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Luxemburg

Superflex – The Bank

Das Künstlerkollektiv SUPERFLEX wurde vom Mudam beauftragt, ein in mehreren Schritten angelegtes Projekt umzusetzen, das in einem permanenten Kunstwerk im angrenzenden Park Dräi Eechelen seinen Abschluss finden wird. Das künftige Werk soll den Park zu einem Ort der Begegnung für alle machen und die Beziehung zwischen Museum und Umfeld vertiefen. Über den gesamten Sommer 2026 erstreckt sich ein partizipativer Prozess, der Ideen jener Menschen einholen soll, die den Park und das Museum besuchen – bevor das Werk entsteht.

 

Unter dem Titel The Bank begreift diese partizipative Phase Museen als »Kulturbanken«, die Werte zugleich bewahren und schaffen. Sie lädt das Publikum des Mudam – insbesondere Kinder und junggebliebenere Erwachsene – ein, die Architektur des Museums zu dekonstruieren und daraus spielerisch ihre eigene »Bank« neu zu errichten, um so ihre Ideen, Vorstellungen und Träume für die Zukunft von Institutionen zum Ausdruck zu bringen. »Es gibt viele Arten von Banken – Finanzbanken, Blutbanken, Saatgutbanken, Lebensmittelbanken und mehr. Jede von ihnen bewahrt etwas Wertvolles. Stell dir vor, du entwirfst eine neue Bank. Was sollte sie deiner Meinung nach für die Zukunft aufbewahren? Wie sollte das Gebäude aussehen?«, fragt SUPERFLEX.

 

Mithilfe von Gussformen, die SUPERFLEX entworfen hat, sind die Teilnehmenden eingeladen, Tonstücke zu schaffen, die von der Architektur des Mudam inspiriert sind. Sie können ihrer Fantasie freien Lauf lassen und ihr eigenes Modell nach eigenen Vorstellungen gestalten. Die Modelle werden anschließend vor dem Museum versammelt und bilden nach und nach eine »Stadt der Banken«, die im Laufe der Zeit wächst, sich unter dem Einfluss des Wetters verwandelt, um schließlich in den Kreislauf der Natur zurückzukehren.

 

Aus dieser kollektiven Schöpfung heraus wird SUPERFLEX einen Entwurf für eine dauerhafte Installation entwickeln, die als Ort der Begegnung, des Austauschs, des Spiels und der Erholung dienen soll. Mit The Bank rückt SUPERFLEX Partizipation und intergenerationellen Dialog ins Zentrum ihres künstlerischen Schaffens. Das Projekt wirft die Frage auf, ob Institutionen ihre Zukunft weniger durch Ansammlung und Bewahrung gestalten als durch kollaborative, offene Prozesse.

 

 

Das Kollektiv 


SUPERFLEX wurde 1993 von Jakob Fenger, Bjørnstjerne Christiansen und Rasmus Rosengren Nielsen gegründet.

 

Als erweitertes Kollektiv konzipiert, hat SUPERFLEX kontinuierlich mit einer Vielzahl von Mitarbeiter:innen zusammengearbeitet von  Gärtner:innen  über  Ingenieur:innen  bis  hin  zu Ausstellungsbesucher:innen.  In  ihrer  Auseinandersetzung  mit alternativen Modellen sozialer und wirtschaftlicher Organisation haben ihre Arbeiten die Form von Energiesystemen, Getränken, Skulpturen, Kopien, Hypnosesitzungen, Infrastruktur, Gemälden, Pflanzschulen, Verträgen und öffentlichen Räumen angenommen.

 

SUPERFLEX arbeitet sowohl innerhalb als auch außerhalb des physischen Ausstellungsraums und engagiert sich seit der Eröffnung des preisgekrönten Superkilen im Jahr 2012 in bedeutenden Projekten im öffentlichen Raum. Ihre Projekte sind in der Regel partizipativ und beziehen die Beteiligung lokaler Gemeinschaften, Fachleute und Kinder ein. Jüngere Arbeiten haben den Ansatz der Zusammenarbeit noch weiter getrieben und die Mitwirkung anderer Spezies einbezogen. SUPERFLEX entwickelt eine neue Form des Urbanismus, die die Perspektiven von Pflanzen und Tieren einschließt und darauf abzielt, die Gesellschaft in Richtung eines artenübergreifenden Zusammenlebens zu bewegen. Für SUPERFLEX ist nicht ausgeschlossen, dass die beste Idee von einem Fisch stammt.

