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Potsdam

Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus

Den höchsten Grad an Leuchtkraft und Harmonie zu erreichen – diesem Ziel verschrieb sich Paul Signac, als er Mitte der 1880er-Jahre mit Georges Seurat eine neue Malweise in die Kunst einführte. Die Ausstellung Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus beleuchtet als erste umfassende Signac-Schau in Deutschland seit 30 Jahren die zentrale Rolle des Künstlers innerhalb der Bewegung des Neoimpressionismus und geht seinem Einfluss als Theoretiker, Netzwerker und Ausstellungsorganisator nach.

 

Auf der letzten gemeinsamen Ausstellung der Impressionisten im Jahr 1886 stellten in Paris Künstler aus, die sich später als Neoimpressionisten bezeichneten. Mit dem Nebeneinander unvermischter Farben strebten sie eine Wirkung ihrer Bilder an, die an pures Licht erinnern sollte. Die Landschaftsmotive ähnelten jenen ihrer impressionistischen Vorbilder, doch ersetzten sie deren duftige Atmosphäre und spontane Malerei durch seriell aufgetragene Pinseltupfen in den Farben des Prismas. Diese Zerlegung der Farben, die sich nicht mehr auf der Palette, sondern im Auge der Betrachtenden mischen sollte, suchte Inspiration in neuen Erkenntnissen der Optik und der Wahrnehmungsphysiologie. 

 

Die neoimpressionistischen Gemälde laden zur Kontemplation über die Harmonie im Bild ein, suchen den Ausgleich zwischen häufig komplementären Farben, zwischen Vertikalen und Horizontalen oder zwischen Fläche und Raum. Andere Werke weisen arabeske Muster auf, die sich über die Bildfläche erstrecken und reale Gegenstände abstrahieren. Die Ausstellung Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus zeigt den Künstler als eine der zentralen Figuren dieser Bewegung. Sie beleuchtet sein künstlerisches Werk von den frühen Uferlandschaften des passionierten Seglers über seine Interieur- und Porträtmalerei bis zu den sozialutopisch aufgeladenen Bildern der Côte d’Azur, die er als Motivschatz für die Moderne erschloss.

 

Die Ausstellung umfasst über 90 Werke, von denen mehr als ein Drittel von Paul Signac stammen. Sie stehen im Dialog mit Gemälden von Lucie Cousturier, Henri-Edmond Cross, Maximilien Luce, Camille Pissarro, Théo van Rysselberghe, Jeanne Selmersheim-Desgrange, Georges Seurat, Jan Toorop und anderen. Zu den Leihgebern gehören das Van Gogh Museum, Amsterdam, das Art Institute of Chicago, die National Gallery of Ireland, Dublin, das Musée d‘Orsay, Paris, das Musée du Petit Palais, Genf, die Archives Signac, Paris und weitere nationale und internationale Sammlungen. 

 

Im Museum Barberini, das mit zehn neoimpressionistischen Werken von Signac, Henri-Edmond Cross, Albert Dubois-Pillet, Maximilien Luce und Camille Pissarro in der Sammlung Hasso Plattner einen der größten Bestände dieser Strömung in Deutschland hält, ist Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus bereits das dritte Ausstellungprojekt zum Thema – nach Farbe und Licht. Der Neoimpressionist Henri-Edmond Cross (2018) und Mit offenem Blick. Der Impressionist Pissarro (2025).

 

Eine Ausstellung des Museums Barberini, Potsdam, und der Kunsthal Rotterdam.

Termine
Start04.07.2026
Ende11.10.2026
Öffnungszeiten
Montag10:00–19:00
Dienstaggeschlossen
Mittwoch10:00–19:00
Donnerstag10:00–19:00
Freitag10:00–19:00
Samstag10:00–19:00
Sonntag10:00–19:00
Veranstaltungsort
Museum Barberini
Museum BarberiniHumboldtstraße 5–6, Alter Markt, 14467 Potsdam

Das Museum Barberini ist das Kunstmuseum in Potsdams historischer Mitte, gestiftet von SAP-Gründer und Mäzen Hasso Plattner. Seit der Eröffnung 2017 hat sich das Haus mit internationalen Ausstellungen und der bedeutenden Sammlung impressionistischer Malerei des Stifters als eines der meistbesuchten Museen Deutschlands etabliert. Sammeln, forschen, präsentieren, vermitteln und begeistern – dies sind die Anliegen des Museums Barberini. Neben der Sammlung Hasso Plattner zeigt es bis zu drei Ausstellungen im Jahr in Kooperation mit internationalen Partnern. Ob Pablo Picasso, Vincent van Gogh, Rembrandt oder Gerhard Richter, antike Skulpturen, französischer Impressionismus oder barocke Malerei – das Museum Barberini widmet sich allen Stilen und Epochen und eröffnet stets neue Perspektiven auf die Kunst. Parallel zu den Wechselausstellungen präsentiert das Museum Barberini dauerhaft die umfangreiche Sammlung impressionistischer und postimpressionistischer Gemälde des Museumsgründers Hasso Plattner, darunter Meisterwerke von Claude Monet, Pierre-Auguste Renoir, Berthe Morisot, Gustave Caillebotte und Paul Signac. Über 100 Werke von 20 Künstlern führen durch die Geschichte des französischen Impressionismus – von den Anfängen im 19. Jahrhundert bis zur Weiterentwicklung durch die Pointillisten und Fauvisten in der Klassischen Moderne. Mit 38 Gemälden von Claude Monet sind außerhalb von Paris nirgends in Europa mehr Werke dieses Künstlers an einem Ort versammelt. Potsdam gehört damit zu den weltweit wichtigsten Zentren impressionistischer Landschaftsmalerei.

Ausstellungskatalog