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Hamburg

Tomorrow’s Ghosts – (Zeit-)Geister des Fotografischen | Expanded Horizons – Neue fotografische Perspektiven

Die Fotografie wird von Geistern bevölkert. Als Medium zwischen Anwesenheit und Abwesenheit, zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit nimmt sie eine paradoxe Rolle ein: Fotografische Bilder konservieren Spuren, produzieren Leerstellen und beschwören Vergangenes, ohne es je vollständig in die Gegenwart zurückzuholen. 

 

In der Ausstellung TOMORROW'S GHOSTS – (ZEIT)GEISTER DES FOTOGRAFISCHEN zeichnen acht Preisträger:innen des neuen Programms »Expanded Horizons – Neue fotografische Perspektiven« aktuelle Erscheinungsformen des Gespenstischen nach. Die künstlerischen Arbeiten formulieren aus unterschiedlichen ästhetischen, medialen und politischen Positionen, was es heute heißt, mit Gespenstern zu leben.

 

Zwischen unheimlichen Schattensilhouetten, verdrängten Geschichten, verborgener Gruppenzugehörigkeit, intimen Fremdheitserfahrungen und historischen Brüchen entfalten die Arbeiten ein Geflecht fotografischer Heimsuchungen. Die Beschwörungen ereignen sich in Archiven, Familiengeschichten, dem eigenen Körper und politischen Narrativen, wo sich Spuren des Verdrängten mit latenten Präsenzen zu mehrdeutigen Wahrnehmungen überlagern. 

 

Zugleich richten die Künstler:innen den Blick auf die Phantome algorithmischer Bildproduktion: Gesichtslose Fremde treten aus Datensätzen hervor, normierte Gesichter, deren Züge auf Wahrscheinlichkeiten basieren, begegnen Schattenkreaturen und unheimlichen Glitches. Künstliche Intelligenz wird zum Orakel, spekulative Bildwelten zu Vorboten tatsächlicher Entwicklungen. Dabei agiert das Internet als endloses Bildarchiv, dessen Halluzinationen unsere Gegenwart heimsuchen. Denn anders als flüchtige Chatbekanntschaften ›ghosten‹ uns diese Bilder nicht, sondern halten an uns fest, während wir unablässig weiterscrollen.

TOMORROW'S GHOSTS versteht die Fotografie als Geistermaschine: Jede künstlerische Position setzt dabei eine andere Heimsuchung in Gang. Manche Gespenster sind flüchtig, manche hartnäckig, manche noch nicht erschienen, andere längst vergangen und doch nicht verschwunden.

 

Künstler:innen
Anastasiia Batishcheva, Mai Do, Teresa Fischer, Nora Handsley, Lisa Mazenauer, Pavle Nikolić, Vincent Völker und Cedric Zellweger

 

Kuratorin
Viktoria Rochambeau, Kuratorische Volontärin am Haus der Photographie

Team Expanded Horizons
Programmleitung Expanded Horizons, Haus der Photographie: Nadine Isabelle Henrich
Programmleitung Kultur Körber-Stiftung: Kai-Michael Hartig
Projektleitung & Winter School Expanded Horizons, Körber Stiftung: Jonas Wietelmann