demnächst
Düsseldorf

Substantial Changes

Dana-Fiona Armour, Julian Charrière, Liza Dieckwisch, Julia Gruner, Vera Kox, Elsa Salonen, Diana Scherer

 

In einer Zeit, die von substantiellen Veränderungen geprägt ist, geraten zahlreiche Aspekte des Lebens in Bewegung. Angesichts der zunehmenden Digitalisierung im Arbeits- und Privatleben und sich zuspitzenden ökologischen und soziopolitischen Krisen kommen Fragen nach der Materialität der Kunst bei einer jüngeren Generation von Kunstschaffenden auf besondere Weise zum Tragen. 

 

So reflektieren die Künstlerinnen und Künstler dieser Ausstellung die Beschaffenheit und Umweltverträglichkeit der Stoffe und Prozesse ihrer künstlerischen Arbeit. Gängige Grenzziehungen zwischen natürlich und künstlich, organisch und anorganisch geraten dabei in den Blick. Auf der Suche nach innovativen künstlerischen Verfahren und neuen, teilweise sogar biologisch abbaubaren Materialien werden alternative Wege der Kunstproduktion beschritten. Dabei beruht die künstlerische Konzeption oftmals auf Recherchen und ist auf Prozesshaftigkeit ausgelegt. Eigengesetzlichkeiten von Stoffen werden hierbei gezielt berücksichtigt und einbezogen. Stoffe reagieren untereinander wie auch mit weiteren Elementen und verändern sich dabei teilweise in Farbe oder Konsistenz. Zudem umspannen sie verschiedene geologische Zeitlichkeiten, die sich in die Materialien einschreiben. Zum Teil beinhalten die Prozesse auch Formen der Interaktion, unter anderem mit mehr-als-menschlichen Akteurinnen und Akteuren. Durch die Perspektive einer aktiven Rolle der Mitgestaltung unterliegt auch das Selbstbild als Künstlerin oder Künstler einer Neupositionierung. Von einem Verständnis der individuell Schöpfenden hin zu Kollaborationen in Formen der gemeinsamen Mitautorinnen- und Mitautorenschaft gerät eine Offenheit in den Fokus, die Momente des nicht mehr vollkommen Steuerbaren beinhalten kann.

 

In den Ansätzen der Beteiligten dieser Gruppenausstellung drückt sich eine respektvolle Haltung gegenüber der uns umgebenden Welt und den Ressourcen unseres Planeten aus. Substantielle Veränderungen prägen die aktuelle zeitgenössische Kunst ebenso wie zahlreiche andere Lebensbereiche, was sich im Wandel des Materialumgangs der Kunstschaffenden niederschlägt, deren Werke sich poetisch im Raum entfalten. 

 

Kuratoren: Ludwig Seyfarth, Julia Katharina Tiemann

Diese Ausstellung beginnt in
31
Tage
6
Std
27
Min
3
Sek
Termine
Start04.12.2026
Ende13.06.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag11:00–17:00
Mittwoch11:00–17:00
Donnerstag11:00–17:00
Freitag11:00–17:00
Samstag11:00–17:00
Sonntag11:00–17:00
Veranstaltungsort
KAI 10 | Arthena Foundation
KAI 10 | Arthena FoundationKaistraße 10, 40221 Düsseldorf

KAI 10 | Arthena Foundation ist eine nicht kommerzielle Kunstinstitution ohne eigene Sammlung. Die Ausstellungsräume befinden sich in einem ehemaligen, in den 1950er Jahren errichteten Speicher an der Kaistraße 10, einem der wenigen verbliebenen historischen Gebäude im Düsseldorfer Medienhafen. Mit über 600 qm Ausstellungsfläche bieten sie einen idealen Rahmen für die Präsentation und Umsetzung künstlerischer Ideen. KAI 10 ist bei freiem Eintritt zu regulären Öffnungszeiten zugänglich und ergänzt das Angebot der anderen Museen und Ausstellungshäuser der Region. Seit der Eröffnung der Räume im September 2008 stellten hier schon über 200 Künstler:innen aus. Dabei stehen weltweit renommierte Namen neben weniger etablierten Positionen, die – nicht zuletzt in der lokalen Szene im Rheinland – immer wieder zu entdecken sind. Zahlreiche Künstler:innen der jüngeren Generation waren schon im KAI 10 vertreten, bevor sie in den letzten Jahren weithin bekannt wurden. Für die überregionale und internationale Ausstrahlung von KAI 10 | Arthena Foundation sorgen auch Aktivitäten außerhalb der Räumlichkeiten in der Kaistraße sowie Projekte an anderen Orten. Ein Höhepunkt war die Teilnahme an der 55. Internationalen Biennale in Venedig im Jahr 2013. Im Rahmen der Eventi Collaterali präsentierte die Arthena Foundation eine viel beachtete Einzelschau von Thomas Zipp. Die Ausstellung Backdoor Fantasies im Jahr 2014 bespielte nicht nur die eigenen Räume, sondern auch weitere Gebäude und den Außenraum des Medienhafens. Zunehmend finden auch Kooperationen mit renommierten Partnerinstitutionen im In- und Ausland statt, so mit der Kunsthalle Nürnberg (2016, 2020), dem Goethe-Institut Paris (2017), dem KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst in Berlin (2017), Building Bridges Art Exchange in Los Angeles (2017) oder Marta Herford (2019). In Kooperation mit dem Sonderforschungsbereich Affective Societies an der Freien Universität Berlin entstand im Jahr 2017 die viel diskutierte Ausstellung Affect Me. Social Media Images in Art. Gemeinsam mit dem Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI e.V. wurde im Oktober 2018 in KAI 10 der ars viva-Preis verliehen, verbunden mit einer Ausstellung der Preisträger:innen. Auch die Förderung junger Kunsthistoriker:innen und Kritiker:innen ist der Arthena Foundation ein großes Anliegen. Die Vermittlung von Kunst stand im Zentrum zweier Projekte mit Studierenden der Universität zu Köln und der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Bereits zweimal fand das Kunstkritik Labor in KAI 10 statt. Unter Anleitung namhafter Autor:innen bot es dem journalistischen Nachwuchs Gelegenheit, das Handwerkszeug des Kunstjournalismus zu erlernen. Als organisatorisch schlanke, aber international orientierte Institution steht KAI 10 | Arthena Foundation für eine intensive Auseinandersetzung mit der aktuellen Kunst in direktem Kontakt mit den Besucher:innen.