

 

Mit diesen Erwerbungen und Neuzugängen wurde insbesondere die Position von Künstlerinnen in der Städtischen Sammlung deutlich gestärkt.

 

 

Neugestalteter Sammlungsraum zur Kunst nach 1945

 

Der neu gestaltete Sammlungsraum verdeutlicht die Vielfalt und Freiheit künstlerischer Entwicklungen seit den 1950er-Jahren. Nicht nur werden gegenwartsrelevante Themen behandelt, vielmehr etablieren sich auch neue Kunstformen: Fotografie und Videokunst, Konzept- und Installationskunst. Unkonventionelle, früher kunstunwürdige Materialien wie Asche bei herman de vries oder Erde bei Madeleine Dietz erweitern das Spektrum. Fotografie reflektiert gesellschaftliche und politische Realitäten, beispielsweise bei Johanna Diehl, Monika Huber, Christoph Naumann-Zimmer. Malerei widmet sich lustvoll dem malerischen Prozess und den Wirkungen von Farbe sowie – in der Nachfolge der Pop-Art – populären Bildwelten.

 

Die Werke in diesem Raum zeigen die ungebändigte Kreativität von Kunst in unserer Zeit und laden zur Entdeckung neuer Perspektiven ein. Entstanden ist so ein offener Raum, der die Experimentierfreude und Vielstimmigkeit der Kunst bis in die Gegenwart erfahrbar macht.

Termine
Start28.03.2026
EndeLäuft auf unbestimmte Zeit
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag13:00–18:00
Mittwoch11:00–18:00
Donnerstag11:00–18:00
Freitag11:00–18:00
Samstag11:00–18:00
Sonntag11:00–18:00
Veranstaltungsort
Museum im Kulturspeicher Würzburg
Museum im Kulturspeicher WürzburgOskar-Laredo-Platz 1 (vormals Veitshöchheimer Str. 5), 97080 Würzburg

Die Sammlung Peter C. Ruppert – Konkrete Kunst in Europa nach 1945 Die Sammlung zeigt die Präsenz der Konkreten Kunst in 23 europäischen Ländern und die unterschiedlichen Erneuerungen und Ausformungen, die sie nach 1945 erfahren hat. Es wird immer vielfältiger, das Bild Europas in der »Sammlung Peter C. Ruppert – Konkrete Kunst in Europa nach 1945«. Denn in den letzten Jahren wurde durch den Sammler Peter C. Ruppert die Kollektion weiter vergrößert. Insbesondere die Länder Osteuropas erfuhren mit Werken mehrerer Kunstschaffender, darunter Tamas Henczse, Tamas Konok, István Nadler, János Megyik, András Mengyán (Ungarn), Wieslaw Luczay, Jan Pamula (Polen) oder Milan Dobeš, Marián Drugda, Viktor Hulik (Slowakei) beträchtliche Zuwächse in der Sammlung. Städtische Sammlung – Regionale Identität und überregionale Entwicklungen Der Ruf nach einer Galerie mit einer Städtischen Sammlung kam nach dem Ersten Weltkrieg aus dem Kreis Würzburger Künstler:innen. Promotor und Vorreiter war der Maler und Kunsterzieher Heiner Dikreiter (Ludwigshafen 1893–1966 Würzburg). Seit den 1920er Jahren suchte er die Kunst und Kunstschaffenden seiner Zeit in der Gegenwart und im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu verankern und so eine Verbindung zu schaffen zur ruhmreichen künstlerischen Vergangenheit. Im Zuge der Gründung der Städtischen Galerie 1941 begann eine rege Sammlungstätigkeit. In nur wenigen Jahren wurden durch Schenkungen, Nachlässe, private Leihgaben und Ankäufe Werke von Künstler:innen zusammen getragen, die im 19. und 20. Jahrhundert durch Herkunft oder Tätigkeit mit Würzburg und Mainfranken verbunden waren. Diese Zielrichtung setzte Maßstäbe für die weitere Ankaufs- und Sammlungspolitik. Sie konzentrierte sich über Jahrzehnte auf Werke deutscher, bevorzugt fränkisch-süddeutscher Kunstschaffenden des 19. und 20. Jahrhunderts, auch wenn nach und nach der geographische Rahmen erweitert wurde. Heute orientiert sich die Sammlungstätigkeit stärker an den Schwerpunkten, die sich in der Sammlung ausgebildet haben. Diese vermitteln überregionale Entwicklungen in der Kunst oder rücken einzelne Künstler:innenpersönlichkeiten wie Wilhelm Leibl und seinen Kreis in den Blick.