 

Einzelausstellungen von SUPERFLEX waren international zu sehen, unter anderem am ICA, San Diego; Generator, University of Tampa; Bauhaus Dessau; Viborg Kunsthal (2023); Kunsthaus Graz (2021); Turku Art Museum (2020) und Tate Modern, London (2017). Das Kollektiv nahm an zahlreichen Gruppenausstellungen und Biennalen teil, darunter am 21st Century Museum of Contemporary Art, Kanazawa; der 60. Internationalen Kunstausstellung – La Biennale di Venezia (2024); Kunsthalle Mannheim; Busan Biennale (2023); UQ Art Museum, Brisbane; Art Sonje Center, Seoul (2022); MAAT – Museum of Art, Architecture and Technology, Lissabon (2021); CAPC – musée d’art contemporain de Bordeaux (2020). Ausgewählte öffentliche Projekte umfassen Al Mujarrah Park, Sharjah (2025); As Close As We Get, Kopenhagener Hafen (2022); Play Contract, Billund (2021); Superkilen, Kopenhagen (2012). SUPERFLEX ist in Kopenhagen ansässig.

 

Kurator:innen: António Mendes und Christophe Gallois, assistiert von Clara Froumenty

Diese Ausstellung endet in
13
Tage
6
Std
37
Min
11
Sek
Termine
Start15.05.2026
Ende30.09.2026
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–21:00
Donnerstag10:00–18:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
Veranstaltungsort
Mudam – Das Museum für zeitgenössische Kunst in Luxemburg
Mudam – Das Museum für zeitgenössische Kunst in Luxemburg3, Park Dräi Eechelen, 1499 Luxemburg

Die größte Sammlung für zeitgenössische Kunst – inhaltlich wie konzeptuell konsequent international – umfasst mehr als 800 Werke aller Medien von Künstlern aus Luxemburg und der ganzen Welt. Dabei besteht ein kleiner Teil der Sammlung aus Mode- und Designobjekten. Über 54 Werke in der Sammlung waren Auftragsarbeiten für das Mudam und entstanden unter Berücksichtigung seiner spezifischen architektonischen Gegebenheiten. Eckdaten für den Sammlungsaufbau waren die ersten Erwerbungen in den 1990er-Jahren, die Gründung des Museums 1998 und seine Eröffnung 2006. Wenngleich die 1960er-Jahre als historischer Bezugspunkt für die Gegenwartskunst gelten, datiert die Mehrzahl der Werke in der Sammlung aus den Jahren 1989 bis heute. Eine der seltenen Ausnahmen bildet das Möbelensemble für das Paimio-Sanatorium, welches zwischen 1930 und 1933 von dem Architekten Alvar Aalto entworfen und 2000 durch das Mudam erworben wurde. Die Mission des Mudams ist das Sammeln, die Aufbewahrung und die Präsentation der bedeutendsten zeitgenössischen Kunst unserer Zeit und sie einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Mit seinen Ausstellungen, Publikationen und künstlerischen sowie pädagogischen Programmen fördert das Mudam Forschung und Dialog während es dabei der sich wandelnden Natur der Kunst und ihrer Produktion in der Welt besondere Aufmerksamkeit widmet. Das Mudam hat sich zum Ziel gesetzt, ein Referenzmuseum für zeitgenössische Kunst und eine vorbildliche Einrichtung in Luxemburg in Bezug auf künstlerische und kulturelle Exzellenz zu sein. Das Mudam fördert Kreativität, visionäres Denken, Offenheit und kulturelle Teilnahme für alle. Wie Luxemburg hat das Mudam seinen Sitz in Europa mit einer Vision für die ganze Welt. Das Mudam setzt sich für eine integrativere, tolerantere sowie ökologisch und sozial verantwortungsvollere Welt ein, in welcher Museen eine führende Rolle bei der Übertragung unseres zeitgenössischen kulturellen Erbes an künftige Generationen spielen.

Weiterführende Literatur