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Wiesbaden

Suzan Frecon – Alexej von Jawlensky-Preis

Der achte Alexej von Jawlensky-Preis für ein Lebenswerk geht 2027 an die Malerin Suzan Frecon (geb. 1941). Die US-amerikanische Künstlerin hat sich durch ihre kontinuierliche Arbeit in einem männlich dominierten Kunstbetrieb über Jahrzehnte hinweg behauptet. Ihr Werk erforscht auf eindrucksvolle Weise das Zusammenspiel von Licht und Farbe, wobei die unterschiedlichen Oberflächenstrukturen von größter Subtilität sind. Die Konsequenz und Beharrlichkeit ihrer Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Grenzen des Malerischen – jenseits aller Moden – hat die Jury überzeugt. Mit der Reduktion ihrer Sprache erschafft sie intensive Werke von stiller Intimität. Mit der Auszeichnung wird ein künstlerisches Werk geehrt, das sich durch seine Integrität, Eigenständigkeit und Ruhe auszeichnet.
(aus der Begründung der Jury)

 

Die Ausstellung von Suzan Frecon konzentriert sich auf aktuelle Werke. Ihre großformatige Malerei füllt dabei sechs Säle der zentralen Gemäldegalerie des Museums Wiesbaden. Dosiert einströmendes Tageslicht wird die Werke in besonderer Weise zum Leuchten bringen, zugleich aber auch einen Wandel der Malerei im Laufe der Tage und Wochen sichtbar machen.

 

 

Der Alexej von Jawlensky-Preis

 

Zu Ehren des berühmtesten Künstlers der Stadt vergibt die Landeshauptstadt Wiesbaden gemeinsam mit der Spielbank und der Nassauischen Sparkasse den Alexej von Jawlensky-Preis für das Lebenswerk eines/r zeitgenössischen Künstler/in. Suzan Frecon ist die achte Preisträgerin nach Agnes Martin (1991), Robert Mangold (1998), Brice Marden (2004), Rebecca Horn (2007), Ellsworth Kelly (2012), Richard Serra (2017) und Frank Stella (2022).

Diese Ausstellung beginnt in
204
Tage
0
Std
52
Min
33
Sek
Termine
Start14.05.2027
Ende10.10.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–17:00
Mittwoch10:00–17:00
Donnerstag10:00–21:00
Freitag11:00–17:00
Samstag10:00–17:00
Sonntag10:00–17:00
Veranstaltungsort
Museum Wiesbaden
Museum WiesbadenFriedrich-Ebert-Allee 2, 65185 Wiesbaden

Die Gründung der Wiesbadener Museumssammlungen verdankt sich bürgerlichem Engagement des frühen 19. Jahrhunderts. Der Grundstock der Sammlungen geht auf die bis in das 18. Jahrhundert zurückreichende Sammlertätigkeit des Privatsammlers Johann Isaac Freiherr von Gerning zurück. Einer Anregung des in Wiesbaden zur Kur weilenden Johann Wolfgang von Goethe folgend, wurden die Kunstwerke, Altertümer und Naturalien von Gernings vom Staat Nassau erworben und zunächst im Palais des Nassauischen Erbprinzen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. In der Folge bildeten sich drei Museen, deren Träger der Verein für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung, der Nassauische Verein für Naturkunde und der Nassauische Kunstverein waren. Im Jahr 1900 gingen die drei Museen in städtisches Eigentum über. Zwischen 1913 und 1915 entstand ein Neubau nach Plänen des Architekten Theodor Fischer. In der Konzeption des Fischer-Baus entstand ein modernes Gebäude, das den unterschiedlichen Bedürfnissen der drei Sparten gerecht wurde und bereits Platz für wechselnde Ausstellungen bot. In den 1920er und frühen 1930er Jahren entwickelten die Direktoren mit Unterstützung der assoziierten Vereine eine rege Sammel- und Ausstellungstätigkeit. Auch wurden mit Hilfe Wiesbadener Bürger:innen wichtige Sammlungsergänzungen in allen Bereichen vorgenommen. Als Dauerleihgabe des Kunstmuseums gehörten dazu zahlreiche Gemälde des Wiesbadener Sammlers Heinrich Kirchhoff. In diese Zeit fällt auch die Wirkungszeit des Präparators Josef Burger, der eine umfangreiche und hochwertige Sammlung zur Präsentation in der Dauerausstellung des Naturhistorischen Museums schuf. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten kamen alle Gemälde aus dem Umfeld des Expressionismus, wie beispielsweise Werke von Jawlensky oder Klee, und der konstruktiven Positionen zunächst ins Depot des Museums. Im Jahr 1937 wurden die Arbeiten dann ins zentrale Sammellager nach Potsdam abtransportiert. Der Sammler Heinrich Kirchhoff musste seine Dauerleihgaben zurücknehmen. Von 1935 bis 1945 war Hermann Voss Direktor des Museums. Unter seiner Leitung wurden über 200 Werke erworben, darunter auch hochkarätige Barockgemälde. Ab 1943 war Voss parallel Sonderbeauftragter für das Führermuseum in Linz. Seine Erwerbungen werden derzeit auf ihre rechtmäßige Provenienz hin untersucht. Dabei hat sich herausgestellt, dass zahlreiche Gemälde unrechtmäßig aus jüdischem Besitz in das Museum gelangten. Nach Kriegsende wurde das Gebäude zum »Central Collecting Point« der Amerikaner. Nachdem die hier vorübergehend eingelagerten Kunstschätze – darunter die Büste der Nofretete und Rembrandts Mann mit dem Goldhelm – wieder an ihre Besitzer:innen zurückgegeben worden waren, begann in den 1950er und 1960er Jahren mit sparsamsten Mitteln eine Phase der Wiedereinrichtung der Sammlungen. In diese Zeit fällt auch der beginnende Aufbau der heute wertvollsten und bedeutendsten Sammlung der Kunst – der Jawlensky-Sammlung – durch den damaligen Museumsdirektor Clemens Weiler. Im Jahr 1973 übereignete die Stadt Wiesbaden die drei Sammlungen dem Land Hessen, das sie seitdem als Museum Wiesbaden betreibt. Heute stehen den beiden Abteilungen, der Kunstsammlung und den Naturhistorischen Sammlungen, 7.400 Quadratmeter Ausstellungsfläche zur Verfügung. Abwechslungsreich proportionierte Galerien mit weiträumigen Durchblicken und großzügige neue Ausstellungsräume bilden ein attraktives Umfeld für anregende Begegnungen mit Exponaten der Kunst und Natur.

Weiterführende Literatur