läuft
Cottbus

Ungebremste Selbstbewegungen – Experimentelle Fotografie aus der späten DDR

Claus Bach, Tina Bara, Micha Brendel, Kurt Buchwald, Klaus Elle, Irene Fischer, Thomas Florschuetz, Else Gabriel, Rainer Görß, Klaus Hähner-Springmühl, Erich-Wolfgang Hartzsch, Frank Herrmann, Bernd Hiepe, Wolf Kahlen, Stefan Kayser, York der Knoefel, Evelyn Krull, Matthias Leupold, Lieberknecht/Stoy, Olaf Martens, Maix Mayer, Florian Merkel, Erhard Monden, Christoph Sandig, Cornelia Schleime, Götz Schlötke, Erasmus Schröter, Andreas Seeliger, Heike Stephan, Gabriele Stötzer

 

Die fotografische Sammlung des BLMK ist die einzige in der DDR begründete Museumskollektion für Fotografie. Durch kluge Sammlungs- und Erwerbskonzepte gelang es ab den 1970er Jahren eine einzigartige Kollektion zu profilieren. Neben der sogenannten Autorenfotografie der DDR finden sich darin auch in signifikanten Umfang Werke und Positionen experimenteller Fotografie. Die Ausstellung stellt jene Bestände sowie Leihgaben vor.

 

Weil die DDR so eng war, ging es bei allen Veränderungen um Befreiung, Selbst-Erweiterung und Grenzüberschreitung. Im Verbund von Künstler:innen verschiedener Disziplinen entwickelten sich in den 1980er Jahren Strömungen einer »andere Fotografie der DDR«, einer »Fotografie von unten«, die gebunden war an subkulturelle Entwicklungen einer »Kunst mit Fotografie«, die nicht zuletzt vielfach Veröffentlichung fand in privat produzierten Foto-Mappen und halblegalen Zeitschriften.

 

Nach wie vor sind Fotograf:innen aus dem Spektrum der nicht-staatstragenden Kunst und dort insbesondere Vertreter:innen einer Haltung, die »Kunst mit Fotografie« verbindet, im öffentlichen Bewusstsein eher seltener vertreten. Wir haben es in ihrer Kunst mit ästhetischen Perspektiven zu tun, die sich vom üblichen Kontext der Fotografie in der DDR grundsätzlich dadurch unterscheiden, dass sie nicht z.B. journalistisch dokumentarisch auf eine abgebildete Wirklichkeit verweisen, sondern die eigenen Rahmenbedingungen reflektieren. Sie definieren sich über die Idee und nicht über die äußere Form.

 

Ihre Erscheinungsformen variieren. Sie können an Aktionen, Performances und Interventionen gebunden sein. Häufig ist ihnen ein bildnerisches Suchen und ein bewusst anti-ästhetisierender Impuls eigen. Zuweilen entstehen sie allein in einem unberechenbaren Entwurfsprozess. Oder es kommen z.T. serielle Ordnungsstrukturen zur Ansicht.

 

 Das Konzept der Ausstellung wird von Christoph Tannert als externem Kurator erarbeitetet.

 

Die Ausstellung sowie der flankierende Katalog werden vom BLMK produziert und im Anschluss an die Präsentation im Dieselkraftwerk Cottbus auf Reisen geschickt. U.a. wird die Ausstellung Ende des Jahres in der Stadtgalerie Kiel (12.12.26 – 20.2.27) gezeigt.

Diese Ausstellung endet in
23
Tage
19
Std
21
Min
9
Sek
Termine
Start29.08.2026
Ende15.11.2026
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag11:00–19:00
Mittwoch11:00–19:00
Donnerstag11:00–19:00
Freitag11:00–19:00
Samstag11:00–19:00
Sonntag11:00–19:00
Veranstaltungsort
Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst
Brandenburgisches Landesmuseum für moderne KunstUferstraße/Am Amtsteich 15, 03046 Cottbus (Dieselkraftwerk)

Das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst (BLMK) wurde im Juli 2017 gegründet. Es ist das einzige Landesmuseum für Kunst im Land Brandenburg. Das BLMK ist 2017 aus der Fusion des dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus und des Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder) hervorgegangen. Durch diesen Zusammenschluss wurden zwei eigenständige, komplementäre Museumssammlungen zur umfassendsten musealen Ressource von Kunst aus der DDR und nachfolgenden künstlerischen Traditionslinien verbunden. Das Kunstmuseum in Cottbus wurde 1977 als Galerie Kunstsammlung für den Bezirk Cottbu s gegründet. Seitdem erlebte es eine kontinuierliche Aufwertung, zunächst zu den Staatlichen Kunstsammlungen Cottbu s (1984), dann 1991, als das Museum als Brandenburgische Kunstsammlungen Cottbus in die Verantwortung des Landes Brandenburg überging. 2004 wurde die Institution Teil der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus. Mit dem Umzug in das Domizil im ehemaligen Dieselkraftwerk Cottbus vollzog sich der Namenswechsel zum dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus (2008). In den 1990er Jahren wurde der Bestand von Kunst aus der DDR, der sich aus Malerei, Grafik, Fotografie, Plakatkunst und Skulptur zusammensetzt, um Werke internationaler Gegenwartskunst namhafter Künstler:innen erweitert. Das Museum Junge Kunst in Frankfurt ( Oder) wurde 1965 als Galerie Junge Kunst des Bezirkes Frankfurt (Oder) gegründet und ab 1990 kommunal verwaltet. Sowohl im Sammlungsbestand als auch in den jährlichen Ausstellungsprogrammen haben sich seit den 1970er-Jahren die Bezüge zu Kunst aus Polen eingeschrieben. Konsequenterweise wurde 1991 ein Sammlungsbereich Polnische Druckgrafik nach 1945 begründet. Jenes Konvolut enthält einen Querschnitt durch das künstlerische Schaffen polnischer Künstler bis in die Gegenwart.