1827 erwarb König Ludwig I. eine der bedeutendsten Sammlungen mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Malerei in Deutschland: Die Kunstsammlung der Gebrüder Boisserée. Viele der hochkarätigen Werke, darunter kostbare Inkunabeln der altdeutschen Malerei, stammten aus ihrer Heimatstadt Köln, aus den in Folge der Säkularisation aufgelassenen Kirchen, Klöstern und Konventen. So gelangten viele religiöse Bildwerke, die den Glanz des »Hillige Cölln« ausgemacht hatten, nach München, darunter eines der bedeutendsten Werke der Altniederländischen Malerei, der Columba-Altar des Rogier van der Weyden. Auf einen Schlag gelang es Ludwig, für seine gerade entstehende »Pinakothek« Gemälde von Hans Memling, Stefan Lochner und anderen Meistern zu erwerben, die bislang in der von seinen Vorfahren geprägten Sammlung noch nicht vertreten waren.
Die Ausstellung wird sich Themen widmen, die auch heute, in Zeiten zunehmender kriegerischer Auseinandersetzungen, die auch vor Europa nicht Halt machen, noch aktuell sind: Fragen nach dem Verlust des angestammten Ortes und des ursprünglichen Kontextes, der Identifikation, der Musealisierung und der Denkmalpflege – all dies beschäftigte auch die damaligen Zeitgenossen, die mit der Französischen Revolution und ihren Folgen buchstäblich eine »Zeitenwende« erlebten.