Paul Diestel | Clare Langan | Christiane Löhr | Nathan Peter | Patricia Shone
Die Ausstellung »SYMBIOSIS | Kunst zwischen Mensch und Natur« in der Kunsthalle im Glaspalast untersucht die komplexen Beziehungen zwischen Mensch und Natur. Sie stellt die Frage, wie Kunst diese Verbindung ästhetisch und konzeptionell erfahrbar machen kann. Durch die Werke der fünf ausgewählten, international tätigen Künstlerinnen und Künstler – Paul Diestel, Christiane Löhr, Clare Langan, Nathan Peter und Patricia Shone – wird die Symbiose von Mensch und Natur in verschiedenen Facetten beleuchtet: von der Fragilität natürlicher Prozesse über die poetische Erzählung der Landschaft bis hin zu Materialität und Formgebung als Ausdruck natürlicher Kräfte. Dabei werden die Gegensätze und Harmonien zwischen natürlichen Prozessen und menschlichem Einfluss erfahrbar gemacht.
Die Ausstellung in der Halle 1 des Zentrums für Gegenwartskunst, dem sogenannten »H1«, ist auf rund 1.100 qm als multisensorisches Erlebnis konzipiert und integriert verschiedene Medien – Malerei, Zeichnung, Skulptur, Installation und Videokunst. Durch die räumliche Inszenierung entsteht ein Dialog zwischen den Werken, der den Besucherinnen und Besuchern erlaubt, das Zusammenspiel von Mensch und Natur anhand der ausgestellten Kunstwerke sinnlich, emotional und intellektuell zu erfahren.
Durch die Kombination von poetischer Erzählung, ästhetischer Präzision und individuellen Erfahrungen wird eine Brücke zwischen Kunst, Natur und den Besucherinnen und Besuchern geschlagen. Auf diese Weise lädt die Ausstellung dazu ein, die Verbindung zwischen Menschen und Natur zu reflektieren, sich inspirieren zu lassen und neue Perspektiven auf ein verantwortungsvolles Miteinander zu entwickeln. Die Ausstellung schafft einen Raum, in dem Kunst, Natur und verschiedene Ebenen menschlicher Wahrnehmung miteinander verschmelzen.
Künstlerinnen und Künstler
Der deutsche Bildhauer Paul Diestel (*1996) erforscht in seinen Plastiken, Skulpturen und Installationen flüchtige Momente, in denen Mensch und Natur aufeinandertreffen. Seine Werke verbinden oft eine minimalistische Linienführung mit natürlichen Materialien und erzeugen so einen meditativen Dialog zwischen Natur und menschlichem Eingriff.
Die irische Filmemacherin und Videokünstlerin Clare Langan (*1967) befasst sich mit Landschaften, oft in einem Zustand des Übergangs oder der Zerstörung. Sie erschafft melancholische und atmosphärische Bilder, die den Einfluss des Menschen auf die Natur reflektieren. Langans filmische Werke sind sinnliche Meditationen über Zeit, Raum und die Veränderung natürlicher Lebensräume durch den Klimawandel.
Die deutsche Künstlerin Christiane Löhr (*1965) arbeitet mit natürlichen Materialien wie Samen, Gräsern, Blüten und Tierhaaren, die sie zu filigranen Skulpturen formt. Ihre Werke spiegeln die Präzision und Fragilität natürlicher Systeme wider und erinnern an die Notwendigkeit von Respekt und Achtsamkeit im Umgang mit der Natur. Löhrs Installationen sind eine Hommage an die Eleganz und Zartheit natürlicher Strukturen und verkörpern das Konzept der Koexistenz von Mensch und Natur.
Der US-Künstler Nathan Peter (*1978) arbeitet in seinen Werken mit Schichtungen und Überlagerungen, die natürliche und künstliche Elemente miteinander verschmelzen lassen. Seine Gemälde, Reliefs und Installationen setzen sich intensiv mit dem Konzept von Transformation auseinander – sei es durch Erosionsprozesse, Verwitterung oder das bewusste Eingreifen des Menschen. Peter verwendet dabei oft Materialien wie Holz, Bitumen, Metall, Textilien und Pigmente, die eine Verbindung zur Natur herstellen und zugleich ihre Manipulation durch den Menschen sichtbar machen.
Die schottische Keramikkünstlerin Patricia Shone (*1962) verwendet verschiedene Erden und Tonarten unter der Anwendung tradierter und höchst aufwendiger Techniken – unter anderem japanischer Raku- oder Saggar-Verfahren –, um skulpturale Objekte zu schaffen, die die erodierenden Kräfte der Natur widerspiegeln. Ihre Werke verweisen auf die geologische Tiefe und die Verbindung des Menschen mit dem Boden, auf dem er lebt. Shones bildhauerische Arbeiten sind inspiriert von der Landschaft ihrer schottischen Heimat und erfassen die Essenz von Erdprozessen und natürlicher Zersetzung.
Zur Ausstellung entsteht ein zweisprachiger Katalog (deutsch/englisch).

