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München

Umbruch – Rettung – Neuer Kontext. 200 Jahre Sammlung Boisserée

1827 erwarb König Ludwig I. eine der bedeutendsten Sammlungen mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Malerei in Deutschland: Die Kunstsammlung der Gebrüder Boisserée. Viele der hochkarätigen Werke, darunter kostbare Inkunabeln der altdeutschen Malerei, stammten aus ihrer Heimatstadt Köln, aus den in Folge der Säkularisation aufgelassenen Kirchen, Klöstern und Konventen. So gelangten viele religiöse Bildwerke, die den Glanz des »Hillige Cölln« ausgemacht hatten, nach München, darunter eines der bedeutendsten Werke der Altniederländischen Malerei, der Columba-Altar des Rogier van der Weyden. Auf einen Schlag gelang es Ludwig, für seine gerade entstehende »Pinakothek« Gemälde von Hans Memling, Stefan Lochner und anderen Meistern zu erwerben, die bislang in der von seinen Vorfahren geprägten Sammlung noch nicht vertreten waren. 

Die Ausstellung wird sich Themen widmen, die auch heute, in Zeiten zunehmender kriegerischer Auseinandersetzungen, die auch vor Europa nicht Halt machen, noch aktuell sind: Fragen nach dem Verlust des angestammten Ortes und des ursprünglichen Kontextes, der Identifikation, der Musealisierung und der Denkmalpflege – all dies beschäftigte auch die damaligen Zeitgenossen, die mit der Französischen Revolution und ihren Folgen buchstäblich eine »Zeitenwende« erlebten.

Diese Ausstellung beginnt in
230
Tage
11
Std
29
Min
41
Sek
Termine
Start10.06.2027
Ende31.01.2028
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–20:00
Mittwoch10:00–20:00
Donnerstag10:00–18:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
Veranstaltungsort
Alte Pinakothek
Alte PinakothekBarer Straße 27, 80333 München

Die Alte Pinakothek zählt zu den bedeutendsten Gemäldegalerien Europas. Sie präsentiert die herausragenden Werke einer der weltweit größten Sammlungen europäischer Malerei vom 14. bis zum 18. Jahrhundert. Unter den über 700 ausgestellten Gemälden befinden sich zahlreiche Hauptwerke von Dürer und Rubens sowie prominente Schlüsselwerke etwa von Rogier van der Weyden und Memling, Raffael und Tizian, Altdorfer und Cranach, Jan Brueghel d. Ä. und van Dyck, Rembrandt und Frans Hals, Poussin und Murillo. Der Reichtum und viele Höhepunkte der 1836 eröffneten Galerie verdanken sich den Kunstsammlungen der Fürsten des Hauses Wittelsbach. Der Gemäldeschatz der bayerischen Herzöge und Kurfürsten wurde im 16. Jahrhundert begründet und konnte in den folgenden Jahrhunderten wesentlich ausgebaut werden. Nach dem Erlöschen verschiedener Familienzweige der Wittelsbacher gelangten um 1800 die Galeriebestände der Residenzen in Düsseldorf, Mannheim und Zweibrücken nach München. So entstand eine umfassende Sammlung, die während des frühen 19. Jahrhunderts im Zuge der Säkularisation und durch die bedeutenden Erwerbungen Ludwigs I. von Bayern nochmals erheblich an Größe und Bedeutung gewann. Die Alte Pinakothek liegt im Zentrum des sogenannten Münchener Kunstareals und ist Teil der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen.